Bass Hersteller_Darkglass
Test
7
26.03.2014

Praxis

Der neue "Microtubes Vintage Deluxe" ist der große Bruder des "Vintage Deluxe" und baut auf der gleichen Technik auf. Deshalb verwundert es auch nicht, dass beide wirklich identisch klingen, vorausgesetzt, man lässt den EQ des neuesten Darkglass-Treters in Neutralstellung. Mithilfe des Era-Reglers kann man das grundsätzliche Voicing des Pedals justieren, auf der linken Seite des Reglerwegs verbergen sich eher vintage-artige Sounds mit satten Tiefmitten und abgesenkten Höhen, dreht man im Uhrzeigersinn, wird der Sound moderner, voluminöser und transparenter, geht grob gesagt eher in Richtung SVT. Auf dem gesamten Reglerweg tönt es sehr warm, geschmeidig und ausgewogen, so wie man es von einem guten alten Röhrenverstärker erwartet. Das Pedal klingt nie zu extrem oder nervig, selbst nicht bei starken Verzerrungen.

Auch die feine dynamische Ansprache fühlt sich so organisch an wie bei einem echten Röhrenboliden. Dabei lässt sich der Zerrgrad sehr schön mit der Anschlagshärte steuern - das hat mich schon beim Test des kleinen Bruders begeistert. Klasse finde ich auch, dass man die Microtubes Vintage Treter mit sehr niedrigem Gain fast "clean" fahren kann, was natürlich gerade bei der neuen Deluxe-Ausführung, die sich mit den ganzen Anschlussmöglichkeiten als Preamp und DI-Box empfiehlt, extrem nützlich ist. Hier leistet der Blendregler großartige Dienste, weil man, damit einfach das saubere Basssignal nach Belieben hinzumischen kann und damit den natürlichen Charakter und die Definition behält. Auf diese Art lässt sich der Bass nur leicht anwärmen und bekommt einen schönen, natürlichen Röhrencharakter.

Alleine mit den zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten von Blend-, Era- und Levelregler lassen sich erstaunlich viele erstklassige Röhrensounds mit subtiler Färbung oder bei Bedarf auch starker Verzerrung aus dem "Vintage Deluxe" locken. Der Dreiband-EQ macht ihn aber noch erheblich vielseitiger, weil die Center-Frequenzen sehr sinnvoll gewählt sind und gut zum Charakter des Pedals passen. Damit hebt sich die Deluxe-Version etwas aus der Vintage-Ecke und zeigt sich im High-Gain-Betrieb mit einem ordentlichen Mittenboost bei 1kHz deutlich aggressiver. Oder man hebt beispielsweise für einen noch wuchtigeren und transparenteren Sound Bässe und Höhen stark an. Dabei stellt man fest, dass bei all den zahllosen Möglichkeiten der EQ in jeder Situation gut und geschmackvoll klingt.

Zum Abschluss noch einige Soundbeispiele, die das Pedal im Einsatz zeigen:

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