Gitarre Hersteller_Empress_Effects
Test
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11.07.2019

Praxis

Für die Klangbeispiele parke ich das Zoia anfangs vor einen cleanen Fender Bassman und setzte eine Les Paul ein.

Zunächst steppe ich durch einige Factory-Presets, die einen sehr guten Eindruck der Vielseitigkeit und hohen Klangqualität der Zoia vermitteln. Manche Presets sind sicherlich nicht für die alltägliche gitarristische Anwendung gedacht, aber alleine das Potential des Pedals zu hören ist schon erstaunlich. Von schönen Raum- und Modulationsklängen über fuzzige Verzerrungen bis hin zu Ringmodulatoren und Specialeffect-Sounds wird alles geboten.
Das Preset "Dark Side" emuliert übrigens, wie der Name schon verrät, den Modularsynth-Sound, wie er auf dem Pink Floyd Song "On the Run" vom Album "Dark side of the moon" zum Einsatz kommt.

Nun geht's an ein paar Eigenkreationen, bei denen ich ganz bewusst die Effekte zuerst einmal getrennt hören möchte.

Den Anfang macht die Zerrsektion und ich höre mir ein paar Overdrive-, Fuzz- und Distortion-Effekte an. Sicherlich liegt hier nicht die Kernkompetenz und auch nicht der Haupteinsatzbereich des Zoia, denn die Verzerrung klingt nicht wirklich organisch und natürlich, kann aber durchaus interessante und fuzzige Effekte hervorbringen. Eine Speakersimulation ist ebenfalls für den Hausgebrauch an Bord, die jedoch nicht mit der Qualität der heutigen Platzhirsche mithält. Das soll alles nicht negativ in die Wertung eingehen, denn das Zoia wurde sicherlich eher für andere Aufgaben konzipiert und kann damit auch gut trumpfen.

Die Chorussektion liefert einen musikalischen Modulationseffekt, der sich sehr flexibel tweaken lässt. Als Chorustyp steht hier momentan nur "Classic" zur Auswahl, doch wer weiß, was zukünftige Updates noch an Auswahlmöglichkeiten bieten.

Die Reverbsounds sind von allererster Güte und wirken natürlich und transparent. Gate, Plate, Hall, Room, Lite und Ghost Reverb stehen hier zur Auswahl. Im Beispiel hört ihr zunächst den Ghost Reverb, der mit einer leichten Modulation unterfüttert ist, und den Plate-Reverb für amtliche Rock'n' Roll Sounds.

Für die Delaysektion steht ein modulierendes Delay und ein Ping Pong Delay zur Auswahl, aus denen sich jedoch mit Hilfe der anderen Module alle erdenklichen Delaytypen zaubern lassen.
Die Delaytime geht beim Mod Delay bis zu 2000ms und die Modulation lässt sich natürlich auch komplett herunterregeln.

Als nächstes kommt eine Kombination aus Kompressor, Delay und einem Phaser, bei der ich die Delaytime auf punktierte Achtel setze:

Nun ein paar Stereosounds. Hierzu spiele ich die Zoia direkt in mein Audiointerface und lege das Positive Grid BIAS 2 auf die Kanäle. Ich wähle das Ping Pong Delay und man kann sehr schön hören, wie das Feedback von links nach rechts geworfen wird. Natürlich kann man durch das umfangreiche Routing jedes Effektmodul zum Stereoeffekt verwandeln, indem ich z.B. zweimal das gleiche Effektmodul mit unterschiedlichen Settings mit dem linken oder rechten Kanal verbinde, bzw. eine Filter nur für den linken Ausgang benutze etc. - der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Richtig spannend wird es , wenn man sich mit Bereichen vertraut macht, die standardmäßig nicht in Multieffektgeräten für Gitarristen anzutreffen sind, nämlich dem Einsatz von Steuer- oder Analysemodulen.
Für das folgende Beispiel benutze ich einen LFO als Control Modul. welches die Rate des Vibratos beeinflusst. Das LFO regelt quasi wie ein unsichtbarer Finger, was im Video gut zu sehen ist, die Rate des Vibratos in einem Tempo, das ich selber bestimmen kann, herauf und runter.

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