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Test
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18.01.2013

DW Performance Series Test

Fusion-Drumset mit Ahornkesseln

Die glitzernde Sparflamme

Hat das DW Performance Drumset irgend etwas mit Erfüllung zu tun? Ihr wisst sicher: Heutzutage ist der englische Begriff „Performance“ auch in Germany allgegenwärtig. Besonders in den mittlerweile kaum voneinander unterscheidbaren Bereichen Dienstleistung und Kunst kann es nie genug „Päafoamäntz“ geben! Doch lassen sich diese drei Silben auch wörtlich in unsere Muttersprache übersetzen? Eindeutig Jein! Ein Blick ins schlaue Buch verrät, dass „Performance“ sowohl Aufführung, Effizienz, Leistung als auch schlichtweg „die Erfüllung“ bedeuten kann. Ein „erfüllendes“ Gefühl muss wohl auch bei all denjenigen aufkommen, die es sich leisten können, ein Drumset der renommierten Trommelfirma Drum Workshop zu erstehen. Bekanntermaßen sprechen John Good und seine kalifornischen Compagnons mit ihrem Sortiment nicht unbedingt den gemeinen Pfennigfuchser an, werden ihre schmucken Edelhölzer doch als absolute „High-Class“-Sets gehandelt – was sich natürlich auch im Preis niederschlägt.

Diejenigen, die nicht ganz so tief ins Portemonnaie greifen wollen, waren bisher mit der Unterfirma PDP gut bedient. Nun hält das Mutterschiff DW, das just sein 40-jähriges Jubiläum feierte, eine hauseigene Alternative für den Bereich der oberen Mittelklasse bereit. Diese hört auf den Namen „Performance Series“ und trägt wie ihre exquisiten Gesellen das Gütezeichen „DW“, mit dem Unterschied, dass sie in einer externen Produktionsstätte in den USA gefertigt wird. Wie viel „DW“ nun wirklich in diesem Teil steckt, wollen wir in diesem Test herausfinden! Auf geht's!

Details

Das Testset kommt mit insgesamt fünf Trommeln daher: 22x18“ Bassdrum, 16x14“ Floortom, 12x9“ und 10x8“ Racktoms sowie einer 14x6,5“ Snaredrum. Die Holzkessel der Performance Series werden allesamt nach DWs neuester Rezeptur namens „HVX“ gebaut. Die HVX-Kessel bestehen aus mehreren Schichten nordamerikanischen Ahorns (Hard Rock Maple) und werden im Herstellungsprozess jeweils unter Druck erhitzt sowie anschließend gekühlt. Laut Hersteller führt dies zu einer besseren Trocknungs-Performance des Holzleims und demnach zu einer höheren Klangqualität. Alle Trommeln verfügen über eine sehr sauber geschliffene, 45° steile Gratung. Das Prinzip der HVX-Konstruktion basiert auf der speziellen Anordnung von vertikal (daher das "V") und horizontal ("H") verlaufenden Maserungen der einzelnen Holzschichten. Das „X“ verweist in diesem Zuge die innere Schicht, die wiederum eine diagonale Maserung vorweist, was die HVX-Kessel neuartig macht und nicht zuletzt auch einen optischen Effekt mit sich bringt.

Neben der Kesselkonstruktion besitzt die Performance-Series noch weitere neue Features. Zunächst fallen die gewohnt runden Spannböckchen bei den Toms und der Bassdrum im Vergleich zu anderen DW-Serien kleiner aus. Die Snare kommt hierbei mit einer ganz eigenen Variante, den durchgehenden „propeller lugs“ daher. Das schwarze DW-Badge stellt in diesem Zuge eine weitere Veränderung dar, was dem unverkennbaren Antlitz dieses kalifornischen Jünglings den letzten Schliff verpasst. Das Testset glitzert in einem schmucken „Titanium Sparkle“, das zu den insgesamt acht möglichen Finishes der Serie gehört. Ein kleines optisches Manko bildet für meinen Geschmack allerdings die doch sehr grobschlächtig überlappende Klebenaht der Folie, was mit Sicherheit etwas ästhetischer hätte gelöst werden können.

