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17.08.2017

E-Bass Kaufberater für Einsteiger

In 5 Schritten zum idealen Instrument für wenig Geld

Das Angebot an Einsteiger-Instrumenten im Bass-Sektor ist riesig! Bereits für unter 200,- Euro kann man heutzutage Bässe für Anfänger erwerben – mitunter sogar als E-Bass Starterpack mit Gurt, Plektren, Kabel und Verstärker (HIER findet ihr unseren großen Direktvergleich mehrerer Starter-Sets für E-Bass). Da fällt es schwer, nicht den Überblick zu verlieren und die richtige Kaufentscheidung zu treffen. Doch auch für den Laien gibt es einige Qualitätsmerkmale, an denen er sich beim Basskauf orientieren kann. Wir geben hilfreiche Tipps und Tricks, damit es nicht heißen muss: "Wer billig kauft, kauft zweimal!"

Gerade wer ohne Vorkenntnisse vor dem Überangebot an Einsteiger-Instrumenten steht, fühlt sich nicht selten hoffnungslos überfordert. Woher sollen Eltern, Verwandte, oder der Bass-Neuling selbst eigentlich wissen, welches Instrument das richtige ist? Welche Modelle gibt es überhaupt? Und auf welche Qualitätsmerkmale sollte man achten?

Gleich zu Beginn eine gute Nachricht: Auch im Billig(st)segment hat sich im Laufe der letzten Jahre ein in der Regel durchaus passables Qualitätslevel durchgesetzt. In Zeiten von YouTube, Twitter oder Facebook kann es sich im Grunde kein langfristig denkender Hersteller mehr erlauben, minderwertige Produkte auf den Markt zu bringen. Auch im Bereich des Internethandels kann in der heutigen Zeit nur Erfolg haben, wer auf angemessene Qualität setzt. Dieses Streben nach Wettbewerbstauglichkeit ist auch der Grund, weswegen hierzulande auch die meisten Vertriebe und Versandhäuser ihre Waren einem eigenen Quality Check unterziehen, bevor sie an den Endverbraucher verschickt werden. Der Kunde kann sich über diese Maßnahmen natürlich freuen!

Was für Bassmodelle gibt es?

Die heutigen Bassisten in spe haben die Qual der Wahl, wenn es darum geht, das geeignete Instrument für sich zu entdecken. Doch woher soll man eigentlich als Bass-Neuling wissen, welche Instrumententypen es gibt, wodurch sie sich auszeichnen, und nicht zuletzt: Warum man nun gerade in dieses oder jenes Instrument sein nicht selten lange gespartes Geld investieren soll. Es unzählige Formen und Farben, verschiedene Tonabnehmerbestückungen, aktive und passive Elektroniken etc. Doch keine Bange: Die am häufigsten anzutreffenden Einsteiger-Instrumente sind im Grunde Kopien etablierter Bassmodelle. Die drei wichtigsten hat ein gewisser Leo Fender aus den USA erfunden und zu Weltruhm geführt. Dieses "Bermuda-Dreieck" bilden die Modelle Precision Bass, Jazz Bass und Music Man Stingray. Die Mehrzahl der auf dem Markt erhältlichen Anfängerbässe sind Kopien eines dieser drei Bass-Klassiker oder auch Hybridlösungen, für welche zwei Modelle Paten standen.

Leo Fender (10.8.1909 - 21.3.1991) war zwar nicht der Erfinder des elektrischen Basses, wohl aber der erste, der das Potenzial einer serienmäßigen Herstellung seiner Instrumente erkannte und diese realisierte. Hierdurch wurde der Triumphzug der E-Gitarre und auch der des E-Basses eingeläutet, die beide bis heute anhalten. Keine Frage: Ohne diesen innovativen Geist aus dem sonnigen Kalifornien wäre die Musikgeschichte ab Mitte des 20. Jahrhunderts wohl ganz anders verlaufen!

Am Anfang war der Preci - der Fender Bass schreibt Geschichte

Das erste Bassmodell Fenders war der Precision Bass (abgekürzt „P-Bass“ oder „Preci“). Der Name „Precision“ steht für die Präzision, mit welcher der E-Bassist (bzw. auch Gitarristen, die ihre Chancen auf Jobs vergrößern wollten) auf dem mit Bünden (Frets) ausgestatteten Griffbrett (fretboard) intonieren konnte. Bis zu diesem Zeitpunkt spielten Bassisten ausschließlich Kontrabass, dessen Griffbrett bekanntlich keine Bünde aufweist. Klar, dass hier das Thema Intonation eine echte Herausforderung darstellt.

