Bass
Test
7
29.10.2018

Praxis

Der E-volution 4 ist erstaunlich leicht, bringt er doch gerade mal 3,4 kg auf die Waage. Und: Diese Werte sind tatsächlich bei Elrick keine Einzelfälle und kommen durch entsprechende Selektion der verwendeten Hölzer zustande. Hier sollte also jeder Bassist mit "Rücken" unbedingt aufhorchen!

Aber jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten: Ein geringes Gewicht führt meistens zu Kopflastigkeit, so leider auch beim E-volution 4. Diese spürt man allerdings nur, wenn man den Bass freihändig auf dem Oberschenkel jonglieren möchte. Beim Spielen fällt der "neck dive"kaum auf - um die Kopflastigkeit im Stehen auszugleichen, hat Rob den Gurtpin entsprechend hoch angebracht. Diese Maßnahme balanciert den Bass aus, sodass er sich selbstständig in eine angenehme Schräglage bugsiert.

Das Halsprofil entspricht einem normalen D. Ein dünnes und kaum spürbares Finish sorgt für angenehme Haptik und verhindert jeglichen durch Schweiß bedingten Bremseffekt. Die Saitenlage meines Testbasses ist ausgesprochen komfortabel und trägt zusätzlich zur insgesamt sehr guten Bespielbarkeit bei. Nebengeräusche wie Schnarren oder Scheppern sind dem Expat E-volution 4 so gut wie fremd!

Wie eingangs schon erwähnt, ist das Griffbrett der entscheidende Unterschied zwischen den Modellen der Expat-Serie, denn bekanntlich ist dies wichtiger Faktor für den Klang eines Instruments. Mein Testbass wirkt durch die Wenge im positiven Sinne "gutmütig" und scheint vortreffliche Allrounder-Qualitäten zu besitzen. Der Viersaiter klingt verglichen mit günstigeren Bässen und/oder klassischen Konstruktionen deutlich klarer, direkter und transparenter und besitzt ein mächtiges Low-End.

Los geht's mit den Soundbeispielen im passiven Modus ohne Equalizer:

Und hier die Klangbeispiele mit aktivierter Elektronik:

Hier heißt die Marschrichtung ganz eindeutig "modern": Transparente, direkte und gut auflösende Sounds sind die großen Stärken des Expat E-volution 4. Die prägnanten Mitten sorgen für ordentliche Präsenz in jedem Mix, und der Bass möchte definitiv eher im Vordergrund stehen. Die eher etwas "konservativ" klingenden Bartolinis bremsen den Elrick in den Höhen rechtzeitig aus, sodass er nicht in die Edelbass-Falle tappt und zu grell und höhenlastig wird. Stilistisch stehen dem User ohne Frage alle Tore offen, jedoch sollte der Bass darin eine wichtige Rolle spielen, denn der Expat E-volution 4 will wahrgenommen werden. Gerade perkussive Spielweisen und solistische Ausflüge mit Flagoletts, Akkorden etc. sind eine wahre Freude mit ihm!

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