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Darkglass Alpha/Omega Test

Praxis

Wer sich schon einmal mit einem der anderen Darkglass-Pedale, z.B. dem B7K oder dem Vintage Deluxe, befasst hat – oder sogar dem B7K Ultra mit zusätzlichen Mittenfrequenzschaltern, dem wird neben den exquisiten Overdrive-Sounds vor allem auch die sehr effektive Klangregelung aufgefallen sein. Auch wenn der Darkglass Alpha/Omega im Gegensatz zu den Modellen nur drei statt vier EQ-Bänder anbietet, so sind diese doch bestens aufeinander abgestimmt und bieten somit ein hohes Potenzial für ambitionierte Soundarchitekten.
Schon vollkommen trocken ohne Hinzunahme eines der beiden Overdrivesignale liefert der EQ super Arbeit und kann schon Einiges bewirken. Dazu sei erwähnt, dass die beiden Filterschalter “Growl” und “Bite” nur auf den Overdrive-Sound wirken, nicht jedoch auf das trockene Signal.
Beginnt man nun also mittels des Blend-Reglers nach und nach mehr Effektsignal zum trockenen Basssignal hinzuzumischen, so entfaltet sich ein wahres Paradies an variablen Möglichkeiten zwischen subtilem Overdrive-Charakter, wie er sich vor allem dem Alpha-Schaltkreis entlocken lässt, bis hin zur martialischen Overdrive-Orgie mithilfe des Omega-Schaltkreises. In der Tat könnten diese beiden Verzerrungsvarianten unterschiedlicher kaum klingen. Was mir dabei positiv auffällt, sind insbesondere zwei Eigenschaften: Jedes angeschlossene Instrument behält seinen ursprünglichen Soundcharakter. Oftmals bringen Overdrive-Pedale einen sehr eigenen Sound mit sich und geben sich nahezu unbeeindruckt vom Charakter des angeschlossenen Instrumentes. Der Alpha/Omega agiert hier weitaus differenzierter, und das sogar vollkommen unabhängig vom Grad der Verzerrung.

Von subtil bis brachial wird hier alles geboten, was das Basserherz sich in Sachen Verzerrung zu wünschen vermag.
Von subtil bis brachial wird hier alles geboten, was das Basserherz sich in Sachen Verzerrung zu wünschen vermag.

Der Sound des angeschlossenen Basses bewahrt stets tonale Definition. Selbst wenn man das trockene Signal nahezu vollständig ausblendet und der Sound einem verzerrten Inferno gleicht, so verliert man niemals die tonale Ortung. Das soll heißen, der Sound bleibt stets musikalisch und driftet nie in ein undefinierbares Geräusch ab.
Auch wenn man vielleicht primär erwarten würde, dass ein Overdrive-Pedal mit zwei mischbaren Verzerrereinheiten primär zur Gestaltung infernaler Soundwolken entworfen wurde, so geht Darkglass mit dem Alpha/Omega wesentlich mehr in die Tiefe. Wirklich jeder Griff an jedem der Regler zeigt effektive Auswirkungen auf den Sound, und die Menge der Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind wirklich überaus opulent. Die gestalterischen Möglichkeiten eröffnen einfach einen infernalen Spaß beim Einsatz dieses Pedals.
Was das Pedal insbesondere ganz klar in die Oberliga transportiert, ist die zu jedem Zeitpunkt hochwertige Klanggüte, die sich auch bei noch so radikalen Verzerrungen in großer Nebengeräuscharmut zeigt – und natürlich auch in der bereits angesprochenen Treue zum Soundcharakter des angeschlossenen Basses.
Angesichts der wirklich überwältigend vielen Soundmöglichkeiten muss ich Darkglass im Nachhinein attestieren, dass es durchaus eine gute Wahl war, den EQ auf lediglich drei Bänder zu beschränken, denn irgendwann kann es eben auch einfach zu viel des Guten werden.

Nachfolgend präsentiere ich euch einige Soundbeispiele, anhand derer ihr euch einen guten Eindruck in die Vielseitigkeit des Pedals machen könnt.

Audio Samples
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Aggressives Plektrumspiel (Fender Jazz Bass), Bypass Alpha, Growl: off, Bite: off Omega, Growl: off, Bite: off Alpha, Growl: on, Bite: on Omega, Growl: on, Bite: on Alpha/Omega-Mix, Growl: off, Bite: off

Die Dreiband-Klangregelung vermag den Sound in jedgliche erdenkliche Richtung zu formen, vor allem sind hier auch problemlos sehr voluminöse Sounds möglich, deren Palette durch Hinzuschalten des Growl-Kippschalters noch zusätzlich erweitert wird. Die folgenden Soundbeispiele zeigt die Wirkung des Growl-Schalters bei einem gemäßigten Overdrive-Sound:

Audio Samples
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Growl im Omega-Mode (Fodera Monarch Standard), Bypass Omega ohne Growl: Growl: off, Bite: off Omega mit Growl: Growl on, Bite: off

Mein einziger Kritikpunkt betrifft die beiden Kippschalter Growl und Bite, die ziemlich eingeengt zwischen den Potis der oberen Reglerreihe sitzen. Selbst noch so spitzfingerige Kollegen dürften hier keine Chance haben, “mal eben” die Schalter zu betätigen, ohne gleichzeitig benachbarte Potis zu verstellen. Das ist ein Kritikpunkt, der auch auf andere Darkglass-Modelle zutrifft, der aber offensichtlich nicht genügend Bassisten zu stören scheint, um das Design entsprechend zu modifizieren. Ehrlich gesagt stört es mich auch nicht massiv, aber es stellt sich die Frage, ob es hier nicht auch eine etwas souveränere Lösung gäbe.

Hier noch einige weitere Soundbeispiele (die aus dem Video, eingespielt mit einem Fender Jazz Bass):

Audio Samples
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Bypass Alpha, Growl: off, Bite: on Alpha, Growl: off, Bite: on Omega, Growl: off, Bite: on Alpha/Omega-Mix, Growl: off, Bite: on

Und hier noch einige ungewöhnlichere Klangbeispiele. Wir ihr hören könnt, hatte ich wirklich Spaß mit diesem tollen Pedal!

Audio Samples
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Slapping Leicht angezerrtes Akkordspiel Synthie-Sound Angezerrter Sound links, voller Overdrive rechts (zusätzlich mit Chorus)
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