 

 

Der Fender Precision Bass wurde 1951 der erstaunten Öffentlichkeit vorgestellt. Die Urform dieses Basses sah allerdings noch etwas anders aus; der P-Bass, den wir heute kennen, erblickte erst Mitte der 1950er Jahre das Licht der Welt. Typisch für die heute bekannte Form des Precis ist der mit bequemen Rundungen (Shapings) versehene Instrumentenkorpus (Body), auf dem deutlich erkennbar zwei unmittelbar nebeneinander versetzt eingebaute Tonabnehmer (Pickups) unter den vier Saiten sitzen: das sogenannte P-Bass-Tonabnehmerpärchen. Die Anordnung der beiden Pickups wird so gewählt, dass ein Tonabnehmer für die beiden tiefen Saiten (E und A), und der andere für die hohen Saiten (D und G) zuständig ist.

Und wozu braucht ein Bass überhaupt einen Pickup? Nun, mithilfe einer kleinen technischen Glanzleistung wird durch die über einer Magnetspule schwingende Saite eine Spannung induziert, und der elektrische Impuls wird durch die Kabel zur Elektronik, dem Verstärker und schließlich zur Box weitergeleitet. Ohne einen Tonabnehmer bliebe der Bass also stumm! Beim Preci sind die beiden Tonabnehmerspulen als sogenannter Humbucker (Brummblocker) verdrahtet. Das bedeutet, dass die beiden Spulen gegenläufig gewickelt sind und umgekehrt ausgerichtete Magnetfelder haben. Die typischen (zum Beispiel aus dem Stromnetz eingestreuten) störenden Brummtöne werden durch diese gegenläufigen Wicklungen ausgelöscht - ein wunderbares Beispiel angewandter Elektrophysik, dass uns Basslinien ohne störende Nebengeräusche ermöglicht. Und wie klingt das nun?

Der Precision Bass als "Urbass" schlechthin ist auf unzähligen Aufnahmen zu hören. Erinnert sich noch jemand an das Bassriff vom "Men In Black"-Titeltrack (einem Remix des alten Patrice Rushen-Songs "Forget Me Nots")? Da hören wir ihn, den P-Bass, der hier gekonnt vom einstigen Michael Jackson-Bassisten Freddie Washington beackert wird! Und wo wir bei alten Soul-Scheiben sind: Auch der legendäre James Jamerson, Studiobassist beim Motown-Plattenlabel, hat Zeit seines Lebens einen Precision Bass eingesetzt (z.B. bei frühen Aufnahmen von Stevie Wonder, The Temptations, Jackson 5, The Supremes...). Und auch Steve Harris von Iron Maiden schwört seit Jahrzehnten auf den Preci und setzt diesen Bass auf jeder Scheibe der Briten ein. Der warme, kraftvolle Sound des Precis ist markant und mit etwas Übung leicht in einer Aufnahme auszumachen. Mit ihm können nahezu alle Stilrichtungen authentisch gespielt werden; traditionell findet man den Precision Bass vor allem im Blues, Rock, Soul und Funk. Als Nachteil könnte man werten, dass der Preci klanglich nicht wirklich wandelbar ist - er ist quasi ein "one trick pony". Es gibt jedoch viele Bassisten, die ihren Preci für kein Geld der Welt eintauschen würden.

Der Jazz Bass - eine echte Lady! 

1960 erschien aus dem Hause Fender der Jazz Bass (oder auch J-Bass), welcher sofort aufgrund seiner gesteigerten Vielseitigkeit überzeugen konnte. Der Jazz Bass ist klar zu erkennen an seiner "weiblich"-geschwungenen, leicht seitlich verzogenen Korpusform (offset waist body), die von der Fender Jazzmaster Gitarre entliehen worden war.

