Bass Hersteller_Duesenberg
Test
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09.07.2018

Duesenberg Triton Test

Viersaitiger E-Bass

Cooler Retrolook und enorme Klangvielfalt!

Vor ungefähr 15 Jahren hat der in Hannover ansässige Gitarrenhersteller Duesenberg richtig Fahrt aufgenommen und avancierte mittlerweile zu einem der erfolgreichsten und populärsten Anbieter von Gitarren im Retro-Style. Duesenberg kombiniert klassische Gitarrenformen gekonnt mit Design-Elementen aus dem Art déco und kreiert auf diese Weise extravagante Instrumente mit hohem Wiedererkennungswert und sehr eigenständigem Vintage-Vibe. Dass die stylischen Gitarren aber natürlich auch hochprofessionelle Arbeitsgeräte mit hervorragender Bespielbarkeit und charaktervollen Sounds sind, beweist die stattliche Liste der Weltklasse-Musiker, die ihre Duesenberg rund um den Globus rocken oder sich inzwischen sogar ein Signature-Modell von den Hannoveranern auf den Leib schneidern ließen.

Auf der NAMM Show 2015 hatte Duesenberg den brandneuen Triton Bass mit im Gepäck - der Solidbody-Bass mit Longscale-Mensur und einer sehr speziellen Tonabnehmerkonfiguration mit drei Duesenberg "SingleTwins" scheint ein überaus flexibles Tool für Tieftöner zu sein. Ich bin sehr gespannt, wie sich der extravagante Retro-Viersaiter durch den bonedo Test-Parcour schlängelt.

Details

Bei der Korpusform des Triton hat sich Duesenberg unverkennbar von einem klassischen Fender-Modell inspirieren lassen. Mit seiner leichten Offset-Form und den kurzen Korpushörnern sieht der "Hannoveraner" nämlich auf den ersten flüchtigen Blick wie ein Jaguar Bass aus. Zahlreiche Duesenberg-typische Designelemente sorgen allerdings dafür, dass man den Triton eindeutig dem niedersächsischen Gitarren-Workshop zuordnen kann und verschaffen dem neuen Modell eine unverwechselbare elegante und geschmackvolle Vintage-Optik. Der Korpus des Solidbody-Instrumentes besteht aus amerikanischer Erle und wurde mit einem matten Finish in Butterscotch (der Triton ist allerdings auch in Schwarz erhältlich!) versehen. Für den klassischen Look sorgt darüber hinaus ein dezentes cremefarbenes Binding entlang der vorderen Korpuskante.

Auf den an vier Punkten verschraubten einstreifigen Ahornhals wurde ein dunkles Griffbrett aus Palisander (Indian Rosewood) geleimt, darin sitzen wiederum 20 Bünde im Jumbo-Format sowie Perloid-Punkte für die Lagenorientierung. Über einen Kunststoffsattel laufen die Saiten schließlich zur typischen Duesenberg-Kopfplatte, die man an der dreistufigen Oberkante erkennen kann. Die Dreistufigkeit im Design findet sich übrigens auch bei vielen Hardware-Elementen wieder und zeichnet selbstverständlich auch das Duesenberg-Firmenlogo aus, welches in Form eines großen "D" auf der Kopfplatte und auf dem oberen Korpushorn prangt. Auf der Kopfplatte sitzt außerdem unter einer verschraubten Metallabdeckung mit Duesenberg-Schriftzug, der Zugang zum Halsspannstab. Duesenberg zählt ja zu den wenigen Herstellern, die jede Hardware-Komponente im eigenen Haus entwirft, damit auch wirklich jedes Detail stimmig zum Gesamtdesign des Instrumentes passt.

Eher ungewöhnlich ist auch das Nickel-Finish, mit dem Duesenberg ihre Hardware-Komponenten versieht. Vernickelte Hardware wird bei mangelhafter Pflege schneller stumpf als verchromte Hardware, der warme Farbton versprüht jedoch auf der anderen Seite aber mehr Eleganz und Klasse als ein schlichtes Chrom-Finish. Wie auch immer, die vier vernickelten und gekapselten Stimmmechaniken auf der Kopfplatte hören auf den Namen "Z-Tuner", kommen mit kleinen, sogenannten "Art-Diego"-Flügeln im Dreistufen-Design und laufen absolut geschmeidig.

Die Duesenberg "The Block"-Brücke am anderen Ende des Basses ist überaus solide und hält alle Einstellmöglichkeiten bereit, die man von einem modernen Steg erwartet. Die in Rillen geführten Seitenreiter können für die Intonation einfach vertikal verschoben werden und sind mit kleinen Inbusschrauben für die Saitenlage in der Höhe zu justieren. Wenn das Setup komplett ist, werden die Reiter schließlich mit zwei Inbusschrauben an den Flanken der Brücke "für die Ewigkeit" fixiert. Auch für ein flotten und unkomplizierten Saitenwechsel ist gesorgt, die Enden werden nämlich eingehängt und müssen nicht erst mühsam durch Löcher gefädelt werden.

Der Name "Triton" ist beim jüngsten Duesenberg-Bass übrigens auch Programm, denn für den Ton sorgen in der Tat drei Tonabnehmer. Eine Stratocaster-mäßige Konfiguration mit drei Tonabnehmern findet man bei Bässen ja eher selten - spontan fällt mir nur der Big Al von Music Man sowie aus neuerer Zeit der Fender-Shorty Rascal ein. Duesenberg verbaut bei ihrem Triton drei "Single-Twin"-Humbucker, die selbstverständlich aus eigener Fertigung stammen. Jeder Tonabnehmer besteht aus zwei getrennten leicht schräg und versetzt angeordneten Spulen, die hinter einem feinmaschigen Metallgitter hervorblitzen. Die abgerundeten Metallgehäuse wurden natürlich vernickelt und sind in der Höhe mit jeweils zwei Schrauben zu justieren. Stylisch sind die "Single-Twins" auf jeden Fall und ein Setup mit drei Tonabnehmern steht in der Regel für eine enorme Bandbreite verschiedenartiger Sounds. Im Falle des Triton werden die Sounds mit einem klassischen Fünffach-Schalter (Hals - Hals/Mitte - Mitte - Mitte/Steg - Steg) abgerufen. Zur Feinabstimmung der Höhen hält der passive Bass eine Tonblende bereit. Im Cockpit mit der schicken Kunststoffkontrolplatte im Art-déco-Stil parkt außerdem ein weiterer Schalter, mit dem die zwei Humbucker-Kombinationen Hals/Mitte und Mitte/Steg wahlweise seriell oder parallel geschaltet werden können.

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