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08.03.2018

Die besten Gitarren-Soli - Whitesnake/John Sykes - Is this love

Die berühmtesten Gitarren-Solos zum Nachspielen - mit Noten und Tabs

Das Album "1987" der britischen Formation Whitesnake zählt sicherlich zu den schillerndsten Releases der 80er Jahre und ist mit seinen 12 Millionen verkauften Exemplaren das erfolgreichste Album der Band. Gegenüber den frühen Werken wirkt dieses Album wesentlich weniger bluesig und orientiert sich stärker am Metal-Zeitgeist, was sich schon beim Vorgänger "Slide it in" in der US-Version abzeichnete und einige alte Whitesnake Fans etwas verstörte. Dennoch ist es zum großen Teil dafür verantwortlich, dass die Band auch in Amerika zu großem Erfolg gelangte und zu einer der bedeutendsten Bands der Dekade mutierte.

 

Eine der Singles war das Stück "Is this love", das fast von Tina Turner veröffentlicht werden sollte, schließlich aber von Whitesnake doch für eigene Zwecke verwendet wurde. Da wir dem Stück "Here I go again" bereits einen Workshop gewidmet haben, kümmern wir uns heute um einen Gitarristen, der neben Coverdale sowohl kompositorisch als auch spielerisch fast alle Arbeiten auf dem Album erledigte. Die Rede ist vom britischen Ex-Thin Lizzy Gitarristen John Sykes, der auf "Is this love" für meinen Geschmack eines der schönsten Soli dieser Dekade zum Besten gibt.

Geschrieben und aufgenommen wurde das Album in den Jahren 1985 bis 1986, doch bedauerlicherweise erkrankte Coverdale und es kam vor dem Release wohl zu Streitigkeiten in der Band über Besetzungsfragen, was im Rauswurf des unterschätzten Saitenakrobaten mündete sowie im Abgang von Drummer und Bassist. Generell stand die Endphase des Albums aufgrund starker Querelen von Bandmitgliedern mit David Coverdale unter keinem guten Stern, was der Qualität jedoch keineswegs anzumerken ist.

Sykes verwendete für die Aufnahmen seine schwarze 78er Gibson Les Paul Custom mit silbern eingerahmten Dirty Fingers-Pickups. Dieses Signal lief für die Aufnahmen durch zwei Mesa Boogie Coliseum Topteile, die zwar MkIII Vorstufen besitzen, aber durch 6L6 Röhren in der Vorstufe geschickt wurden und mit 180 Watt einiges an Leistung auffuhren. Auf der Platte wurde auch mit Chorus, Reverb und Delay nicht gegeizt und nahezu alle Rhythmus-Tracks sind zigfach gedoppelt, um diesen fetten Gitarrensound zu ermöglichen. An Saiten verwendete John .10er Sätze von Ernie Ball.

Achtet beim Nachspielen genau auf Sykes Einsatz des Fingervibratos. Die erste Note wird gebendet, bleibt aber noch vibratofrei, was sehr mutig ist, denn Vibrato kann auch leicht schlechte Intonation kaschieren. Sykes zieht natürlich vollkommen selbstbewusst in die akkuraten Töne durch das ganze Solo. Ansonsten steckt eine Menge drinnen: Pedaltöne, ein schönes Em9-Arpeggio, diverse Bendings und ein schneller Abschlusslauf.

Hier ist das Original:

Playback:

Tabs:

Verwendet eine Les Paul-artige Gitarre und beginnt mit dem Hals-Pickup, schaltet aber vor dem Pedaltonlick in Takt 9 auf die Stegposition.

Da die Mesas in dieser Form nicht mehr ohne weiteres erhältlich sind, könnt ihr auch mit einem 800er Marshall dem Sound relativ nahe kommen, dem ihr z.B. einen Tubescreamer voranschaltet, ein Setup, das Sykes auch gerne nach der 1987er Zeit einsetzte. Benutzt noch etwas Chorus, Reverb und Delay, um etwas an Breite zu gewinnen.

Ein Setting könnte dann so aussehen:

Und nun viel Erfolg mit "Is this love"!

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