Die Floortom hat elendig lange Beine

Die Toms bestehen aus einem achtschichtigen Kessel ohne Verstärkungsringe, was man landläufig wohl als mitteldick bezeichnen würde. Die Racktoms werden mittels des bewährten STM-Systems an einem entsprechenden Tomstativ montiert, welches allerdings nicht zum Lieferumfang des Testsets gehört. Das Kürzel STM steht für „Suspension Tom Mounts“, was wiederum eine Aufhängevorrichtung ist, die ohne eine direkte  Verbindung mit dem Kessel auskommt. Die schlanken Beine der Floortom fallen mit einer Länge von 21 Zoll relativ lang aus, was sogar ein Spielen in Bela B.-Manier – also im Stehen! – sehr rückenschonend gestalten würde.

Viele kleine Löcher

Die Bassdrum besticht in erster Linie durch zwei Features: Wer die Wuchtbrumme gern geschlossen spielt, beim „Reinlangen“ aber Schwierigkeiten durch den eventuell entstehenden Luftstau im Kesselinneren hat, der wird sich über die kleinen Luftausgleichslöcher freuen, die ab Werk am Rand des Resonanzfells eingestanzt wurden. Diese können die Luft natürlich nicht in der Form entweichen lassen wie es ein herkömmliches Resonanzloch täte, jedoch ist ein deutlicher Unterschied zu komplett geschlossenen Bassdrums im Spielgefühl zu verzeichnen. Desweiteren kuschelt sich im Inneren der Bassdrum ab Werk jeweils ein schwarzes Dämpfungskissen an Schlag- und Resonanzfell. Da die beiden Dämpfer mittels Klettstreifen am Kessel fixiert sind, lassen sie sich ohne Abnutzung nach Belieben herausnehmen und wieder einsetzen – ihr kennt das Spielchen! Der Kessel der Bassdrum ist in seiner Konstruktion den Kesseln der Toms absolut identisch (achtschichtig) und besitzt wohlgemerkt keine Rosette zum Anbringen einer Tomhalterung.

"Mag" kommt von "Magnet"

Die Snaredrum frönt ihrem von Haus aus eigenbrötlerischen Dasein nicht nur aufgrund der oben erwähnten „propeller lugs“, sondern auch durch einen zehn Lagen starken Kessel. Um noch eine Schippe drauf zu legen, hat dieser 14x6,5“ große Holzzylinder obendrein eine ganz individuelle Anordnung der verschieden gemaserten Holzschichten vorzuweisen. Die „MAG“ genannte Snareabhebung ist eine so schlichte wie intelligente Konstruktion aus dem Hause DW, die ein sehr geschmeidiges Umschalten des Snareteppichs ermöglicht. Der 180° bewegliche „Schaltknüppel“ wird hierbei vom Kessel weggeklappt und baumelt bei entspanntem Snareteppich durch sein stufenloses Scharnier lässig herunter. Spannt man den Snareteppich an, so bleibt dieser auch bei heftigen Rimshots da wo er ist, wofür ein in der Abhebung eingebauter Magnet (daher auch „MAG“) sorgt. Die Feinjustierung des Teppichs geschieht über eine seitlich angebrachte Schraube, die sich bei „Snares off“ sehr leicht, bei „Snares on“ leider nur sehr schwergängig ohne Stimmschlüssel verstellen lässt.

Sogar ein Putztuch ist dabei

Das Testset ist mit ausschließlich für Drum Workshop hergestellten Fellen der Firma Remo ausgestattet. Hier liegt die Besonderheit bei den clear/coated Schlagfellen: Klare Felle, die einen weiß aufgerauten Ring am Rand besitzen. Dieser ist natürlich weniger für das Spiel mit Miniatur-Brushes, als vielmehr für ein gewisses Maß an Dämpfung gedacht. Die Snaredrum kommt ab Werk mit einem Dot auf der Unterseite des Schlagfells ins Haus. Die Felle werden durch die speziellen „True-Pitch Tuning Rods“ auf Spannung gebracht, die sich durch ein engeres Gewinde zur feineren Stimmung von konventionellen Stimmschrauben abgrenzen. Ein wirklich nettes Gimmick stellt das kleine Zubehör-Päckchen dar, das wohl jedem Performance Set beiliegt. Neben einem Stimmschlüssel, Ersatzschrauben und einem Putztuch beinhaltet es eine DVD, auf der man von John Good höchstpersönlich durch alle Details der Performance Series geführt wird. Und was das von Herrn Good in den höchsten Tönen gelobte Gerät so wirklich drauf hat, erfahren wir im folgenden Praxisteil…

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