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14.09.2017

Die besten Bass Riffs in Tabs und Noten - Mother's Finest: „Don’t Wanna Come Back“ (Basssolo)

Legendäre Bass Hit-Riffs zum Nachspielen

Die berühmtesten Bass Riffs in Noten und Tabs

Vor kurzem hatten wir bereits den berühmten Song "Baby Love" der amerikanischen Funkrock-Legende Mother's Finest unter die Lupe genommen. Auf derselben Live-Scheibe wie "Baby Love" findet sich noch ein weiteres Highlight für uns Bassisten/innen: Der Song "Don't Wanna Come Back" endet mit einem wahrlich fulminanten Basssolo, welches sowohl der dynamische als auch der energetische Höhepunkt des Songs ist ‑ ein Lehrstück in Sachen Song-Dramaturgie! Das Publikum quittiert dies entsprechend mit frenetischem Jubel. Als jugendlicher Bass-Anfänger war ich damals beim Hören der Platte geradezu elektrifiziert und träumte davon, dass mir einmal ähnlicher Jubel entgegenschlagen würde. Naja, vielleicht klappt es ja nächstes Jahr!

Wyzards Solo ist schlicht und einfach genial! Er schafft es mühelos, sich perfekt in Szene zu setzen, verliert dabei aber nie den Groove und den Sound der Band aus den Augen. Ein Problem vieler Basssoli ist ja eben, dass kein anderer Bassist mitspielt, da der Tieftöner gerade mit etwas anderem beschäftigt ist. Für das Publikum fehlen dann die Bassline sowie das "Low End" im Frequenzspektrum. Das geht unweigerlich zu Lasten des Grooves!

Einige Bands kompensieren dieses Problem, indem ein anderes Instrument vorübergehend den Basspart übernimmt. Manche Bassisten solieren aber auch so, dass trotzdem noch eine Bassline und der Groove erhalten bleiben. Auch Wyzard erreicht dies mit einem einfachen Trick: Auf der Zählzeit 1 spielt er eine wiederkehrende Figur (punktierte Achtel und Sechzehntel), die dem vorangegangenem Groove ähnelt. Darauf antwortet er mit einer melodischen Idee. So bedient er sowohl den Groove, wie auch die solistischen Anteile - genial!

Die ersten acht Takte spielt Wyzard zunächst mit den Fingern und sehr melodisch (Tonmaterial ist die Bluestonleiter in A). Die zweiten acht Takte slappt er und seine Motive sind nunmehr eher rhythmisch als melodisch. Als Bindeglied zwischen beiden Teilen dient eine tolle Überleitung in den Takten sieben und acht, die fast über das ganze Griffbrett führt.

Das Ende des Solos ist ähnlich brillant und für mich nicht weniger als ein dramaturgischer Geniestreich. Hier geht es in die andere Richtung bis hoch zum Ton B im 16. Bund der G-Saite. Dann setzt die Band wieder zum prägnanten Schlussriff ein und das Publikum ist - zu Recht - aus dem Häuschen!

Jede Nuance des live und mit entsprechender Rauheit gespielten Solos lässt sich leider nicht exakt notieren. Manchmal ist etwa der Unterschied zwischen einer Dead Note und einer normalen Note nur sehr schwer zu erkennen. Meine Notation sollte aber sehr nah am Original sein.

Das Tempo ist mit ca. 116 bpm schon recht sportlich, aber auch etwas langsamer macht das Solo bereits sehr viel Spaß. Lasst euch also nicht abschrecken! Wichtige Aspekte beim Solospiel, wie motivisches Spiel oder der dramaturgische Aufbau etc., stehen hier im Vordergrund. Spieltechnik und reine Geschwindigkeit haben weniger Bedeutung.

Dem Sound nach zu urteilen, spielte Wyzard hier seinen Framus Nashville Bass. Dieser ist auch auf der "Rockpalast"-DVD aus dem Jahr 1978 zu sehen. Heute ist er meistens mit seinem rosa Preci mit zusätzlichen J-Pickup zu sehen. Ich habe für die Aufnahme einen "einfachen" Precision Bass eingesetzt.

Ich hoffe, euch begeistert Wyzards Solo genauso wie mich!

Bis zum nächsten Mal, euer Thomas Meinlschmidt

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