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11.07.2018

Die besten Bass Riffs in Tabs und Noten – Survivor: „Eye Of The Tiger“

Legendäre Bass Hit-Riffs zum Nachspielen

Die berühmtesten Bass-Riffs in Noten und Tabs

Die Bassline zu Survivors Mega-Hit ist einfach genial. Warum? Weil sie genial einfach ist! Bassist Stephen Ellis liefert hier ein Paradebeispiel für großartiges Brot-und-Butter-Bassspiel, vor dem man nur den Hut ziehen kann. Hier wird keine Note zu viel gespielt und mit minimalem Aufwand das absolute Maximum erreicht. Zudem hat Stephen Ellis in dieser Basslinie auch noch ein paar wirklich coole Tricks auf Lager, von denen man sich einiges abschauen kann.

Bevor wir tiefer eintauchen, beginnen wir kurz mit ein paar Fakten zu diesem großartigen Song: Sylvester Stallones "Rocky"-Saga war seit Ende der 70er extrem erfolgreich, und mit "Rocky III - The Eye Of Tiger" gab es 1982 den bereits dritten Teil. Den Titelsong dazu steuerten die US-Rocker von Survivor bei, die dadurch in mehreren Ländern auf Nummer 1 der Charts landeten und zu Weltruhm gelangten. Sogar für den Oscar in der Kategorie "Bester Filmsong" wurde "Eye Of The Tiger" nominiert. Dazu reichte es zwar nicht, aber immerhin gab es noch einen Grammy.

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Scheuen wir uns die wichtigsten Teile des Songs genauer an. Das Intro ist wohl ebenso bekannt wie der Song selbst. Kaum hört man die ersten vier Noten der Single-Note-Gitarre, weiß jeder, dass es sich um "Eye Of The Tiger" handelt. Nach zwei Takten steigt dann die Band mit ein und alle spielen unisono die Rhythmik des berühmten Gitarren-Riffs.

Das Intro besitzt insgesamt eine Länge von 18 Takten (ohne die zwei Takte Gitarre ganz zu Beginn). In Takt 6 und 7 haben Survivor ein kleines, aber extrem feines rhythmisches Extra eingebaut, indem sie die vormals immer gleiche Rhythmik einmal um eine Achtel nach hinten schieben. Von Takt 9 bis 18 unterlegt dann die Rhythmusgruppe mit ihrem stampfenden Groove das Riff der Gitarre.

Bassist Stephen Ellis, der auf der Rückseite des Plattencovers noch ganz stilecht mit halb gerauchter Zigarette posiert, liefert ein perfektes Beispiel für songdienliches Bassspiel. Zusammen mit dem Drummer generiert er einen unwiderstehlichen und treibenden Puls. Die Bassdrum spielt dabei alle Viertel und Stephen setzt sich mit Staccato-Noten obendrauf. Dies wird nur ganz selten unterbrochen, z.B. um im letzten Takt der Strophe mit den anderen Instrumenten in den Refrain zu führen. In diesem setzt sich der Viertelpuls fort und endet schließlich in dem markanten Sechzehntel-Break im letzten Takt, welcher auch den dynamischen Höhepunkt des Songs darstellt.

Im Takt zuvor spielen alle Instrumente inklusive des Basses die Melodie und die Rhythmik des Gesangs mit und führen so perfekt auf diesen Höhepunkt hin. Besser kann man einen Song nicht dynamisch gestalten - vom Intro über den Vers zum Refrain steigert er sich ständig, um letztlich in eben diesem Break zu enden. Danach beginnt der Aufbau mit Vers Nummer 2 von neuem.

Ein harmonisches Highlight findet sich im ersten Vers. Dieser besteht aus einer viertaktigen Akkordfolge, die im ersten Durchgang viermal wiederholt wird. Die Akkorde lauten C-Moll, Ab-Dur, Bb-Dur und wieder C-Moll. Über die ersten acht Takte spielt Stephen Ellis den Pedalton C und generiert so ein Akkordfolge mit Slashchords. Diese lautet dann C-Moll, Ab/C, Bb/C und wieder C-Moll. Das erzeugt Spannung - und somit Dynamik! In den zweiten acht Takten löst Stephen diese Spannung auf, indem er den Grundton des jeweiligen Akkords spielt. Die Wirkung ist schier genial und ein toller Kontrast zu der rhythmischen Einfachheit.

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Dem Sound nach zu urteilen, spielt Stephen Ellis einen Fender Precision Bass. Diesen bedient er mit einem Plektron und erhält auf diese Weise richtig viel Attack, was wunderbar den exakten Beginn jeder Note definiert und einen wichtigen Faktor für den Groove darstellt. Ich habe euch den Song vom Intro bis zum Ende des ersten Refrains aufgenommen. Danach folgen bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich Wiederholungen schon bekannter Teile. Die Transkription beinhaltet natürlich den kompletten Song.

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Übrigens ist die ganze Platte, die ebenfalls den Titel "Eye Of The Tiger" trägt, ein Fundus an dynamischen Rocksongs mit tollen Arrangements und beeindruckendem Satzgesang. Auch über 35 Jahre später klingt sie noch frisch. Und die Tatsache, dass meine Tochter kürzlich mit Begeisterung "Eye Of The Tiger" im Schulchor sang, zeigt, dass gute Musik einfach immer zeitlos ist und auch nach drei Jahrzehnten noch neue Fans gewinnen kann!

Bis zum nächsten Mal, euer Thomas Meinlschmidt

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