Unter den Saiten besitzt der Jazz Bass zwei längliche einspulige Tonabnehmer (singlecoils), die wenige Zentimeter auseinander liegen. Die Klänge der beiden Pickups können mithilfe eines Panoramareglers stufenlos gemischt werden, wobei der halsseitig gelegene Pickup (neck pickup) dem röhrigen Sound des Precision Basses nicht unähnlich ist. Der hintere Pickup (bridge pickup) hingegen klingt weitaus knackiger und mittig-beißend, damit man sich in vielerlei Bandsituationen gut durchsetzen kann. Und auch die Einstellung mit beiden Tonabnehmern, die zu gleichen Teilen benutzt werden, ist eine klassische: der hier entstehende typische Klang ist reich an kraftvollen Tiefbassanteilen und strahlenden Höhen und besitzt in den Mitten eine edel klingende Frequenzkuhle (mid scoop), die ebenfalls auf unzähligen Aufnahmen zu hören ist. Paradebeispiele für den Jazz Bass-Sound sind die amerikanischen Bassisten Jaco Pastorius und Marcus Miller.

Einen Jazz Bass kann man aber auch zum Beispiel bei den meisten ABBA-Songs hören, und auch der selige Noel Redding hat dem wundervollen Gitarrenspiel eines gewissen Jimi Hendrix durch seine kraftvollen Basslinien auf einem Fender Jazz Bass erst zu seiner optimalen Wirkung verholfen! Durch den Namen "Jazz" darf man sich übrigens nicht verwirren lassen. Bedeutet er doch keinesfalls, dass hier nur Jazz zu Gehör gebracht werden darf. Der Hintergrund: Leo Fender und sein Team waren der Meinung, dass der im Vergleich zum P-Bass schlankere Hals des neuen Modells in erster Linie die etwas filigraner agierenden Jazzmusiker anziehen würde. Der Ton eines Jazz Basses funktioniert hervorragend in Blues, Soul, Funk, Rock, Pop und Fusion-Jazz.

Auf zu neuen Ufern - der Music Man Stingray 

1965 verkaufte Leo Fender aus gesundheitlichen Gründen die Firma Fender an CBS und wandte sich neuen Aufgaben zu. Es sollte aber nicht sehr lange dauern, bis er mit zwei Freunden, Tom Walker und Forrest White, eine neue Company ins Leben rief. 1971 gründete man Tri-Sonix - ein Unternehmen, aus dem 1975 die Firma Music Man hervorging. Der erste Spross war der Stingray Bass, der mit seinem fetten Humbucker-Tonabnehmer im Zusammenspiel mit einer neuartigen aktiven Elektronik einen ungemein brachial-wuchtigen Klang produzierte.

Sowohl der P- als auch der J-Bass verfügten werksmäßig lediglich über eine sogenannte Passivelektronik. Die einzige Möglichkeit zur Klangbeeinflussung bildet hier eine Höhenblende, mit der man wie bei einer Stereo-Anlage die scharf klingenden Höhen aus dem Klangbild herausfiltern kann. Der Stingray hingegen besitzt einen Regler für Bässe und einen für die Höhen (spätere Modelle wurden gar mit einem Mittenregler ausgeliefert!). Eine weitere Neuerung: Bei der Aktivelektronik konnten erstmalig nicht nur Klanganteile herausgenommen, sondern auch hinzugegeben werden. Da für diesen Vorgang jedoch Energie benötigt wird, werden aktive Instrumente mit einem kleinen Saftspender in Form eines 9 Volt-Batterieblocks ausgeliefert. Die Batterie sitzt in einem eigenen kleinen Fach, welches mit einem Deckel verschlossen wird. 

Den Stingray kann man hören bei Aufnahmen von Rage Against The Machine, H-Blockx – aber auch bei Paul Young oder Sade. Sein Ton ist sehr kräftig und durchsetzungsstark, und bei Bedarf kann dieses Bassmodell ungemein aggressiv klingen. Aus diesem Grund findet man den Stingray häufig in Stilistiken, in denen der Bass gerne kraftvoll im Vordergrund stehen darf, etwa in hartem Rock oder aggressivem Funk. 

