Workshop_Folge Workshop_Thema Bass
Workshop
7
07.09.2021

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Pearl Jam: „Alive“

Erlerne die Bassline von „Alive“ von Pearl Jam

Die berühmtesten Bass Riffs in Noten und Tabs

Ende der 1980er-/Anfang der 90er-Jahre rollte die große Grunge-Welle von Seattle aus wie eine Dampfwalze über den Planeten und verhalf dem Rock zu neuer Größe und Authentizität. Helden der ersten Stunde waren Bands wie Soundgarden, Nirvana oder Pearl Jam. Letztere brachten 1991 ihr Debütalbum "Ten" auf den Markt. Darauf befindet sich einer der Songs, die man heutzutage zu den ganz großen Hymnen des Grunge zählen muss: "Alive". Obwohl der Track sich zwar nicht zum Megaseller entwickelte, erfreut er sich dennoch enormer Beliebtheit in der Grunge-Fangemeinde. Pearl Jams Bassist Jeff Ament steuerte zu "Alive" eine höchst interessante Bassline bei, welche auch noch auf einem Fretless-Bass mit Overdrive gespielt wurde. Das sind doch für uns allemal genug Argumente, um "Alive" einmal genauer unter die Lupe zu nehmen!

Auch interessant:

Nicht nur Jazzer können gut solieren!

"Alive" - Original-Video

Wie immer schauen und hören wir zunächst in das Original-Video rein:

Auch interessant:

Die besten Rock-Patterns für Jams und Studioarbeit

"Alive" - Rhythmik

Dank des moderates Tempos von nur 76 bpm ist die Bassline generell von vielen Sechzehntelfiguren geprägt. Der Vers basiert auf einem zweitaktigen Motiv. Auf den Zählzeiten 3 und 4 lässt Jeff Ament bis auf wenige Fill-Ins schön Raum für die Melodie und die anderen Instrumente, wie z. B. die Doppelschläge der Bassdrum.

Im Chorus etabliert Jeff einen Viertelpuls, der für ordentlich Schub sorgt. Zwar variiert er hier viel und verdichtet seine Bassline vor allem im Outro stark - das Fundament bleiben jedoch stets die starken Viertelschläge.

Achtung, in der ersten Hälfte der Bridge wartet "Alive" dann noch einmal mit einem Stolperstein in Form eines 7/8-Takts auf, und in der zweiten Hälfte doppelt Jeff das synkopierte Bassdrum-Pattern auf der Zählzeit 1+, 2e und 3.

Auch interessant:

Coole Bassgrooves jenseits des 4/4-Taktes!

"Alive" - Tonmaterial

Das zweitaktige Motiv im Vers basiert auf der A-Moll-Pentatonik mit ihren Tönen A, C, D, E und G. Für Variationen nutzt Jeff hauptsächlich Wiederholungen des Grundtons bzw. der Oktave. Der Chorus setzt dann nicht nur rhythmisch, sondern auch tonal einen Gegensatz zum Vers: Jeff beschränkt sich hier komplett auf Grundton und Oktave und lenkt auf diese Weise die Aufmerksamkeit auf die Melodie des Gesangs.

Eine Besonderheit ist die auffällige Häufigkeit von Flagolett-Tönen, zum einen im Übergang zum Chorus, zum anderen in der Bridge. Diese wirken nicht "aus dem Ärmel geschüttelt" - ganz offensichtlich hat sich Jeff Ament hier richtig Gedanken gemacht, wie er mithilfe dieser kurz eingestreuten Obertöne kleine Akzente setzen kann.

Auch interessant:

"Alive" - Basssound

Das augenscheinlichste Merkmal ist natürlich der Einsatz eines Fretless-Basses, der Jeff Ament zu zahlreichen Artikulationen (wie z. B. Slides) verleitet. Da der Pearl-Jam-Bassist häufig mit einem Viersaiter der englischen Kultschmiede Wal gesehen wurde, ist davon auszugehen, dass dieser auch hier zum Einsatz kam.

Hinzu gesellen sich etwas Kompression und Overdrive - ich vermute mal, beides kommt von einem übersteuerten Röhrenamp. In euren vier Wänden lässt sich dieser Sound aber relativ problemlos mit einem Overdrive-Pedal nachbauen. Als Sahnehäubchen ist zudem ein leichter Chorus-Effekt zu hören, welcher dem Sound abermals eine Extraportion "Weite" verleiht.

Keine Angst, ihr braucht euch nicht extra einen bundlosen E-Bass zu kaufen, um "Alive" performen zu können. Ein bundierter Bass tut es auch, wobei man hier naturgemäß Abstriche bei den wunderbar klagenden Slides machen muss, die auf einem Fretless problemlos möglich sind!

Auch interessant:

"Alive" - Transkription

"Alive" ist mit fast fünf Minuten Länge vergleichsweise lang und lässt viel Platz für Improvisation, vor allem im Outro. Jede Kleinigkeit niederzuschreiben, würde die Transkription extrem lang machen. Ich habe daher nur den ersten Vers, Chorus, die Bridge, sowie ein paar Variationen des Outros für euch ausnotiert.

Von diesem Punkt an ist es dann sicherlich sinnvoller, eigene Ideen auszuprobieren und die Bassline rhythmisch mit Grundton und Oktave zu verdichten. Exemplarisch habe ich für euch den ersten Vers und Chorus aufgenommen.

Viel Spaß mit "Alive" und bis zum nächsten Mal,

euer Thomas Meinlschmidt

Verwandte Artikel

User Kommentare