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Test
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15.02.2017

Fazit

Wer bereit ist, 3000 Euro für ein E-Drumset hinzublättern, der hat entweder eine professionelle Anwendung, zum Beispiel den Einsatz auf der Bühne, im Sinn oder ist auf der Suche nach einem anspruchsvollen und authentisch klingenden Übungsset für Proberaum oder Wohnung. Welche Testkandidaten sich für welche Zwecke eignen, verraten wir euch jetzt.

Das teuerste Set in unserem Vergleich ist auch das beste. Dank seiner sensiblen Trigger-Technik mit Positionserkennung und der fein aufgelösten Dynamik kann das Roland TD-30K als ausgereiftes Instrument für Live-Anwendungen, Studio, Musikunterricht oder zum anspruchsvollen Üben bezeichnet werden. Allerdings sollte man technikaffin sein, wenn man sich dieses knapp 4000 Euro teure Gerät zulegt, denn die Bedienung erfordert aufgrund der zahlreichen Features eine gewisse Einarbeitungszeit.

Auch der kleine Bruder Roland TD-15KV, inzwischen nicht mehr lieferbar, konnte im Test überzeugen. Das schnörkellose, klare Bedienkonzept, gepaart mit hochwertigen Sounds, ordentlicher Dynamik und geringer Latenz machen das Kit zum perfekten Allrounder. Auch die zahlreichen Übungsfunktionen und Play-Along Songs sowie das Spielgefühl der Mesh Heads und die geringe Geräuschentwicklung trugen zum positiven Gesamteindruck bei und qualifizieren das TD-15 als robustes Übungsset für den heimischen Bedarf oder den Einsatz in Musikschulen.

Ein gänzlich anderes Konzept liegt dem 2Box DrumIt Five Mk2 zugrunde. Übungsfunktionen oder Play-Alongs sucht man hier vergeblich, stattdessen eignet sich das Kit zum Preis von 2700 Euro durch die offene Architektur mit der Möglichkeit, auch aufwendige Multisamples aus externen Libraries zu importieren, hervorragend für den Live-Einsatz. Auf der Bühne kommt natürlich auch die spektakuläre Optik in Knallorange am besten zur Geltung. Allerdings wird der Gesamteindruck durch den recht langsamen USB 1.1-Port sowie Schwächen bezüglich der Zonentrennung und des Dynamikverhaltens der Becken-Pads leicht getrübt.

Beim TD-15-Nachfolger Roland TD-25KV, preislich mit 2700 Euro auf gleicher Höhe wie das 2Box, wurde der Fokus vor allem auf die „Plug & Play“-Qualitäten gelegt. Kein anderes Set in diesem Vergleich bietet eine ähnlich einfache, intuitive Bedienung. Dadurch ist das sehr gut klingende TD-25 der ideale Begleiter für Hobby-Trommler, die sich nicht mit technischen Details auseinander setzen wollen, sondern einfach eine anständige Simulation eines akustischen Drumsets für das Üben zuhause suchen. Leider gibt es aber im Vergleich zum Vorgänger keine internen Play-Along Songs mehr, und auch die Klangbearbeitungsmöglichkeiten und Trigger-Zuordnungen wurden stark eingeschränkt.

Das Mittelfeld im Test bilden die Yamaha Sets, allen voran das Yamaha DTX760K, dessen  Silikon-Pads durch ihre geräuscharme Performance und robuste Bauweise begeistern konnten. Obwohl die Sounds und die Dynamik insgesamt gut bewertet wurden, klingt das DTX760K – trotz eines Preisunterschiedes von 1000 Euro – nicht so facettenreich wie die beiden zuvor genannten Kits. Aufgrund der Kombination aus einfacher Bedienbarkeit und stabiler Konstruktion eignet sich das Set gut für den Unterricht in Musikschulen, macht aber mit seinen leisen Pads auch beim Üben in geräuschempfindlicher Umgebung eine gute Figur.

Das Yamaha DTX700K greift auf dasselbe Modul zurück wie sein großer Bruder, ist allerdings mit preisgünstigeren und geräuschvolleren Gummi-Pads ausgestattet und muss mit einem kleineren Rack auskommen. Dadurch ergibt sich ein satter  Preisunterschied von über 900 Euro - 1759 Euro stehen derzeit auf dem Preisschild des DTX700K. Dadurch lassen sich die kleinen Schwächen leichter verschmerzen als beim 760er Modell. Das DTX700K ist ein ordentliches, gut ausgestattetes Übungsset für den Proberaum oder zuhause - sofern die Nachbarn nicht übermäßig geräuschempfindlich sind.

Auch das - inzwischen nicht mehr lieferbare - Yamaha DTX900K, zum Zeitpunkt des Tests Flaggschiff der Yamaha E-Drum-Flotte, kommt über einen Platz im Mittelfeld nicht hinaus und musste einiges an Kritik einstecken. Während die auch beim DTX760K verwendeten Silikon-Pads über jeden Zweifel erhaben sind, wurde das Dynamikverhalten der Sounds den hohen Erwartungen nicht gerecht. Da nützen auch die extrem umfangreichen Editierungsmöglichkeiten nichts, die zudem die Bedienung etwas unübersichtlich machen. Ambitionierte Sound-Tüftler allerdings können sich in den tief verzweigten Untermenüs nach Herzenslust austoben.

Schlusslicht im Vergleichstest ist das Pearl e-Pro Live, auch wenn man ihm die Schwächen nicht sofort ansieht - im Gegenteil, die Optik entspricht der eines Akustik-Drumsets, und tatsächlich kann man das e-Pro sogar in ein solches umwandeln. Die Sounds sind insgesamt gut und auch zahlreich vorhanden, allerdings gab es deutliche Kritik an den mäßigen Trigger-Eigenschaften der Pads sowie der schlecht aufgelösten Dynamik. Hinzu kommt eine starke Latenz, die sich in einem unnatürlich trägen Spielgefühl äußert. Für Live-Anwendungen ist das e-Pro daher kaum geeignet, obwohl es offenbar genau dafür konzipiert wurde. Wer aber den nötigen Platz in der Wohnung oder im Proberaum hat und sich am schicken Anblick ergötzen will, sollte das Kit zumindest mal antesten.

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