Hybridlösungen

Heutzutage versuchen viele Hersteller, die besten Aspekte der beschriebenen Tonabnehmerbestückungen miteinander zu kombinieren. Da werden Precision-Modelle mit einem Stegpickup ausgestattet, oder Modelle, die an den Stingray angelehnt sind, werden mit einem weiteren Tonabnehmer in der Halsposition gebaut. Der Hintergrund ist immer derselbe: es sollen mehr Vielseitigkeit und Wandelbarkeit erreicht werden, damit sich der Bassist in möglichst vielen Stilen adäquat in Szene setzen kann. Tatsächlich kann man als Faustregel festhalten, dass mehr Tonabnehmer auch immer mehr Vielseitigkeit bzw. Wandelbarkeit im Klang mit sich bringen. 

Weitere Modelle

Natürlich gibt es auch Einsteiger-Instrumente, die andere berühmte Bassmodelle kopieren. Relativ häufig trifft man beispielsweise auf Kopien des Höfner Beatle-Basses (jenen halbakustischen Bass aus deutscher Fertigung, den Paul McCartney bei den Beatles bekannt gemacht hat!), oder auf Instrumente, die an die Bässe der kalifornischen Firma Rickenbacker erinnern. Diese Instrumente haben zwar eindeutig ihren Reiz und mögen für den Einzelnen genau die richtige Wahl sein. Wer allerdings als "Allrounder" möglichst breitbandig aufgestellt sein möchte, dem sei an dieser Stelle eher zu den eingangs aufgezählten Modellen geraten.

Wie viele Saiten? 

Der E-Bass besitzt traditionell vier Saiten, die auf die Töne E–A–D–G gestimmt werden. Diese Besaitung reicht im Grunde locker aus, um in Bands jedweder Stilistik „mitreden“ zu können. Ebenso selbstverständlich wie den Viersaiter trifft man heutzutage aber auch auf Instrumente mit fünf Saiten, und gelegentlich findet man sogar Instrumente mit sechs Saiten oder mehr. Beim Fünfsaiter ist die Verwendung einer tiefen H-Saite definitiv populärer als die einer hohen C-Saite, da Bassisten in Bands mit Nachspielrepertoire (Coverbands, Top 40-Bands etc.) nicht selten sehr tief hinabreichende Basslinien nachspielen müssen, die in den Originalsongs von Keyboards eingespielt wurden – ein Trend, der seit den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts zu beobachten ist. 

Wer den Bass hingegen eher gitarristisch (mit vielen Akkord-Mehrklängen oder viel Solospiel) einsetzen möchte, der kann sich natürlich jederzeit durch Verwendung einer hohen C-Saite im Handumdrehen einen "hohen" Fünfsaiter bauen. 

Instrumente mit sechs oder mehr Saiten sind nach einem Boom in den 1980er-Jahren heutzutage vergleichsweise selten geworden und werden eher von Individualisten bevorzugt. Der klare Vorteil dieser Multisaiter ist natürlich, dass man sowohl auf eine tiefe H-Saite, als auch gleichzeitig auf höhere Saiten zurückgreifen kann. Den meisten Bassisten ist diese Option jedoch bereits „zu viel des Guten“, da mit zunehmender Saitenanzahl auch unweigerlich die Breite des Griffbrettes zunimmt. 

Allgemeine Qualitätsmerkmale

Wer nun mehrere Instrumente in die engere Wahl gezogen hat, für den wird die Frage nach allgemeinen Qualitätsmerkmalen wichtig. Kann man auch als Neuling einen gut verarbeiteten Bass von einem schlecht konstruierten Modell unterscheiden? Ja, man kann! Hier ein paar handfeste Tipps:  

 

1.) Auf überstehende Bundenden achten!

Wer sich einmal die Mühe macht, seinen Daumen und Zeigefinger sorgfältig an den beiden Seiten der Griffbrettflanke (das Stück Holz, in welches die metallenen Bundstäbchen eingebracht wurden) entlang zu führen, wird die Enden der Bundstäbchen ertasten können. Diese zu fühlen ist zunächst einmal völlig normal. Heikel wird es aber, wenn die spitzen und scharfen Kanten deutlich tastbar aus dem Griffbrett herausstehen. Hier kann man sich bei schlecht verarbeiteten Instrumenten durchaus schon einmal einen Finger blutig reißen, wenn man die Greifhand schnell über die Saiten flitzen lässt. Derartige Phänomene können übrigens selbst bei sehr hochpreisigen Instrumenten vorkommen. In der Regel ist temperatur- bzw. wetterbedingtes Schrumpfen (Jahreszeitenwechsel!) des Griffbrettholzes für diesen Effekt verantwortlich. Kann man den Zustand aber schon bei einem nagelneuen Instrument beobachten, so lässt dies nicht selten eine schlampige Verarbeitung oder nicht lang genug abgelagertes Holz rückschließen. 

