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Test
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02.07.2019

Darkglass Microtubes 900 v2 Test

900 Watt starkes E-Bass-Topteil

Immer besser, immer mehr!

Vor drei Jahren präsentierten Darkglass Electronics mit dem Microtubes 900 ihr erstes Basstop der Öffentlichkeit und erfüllten damit einen lang gehegten Wunsch vieler Tieftöner. Der kraftvolle Class-D-Amp vereint einen cleanen Preamp mit den beiden beliebten Overdrive-Engines VMT und B3K, und gehört damit sicherlich zu den flexibelsten Topteilen, die der Markt zu bieten hat. Doug Castro, seines Zeichens Mastermind und Chef der finnischen Effekt- und Ampschmiede, wird allerdings nie müde, seine Produkte zu verbessern und verpasste dem beliebten Microtubes 900 in diesem Jahr ein ordentliches Update. Zu den wichtigsten neuen Features des Microtubes 900 v2 - also der zweiten Version - zählen ein hochwertiger Kompressor, eine komplett überarbeitete EQ-Sektion und die Ausstattung mit drei austauschbaren Boxensimulationen. Was die neue Generation des Darkglass-Tops darüber hinaus zu bieten hat, könnt ihr in diesem Test nachlesen.

Details

An der grundsätzlichen Bauform und der Optik des Amps haben die Ingenieure von Darkglass augenscheinlich nicht viel verändert. Das war ja auch nicht wirklich nötig, denn das Design des M900 ist zweifellos sehr gelungen: Das hochwertig verarbeitete Aluminiumgehäuse wirkt sehr luxuriös und hebt sich durch die abgerundeten Ecken und das gelaserte Darkglass-Logo auf der Oberseite optisch wohltuend von der Konkurrenz ab.

Aber auch unter der schicken Haube ist vieles gleichgeblieben: Darkglass setzt beim Microtubes 900 v2 weiterhin auf die Kombination eines cleanen Kanals mit einem Drive-Kanal, der die Sounds der beliebten Microtubes-Pedale B3K und VMT liefert. Am Ende der Signalkette sitzt schließlich ein kräftiges Class-D-Modul von ICEpower, das den Darkglass-Amp mit satten 900 Watt Leistung versorgt.

Mit Blick auf die Front des M900 v2 wird allerdings schnell die offensichtlichste Änderung gegenüber dem Vorgänger-Modell klar: der EQ wurde komplett überarbeitet! Anstelle der vier EQ-Potis fällt der Blick nunmehr auf sechs beleuchtete Schieberegler, die für die Klangformung des Amps zuständig sind. Es handelt sich dabei um den graphischen Sechsband-Equalizer des Darkglass Alpha-Omega-Preamps, den viele sicherlich bereits kennen und zu schätzen wissen. Dieser bietet zwei Bänder mehr als der EQ aus dem Vorgänger-Modell, und die Front des neuen Amps wirkt meiner Meinung nach durch die Schieberegler zudem wesentlich aufgeräumter und klarer - Darkglass erreicht damit also gleich Verbesserungen auf zwei Ebenen!

Auf der linken Seite der Front finden wir sämtliche Regler und Schalter für den Drive-Kanal und die Microtubes-Engines VMT und B3K. Mit dem Drive-Regler wird die Stärke der Verzerrung eingestellt und der Level-Regler bestimmt die Lautstärke des Drive-Signals. Darunter sitzt der Tone-Regler, ein variabler Low-Pass-Filter für die Klangfarbe des Zerrsounds und schließlich der Blend-Regler zur Mischung des verzerrten Signals mit dem cleanen Signal. Der Drive-Kanal des Amps wird mit einem Taster aktiviert, ein weiterer Taster steht zur Anwahl der zwei verschiedenen Micotubes-Engines VMT und B3K zur Verfügung.

Bei der Drive-Sektion bleibt also alles beim Alten, aufmerksamen Beobachtern wird aber nicht entgangen sein, dass links neben dem Drive-Poti ein Regler parkt, der beim Vorgängermodell noch nicht vorhanden war: dieser trägt die Bezeichnung "Comp" und regelt die Kompressionsstärke des neu hinzu gekommenen Kompressors.

Außer den genannten Features finden wir auf der Front des M900 v2 einen Klinkeneingang für den Bass und direkt darunter einen PAD-Schalter zur Anpassung der Empfindlichkeit an passive und aktive Bässe. Zur Ausstattung gehören natürlich auch der obligatorische Gain-Regler sowie ein Master-Regler für die Endlaustärke des Amps. Und sogar an eine Mute-Funktion zur Stummschalung aller Ausgänge hat Darkglass gedacht; der Taster sitzt direkt über dem Master-Regler.

Die Rückseite des M900 v2 ist vollgepackt mit Anschlüssen, denn auch beim Thema Konnektivität legt die zweite Generation gegenüber dem Vorgängermodell ordentlich nach. Zum Anschluss der Boxen stehen jetzt gleich zwei Speakon-Buchsen zur Verfügung, und die Mindestimpedanz kann mit einem Taster von 4 Ohm auf 2 Ohm reduziert werden. Ebenfalls verdoppelt wurde die Zahl der symmetrischen Ausgänge - denn der M900 v2 bietet zwei XLR-Buchsen: die Pre-DI-Buchse schickt das cleane Signal raus, und mit dem Post-DI-Ausgang kann der Sound mit allen Einstellungen (Gain, Distortion, EQ, Master usw.) zu einem Mischpult oder zum Audio-Interface weitergeleitet werden. Ein Groundlift-Schalter für die symmetrischen Ausgänge ist natürlich auch an Bord.

Neu ist außerdem die Möglichkeit, einen der DI-Ausgänge und den Kopfhörerausgang mit einer Boxensimulation zu belegen. Hierfür stehen drei Speicherplätze für Impulsantworten zur Verfügung, die mit dem Cab-Switch-Selector angewählt werden können. Ab Werk sind alle drei Plätze mit Impulsantworten von Darkglass belegt, via Darkglass-Suite (Software-Anbindung) können die Speicherplätze aber auch mit eigenen Impulsantworten bestückt werden.

Das Update-Feuerwerk geht allerdings noch weiter, denn Darkglass hat auf die Wünsche vieler Tieftöner reagiert und dem M900 v2 einen Kopfhörerausgang (inklusive eines gesonderten Laustärkereglers) und eine Aux-In-Minklinke zum Anschluss externer Audioquellen spendiert. Das schicke Kompakt-Top kann zukünftig also auch zu Hause für stille Übe-Sessions eingesetzt werden - ein Feature, das meiner Meinung nach eigentlich jedes kompakte Basstop bieten sollte!

Neu ist aber auch eine Midi-Buchse zum Anschluss eines Midi-Controllers, mit dem beispielsweise der Drive-Kanal aktiviert werden kann. Andere Midi-Funktionen lassen sich darüber hinaus mithilfe der Darkglass-Software programmieren. Hierfür ist logischerweise eine Verbindung mit dem Computer nötig, die mittels einer Mini-USB-Buchse auf der Rückseite des M900 v2 problemlos hergestellt werden kann.

Damit sind wir mit den neuen Features schon durch, denn die verbleibenden drei Klinkenbuchsen auf der Rückseite kennen wir bereits vom ersten M900. Zwei davon sind für den Effektweg (Send und Return) reserviert, und an die dritte wird der mitgelieferte Darkglass-Fußschalter angeschlossen. Der sogenannte "intelligent Footswitch" erlaubt das Ein- und Ausschalten der Microtubes-Engines sowie die Stummschaltung des Amps per Fernbedienung.

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