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Test
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20.08.2017

Die 6 besten Software-Ampsimulationen Test

Software-Ampsimulationen von IK Multimedia, Native Instruments, Positive Grid, Universal Audio, Softube und Peavey im Vergleich.

Bei der Entwicklung virtueller Amps hat sich einiges getan. War es Anfang der 90er Jahre noch schier undenkbar, mit digitalen Mitteln auch nur in die Nähe eines Röhrenamps zu kommen, so zeigen Hersteller wie Fractal Audio, Kemper, Avid und Line6, dass die Abstände sich doch zunehmend verringern. Da auch beim Hardware-Equipment letztendlich das Rezept lautet: "Prozessorleistung trifft auf intelligente Algorithmenprogrammierung, das Ganze gewürzt mit einer Prise Impulsantwort", war es nur eine Frage der Zeit, bis die Softwarehersteller hier nachziehen konnten.

An der DAW gestaltet sich dieses Konzept als Softwarelösung nicht ganz so einfach, da die natürliche Prozessorleistung des Rechners hier dem Ampmodelling Grenzen setzen kann und auch Soundkarten unterschiedlich klingen und wandeln.
Nichtsdestotrotz schreitet auch hier die Entwicklung unaufhaltsam voran und wir wollen es uns nicht nehmen lassen, euch sechs verschiedene Ampsimulationen auf Softwarebasis vorzustellen.

Details

Diese Zusammenstellung soll übrigens nur bedingt als Vergleichstest fungieren, denn die verschiedenen Hersteller bieten oft unterschiedliche Amptypen an. Hinzu kommt, dass der Wirkungsgrad der Potis auch nicht identisch ist und mit unterschiedlichen Cabinet-Simulationen gearbeitet wird. Insofern lässt sich kein objektiver Vergleich anstellen, dennoch bemühe ich mich, halbwegs ähnliche Sound zu generieren.

Ihr hört zunächst alle Sounds einzeln in folgendem Setting, wobei ich direkt in den Input einer RME Fireface UFX gehe und auch die ziemlich neutralen Preamps dort verwende:

a) Clean - Stratocaster

b) Crunch - Telecaster

c) Mid Gain - Les Paul

d) dynamischer Anschlag - Ibanez AT100

Zum Abschluss und nachdem wir von allen Ampsimulationen einen Höreindruck gewinnen konnten, stellen wir die Gretchenfrage:

e) Wie klingt das im Mix? Hier kommt eine Gibson SG zum Einsatz.

 

1. IK Multimedia - Amplitube

Der italienische Hersteller IK Multimedia gehört wohl mit zu den ersten Firmen, die Ampsimulationen als Plugin anboten. Mittlerweile hat IK Multimedia diverse Produkte im Portfolio und einige Amps gibt es sogar einzeln. Hören wir zunächst den (fast) cleanen Sound, gespielt mit einer Fender Stratocaster über einen Tweed:

Nun geht's in die Crunch-Richtung mit einer Fender Telecaster über einen Vox:

Zum Abschluss ein Marshall 800 mit einer Les Paul für einen moderaten Rocksound:

Nun der gleiche Marshall, allerdings mit einem dynamischen Solo-Lick gespielt:

Preis (Stand August 2017):

  • Amplitube 4: 99,99 Euro
  • Amplitube Max: 399,99 Euro

www.ikmultimedia.com

2. Native Instruments - Guitar Rig

Die 1996 in Berlin gegründete Firma Native Instruments hat mit dem Guitar Rig, das mittlerweile bereits in Version 5 erhältlich ist, sicherlich einen Klassiker geschaffen. Zur Verfügung stehen 17 Amps, 54 Effekte und eine Vielzahl an Speaker-Faltungen, die hinsichtlich der Mikrofonierung variabel sind.