2.) Regler checken!

Jedes Instrument besitzt Drehregler – manche mehr, andere weniger – mit denen die Lautstärke, das Mischverhältnis der Tonabnehmer, Höhen, Bässe etc. geregelt werden können. Diese Regler werden Potis (von Potentiometer) genannt. Natürlich sind diese Teile einem natürlichen Verschleiß ausgesetzt, aber wer bereits im Laden bemerkt, dass Potis kratzen, einen Wackelkontakt aufweisen oder gar ganz defekt sind, sollte lieber gleich zu einem anderen Instrument greifen. Papas Kontaktspray sollte frühestens nach ein paar Jahren zum Einsatz kommen müssen!

3.) Holz und Lackierung begutachten!  

Das Holz ist die Grundlage eines jeden Basses – mal abgesehen davon, dass es im deutlich höherpreisigen Segment auch interessante Instrumentenbau-Ansätze mit alternativen Werkstoffen wie Graphit, Mixed Composite und sogar Metall gibt. Natürlich ist das verwendete Holz häufig gar nicht sichtbar, weil es unter einer dicken Lackschicht verborgen ist. Und tatsächlich ist dies bei vielen Günstigherstellern ein probates Mittel, um minderwertige Holzqualität oder aus mehreren Teilstücken zusammengeleimte Parts nicht sofort für jeden sichtbar werden zu lassen. Dennoch kann und sollte man mit etwas Geduld einmal das gesamte Instrument in Ruhe einem Blicktest unterziehen: Sichtbare Haarrisse z.B. im gefährdeten Übergang zwischen Hals und Kopfplatte bedeuten für gewöhnlich nichts Gutes. Und ein Instrumentenhals, der viel zu weit nach hinten oder vorne durchgebogen ist, könnte Zeugnis darüber ablegen, dass hier mit Holz gearbeitet wurde, das vor der Verarbeitung nicht lange genug getrocknet wurde. Sichtbare Lacknasen etwa auf dem Korpus des Instrumentes deuten auf wenig Sorgfalt und Zeitdruck bei der Herstellung hin.

4.) Der gute Ton...

Wer schon ein wenig spielen kann, sollte darüber hinaus einmal jeden Ton des Instrumentes auf dem Griffbrett spielen. Vereinzelt werden einem (durchaus auch bei teureren Instrumenten) vielleicht Töne auffallen, die nach dem Anschlagen sehr schnell verklingen – viel schneller als andere Nachbarstöne. Bei diesem Phänomen handelt es sich um sogenannte Deadspots, ein physikalisches Problem, welches die Verwendung von Holz beim Bau von Instrumentenhälsen mit sich bringt. Verfügt ein Instrument über einen oder mehrere ausgeprägte Deadspots, wird man sich beim Spielen in der Zukunft immer mal wieder über diese ärgern, weil sie das freie Spiel hindern. Und wenn man eh schon einmal alle Töne anspielt, kann man auch gleich darauf achten, ob Stellen auf dem Griffbrett existieren, auf denen die schwingende Saite mechanisch durch einen nicht richtig abgerichteten Bund gestoppt wird. Dieser Effekt ist deutlich zu hören, weil der angeschlagene Ton verdächtig laut und metallisch schnarrt oder gar nicht erst erklingt. Auch wenn man dieses Phänomen bereits im Laden bemerkt, sollte die Instrumentensuche lieber weitergehen.   

5.) Pickups 

Viele Günstighersteller verwenden qualitativ minderwertige Tonabnehmer, um Geld zu sparen. Wer schon im Laden starkes Brummen oder eine enorme Einstreuempfindlichkeit vor Computermonitoren etc. bemerkt, sollte skeptisch werden. Allerdings ist eine gewisse Brummanfälligkeit bei sogenannten Singlecoil-Pickups (wie beim Jazz Bass) völlig normal! Hier sollte im Zweifelsfall ein Fachmann hinzugezogen werden, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Alles eine Frage der Einstellung – im Zweifelsfall immer den Fachmann fragen!

