Workshop_Folge
Workshop
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27.07.2009

Drum Play-Alike – Dave Grohl Workshop

Die Dampfhammer-Grooves und Fills von Mr. Grohl zum Nachspielen

Drum Workshop mit Audio- und Notenbeispielen

Seid gegrüßt, lernwütige und mutige Trommler und Trommlerinnen! Dieser Workshop wird sich mit ein paar typischen Tricks von Dave Grohl beschäftigen, der – mal abgesehen von seiner momentanen Haupttätigkeit als FooFighters-Sänger-Gitarristen-Mastermind – schon Anfang der Neunziger Jahre als Drummer der Band Nirvana Rockgeschichte schrieb. Nachdem sich seine Punk/Hardcoreband Scream auflöste und er völlig abgebrannt in L.A. strandete, kam der wohl wichtigste Anruf seines Lebens: Ein gewisser Krist Novoselic meldete sich am anderen Ende der Leitung und fragte Dave, ob er sich vorstellen könne, für seine Band Nirvana zu spielen. Das konnte er sich sehr gut vorstellen und bald darauf gab es Nevermind für die Welt, eines der bedeutendsten Alben der Rockgeschichte (das erste Nirvana Album „Bleach“ wurde noch von Chad Channing eingetrommelt).

Doch damit das hier keine Grohl-Biographie, sondern ein Workshop wird, werde ich nur die wichtigsten Stationen und Inhalte seines trommlerischen Schaffens beleuchten. Im Workshop werde ich keine kompletten Songs analysieren und transkribieren, sondern vielmehr die Besonderheiten seines Spiels anhand von Ausschnitten verschiedener Songs darlegen.

Es geht nicht darum, nach dem Durcharbeiten möglichst viele Dave-Grohl-Songs nachtrommeln zu können. Vielmehr möchte ich hier einen Einblick in seine Trickkiste an konkreten Beispielen geben, auf deren Basis du im Proberaum eigene Ideen entwickeln kannst.

Sound und Spielweise

Dave Grohls Spiel zeichnet sich durch eine große Musikalität aus. Er versteht es sehr gut, die Songs, zu denen er spielt, zu unterstützen und ihnen die nötige Power und Modernität einzuhauchen.

Dabei bedient er sich – wie jeder große Schlagzeuger dieser Welt – aus einem Arsenal an Figuren, die er sich irgendwann einmal zurechtgelegt hat und die für ihn und die musikalischen Umgebungen, in denen er auftritt, sehr gut passen und in verschiedenen Variationen für Abwechslung sorgen. Nicht zuletzt machen genau diese wiederkehrenden Figuren seinen persönlichen Stil aus.

Den wahrscheinlich größten Einfluss auf Dave hatte John Bonham, der Drummer von Led Zeppelin, denn viele Licks, die Grohl zum Besten gibt, kann man schon auf den alten Led-Zeppelin-Platten hören. Bonham wiederum hatte auch seine Vorbilder: Keine geringeren als Gene Krupa und Buddy Rich (und wahrscheinlich mochte er auch Elvin Jones...).

Aber warum, wird sich der eine oder andere jetzt fragen, machen wir einen Grohl-Workshop, wenn der doch das gleiche Zeug spielt wie “Bonzo” Bonham oder gar Krupa und Rich?

Nun ja, ganz so ist es eben auch nicht. Zwischen den aufgezählten Drummern liegen Jahrzehnte und in dieser Zeit hat sich einiges bezüglich Hörgewohnheiten, Stilistiken und Studioarbeit getan. Während es früher noch üblich war, dass ein Studiorecording ganz natürlichen Temposchwankungen unterlag, so passiert das heute kaum noch und es herrscht ein wesentlich strikteres Timing- und Tempoverständnis (oft allein schon deswegen, weil mittlerweile viele Teile einer Produktion aus dem Computer stammen).

Eine klare Time ist auch unabdingbar bei einer Spezialität des Studio-Drummers Dave Grohl: Bei Recordings trennt er gerne einzelne Instrumentengruppen voneinander, um sie im Nachhinein besser und ohne lästige Mikrofon-Übersprechungen bearbeiten zu können. Dieses Prinzip trägt grundlegend zum Drumsound auf „Songs For The Deaf“ von den Queens Of The Stoneage bei. So hat er dort elektronische Triggerpads an Stelle der Becken montiert um die Basic-Takes ausschließlich mit Snare, Bassdrum und Toms zu spielen. Die Cymbals wurden im Anschluss als sogenanntes Overdub auf die vorhandene Schlagzeugaufnahme einzeln eingespielt. Das ist sicher kein simples Verfahren, führt aber zu einem äußerst eigenständigen Sound.

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