Almost Clean Tweed:

Crunch - Vox:

Rockrhythm - Marshall 800:

Dynapick - Marshall 800:

Preis (Stand August 2017):

  • Guitar Rig: 199,00 Euro

www.native-instruments.com

3. Positive Grid - Bias FX

Positive Grid hat sich in jüngster Zeit vor allem durch den Bias-Head als Hardwarekomponente hervorgetan, allerdings bietet der Hersteller auch das Bias FX, Bias Amp und diverse Bias Pedal-Plugins als Softwarelösung an:

Almost Clean Tweed:

Crunch - Vox:

Rockrhythm - Marshall Plexi (da in der vorliegenden Version kein 800er Marshall zur Auswahl stand, musste ich auf einen Plexi ausweichen):

Dynapick - Marshall Plexi:

Preis (Stand August 2017):

  • Bias FX Standard: 79,00 USD
  • Bias FX Pro: 179,00 USD

www.positivegrid.com

4. Universal Audio - diverse

Die Firma Universal Audio existiert bereits seit den 50er Jahren, begann aber erst nach Neugründung in den 90er Jahren auch im DAW-Sektor zu arbeiten. Das Konzept der UAD-Karten ist, dass die Prozessorleistung, die für Plugins verwendet werden muss, auf die UAD-Karte outgesourct wird, auf der sich, je nach Typ, mehrere SHARC-Prozessoren befinden. Auch wenn beim Kauf der Karten bereits einiges an Bord ist, kann man sich bestimmte Plugins bzw. Amps durch Kauf freischalten lassen. Aus diesem Grund hört ihr in dieser Rubrik im Prinzip verschiedene Plugins:

Almost Clean Tweed:

Crunch (Da im Portfolio der UA-Plugins noch kein Vox vertreten ist, musste ich hier auf den Chandler Amp ausweichen):

Rockrhythm - Marshall 800:

Dynapick - Marshall:

Preis (Stand August 2017):

  • je Amptyp: 199,00 Euro (Bundles möglich)

www.uaudio.com

5. Softube - Vintage Amp Room

Der Vintage Amp Room von Softube dürfte von den vorgestellten Plugins wohl am meisten Jahre auf dem Buckel haben, dennoch erfreut er sich nicht zuletzt aufgrund der attraktiven grafischen Aufmachung großer Beliebtheit unter den Usern.

Almost Clean Fender (Da im Vintage Amp Room kein Tweed verfügbar war, musste ich auf einen Blackface Twin ausweichen):

Crunch Vox:

Rockrhythm - Marshall 800:

Dynapick - Marshall:

Preis (Stand August 2017):

  • Vintage Amp Room Software: 219,00 USD
  • für UAD-Karte: 199,00 USD

www.softube.com

6. Peavey - Revalver 4

Der Peavey Revalver galt als eines der ersten Plugins, dem man nachsagte, dass es die Wärme und Echtheit eines Röhrenamps am authentischsten reproduzieren konnte. Dabei ist die Peavey-Software auch noch erstaunlich erschwinglich und liegt mittlerweile bereits in der 4. Revalver-Generation vor.

Almost Clean (Da im Revalver kein Tweed verfügbar war, musste ich auf einen Peavey Classic 30 ausweichen):

Crunch Vox:

Rockrhythm - Marshall 900 (in Ermangelung einer 800er Version im Revalver):

Dynapick - Marshall:

Preis (Stand August 2017):

  • ReValver 4 Producer Pack: 99,00 USD
  • Durch Bundles mit diversen Modulen erweiterbar: 4,99 USD - 21,99 USD

www.peavey.com

Zum Abschluss hört ihr nun alle sechs Emulationen in einem Mix. Die Gitarrenspuren wurde normalisiert, mit einen leichtem Reverb und einem LowCut bei 150Hz versehen, sind aber ansonsten unbearbeitet. Ein rudimentäres Mastering wurde in der Summe vollzogen, obwohl natürlich ein Produzent noch tiefer in das EQing eingreifen würde. Aber hier geht es ja nicht nur um die Frage: Wie klingt der Sound? Sondern auch: Was kann ich mit dem Sound EQ-technisch noch anstellen? Dennoch denke ich, die Beispiele sollten ausreichen, um einen grundlegenden Klangeindruck zu gewinnen.

Hier hört ihr durch die Bank Marshalls, deren Setting ihr dem Video entnehmen könnt. Als Gitarre kommt eine Gibson SG zum Einsatz.

a) Amplitube

b) Guitar Rig

c) Bias FX

d) Universal Audio (Silver Jubilee)

e) Softube Vintage Amp Room

f) Peavey Revalver

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