Heutzutage werden Einsteiger-Instrumente in der Regel in Asien gefertigt. Bei dem langen Transport mit den vielen Temperaturunterschieden, veränderter Luftfeuchtigkeit etc. wäre es verwunderlich, wenn das Holz der Instrumente nicht beginnen würde zu arbeiten. Griffbretter können auf diese Weise schrumpfen, sich ausdehnen, Hälse sich verziehen oder – schlimmer – sich verdrehen, etc. Nicht alle diese Reaktionen bedeuten gleich den Qualitätsverfall eines Instrumentes. Allerdings: Leider unterziehen nicht alle Händler ihre Neuware eines Checks nach dem Auspacken. So hängen zum Teil schlecht spielbare Instrumente mit krummen Bananenhälsen in den Geschäften, die nur ein wenig Einstellarbeit erhalten müssten, um daraus wieder ein wunderbares Einsteiger-Instrument zu machen. Diese Arbeiten sollten Anfänger allerdings unbedingt dem Fachmann überlassen. Es lohnt sich also durchaus, jemanden vor Erwerb zu konsultieren, der das Potenzial eines schlecht eingestellten Instrumentes trotzdem erkennen und dieses zur vollen Entfaltung bringen kann. Auch die Brücke, dem korpusseitigen Ende der Saitenaufhängung, sollte bei dieser Gelegenheit kontrolliert werden, kann hier doch im Handumdrehen eine wesentlich angenehmere (weil beim Spielen kräftesparende) Saitenhöhe eingestellt werden. Eine lieblose Werkseinstellung kann somit durch ein paar geübte Hände und ein wenig Zeitaufwand zu einem tollen Instrument führen, an dem ein Anfänger lange Freude hat. 

Fazit

Es gibt sie, die tollen und hervorragend geeigneten Einsteiger-Instrumente für den kleinen Geldbeutel! Mit ein wenig Hintergrundwissen kann selbst der Laie abschätzen, ob er sein Geld sinnvoll investiert, oder ob die Suche lieber weitergehen sollte. Im Zweifelsfall sollte jedoch immer ein Fachmann hinzugezogen werden! 

Kaufempfehlungen

Zum Abschluss möchten wir euch noch einige Kaufempfehlungen mit auf den Weg geben, um eure Suche zu erleichtern.

Um verschiedene finanzielle Möglichkeiten zu berücksichtigen, haben wir uns für drei unterschiedliche Preiskategorien entschieden. Die erste reicht bis maximal 250,- Euro, die zweite bis 1000,- Euro, und die dritte bis 1800,- Euro. Wir haben uns bemüht, aus einer breiten Angebotspalette jeweils fünf attraktive Beispiele pro Preiskategorie herauszusuchen. Die Reihenfolge stellt jedoch keine Rangfolge dar und natürlich erhebt diese Liste auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern ist lediglich als Anreiz und Orientierungshilfe gedacht.

Angebote bis maximal 250,- Euro:

 

1.) Harley Benton PB-50 SB Vintage Series

(Produktseite auf thomann.de)

2.) Ibanez GSR180-BS (Produktseite auf thomann.de)

3.) Harley Benton JB-75MN SB Vintage Series (Produktseite auf thomann.de)

4.) Harley Benton B-650 Black Progressive

(Produktseite auf thomann.de)

5.) Fender Squier Affinity P-Bass PJ BK (Produktseite auf thomann.de)

Angebote bis maximal 1000,- Euro:

 

1.) Sire Marcus Miller V7 Vintage Alder BMR

(Produktseite auf thomann.de)

2.) Sire Marcus Miller V7 Vintage 5 WB

(Produktseite auf thomann.de)

3.) Fender Std Precision Bass MN AW (Produktseite auf thomann.de)

4.) ESP LTD F-5E NS (Produktseite auf thomann.de)

5.) Ibanez SR500 E-Bass Brown Mahagony (Produktseite auf thomann.de)

Angebote bis maximal 1800,- Euro:

 

1.) Warwick Thumb BO 4 NAT Active Fretted

2.) Sandberg Basic Ken Taylor 5 E-Bass RW (Produktseite auf thomann.de)

3.) Fender Aerodyne Jazz Bass BK

4.) Spector Rebop 5 DLX FM BS

5.) Duesenberg Starplayer Bass Trans Orange (Produktseite auf thomann.de)

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