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Test
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06.02.2019

Crazy Tube Circuits Stoned Hz V2 Test

Modulations-Effektpedal für E-Gitarre

Modulationsmaschine

Das Crazy Tube Circuits Stoned Hz V2 ist ein analoges Modulations-Pedal, das Anleihen an die Synthesizer-Welt macht und extreme Möglichkeiten verspricht. Die griechische Boutique-Effektmanufaktur mit Sitz in Athen bewegt sich mit ihren Produkten teilweise etwas abseits eingetretener Mainstream-Pfade, was auch unser Testkandidat beweist. Der moduliert nicht nur selbst, sondern stellt sogar CV Ein- und Ausgänge zur Verfügung, über die der Stoned Hz V2 mit Synthesizern, Sequenzern oder Drumcomputern kommunizieren kann.

Allerdings soll uns das heute weniger interessieren - vielmehr möchten wir herausfinden, was das Pedal ganz klassisch in Kombination mit unseren geliebten sechs Saiten zu leisten vermag, denn es soll laut Hersteller in der Lage sein, neben ausgefallenen und bei Bedarf exotischen Klangverbiegungen auch die traditionelle Abteilung mit Flanger, Chorus, Vibrato, Tremolo und Leslie-Sounds zu bedienen.

Details

Das 118,5 x 93 x 53 mm große und 408 Gramm wiegende Metallgehäuse wurde weiß lackiert und macht einen sehr robusten und gleichzeitig hochwertigen Eindruck. Gefertigt werden die Crazy Tube Circuits Pedale von Hand in Griechenland und werden anschließend in einem Karton sicher verpackt in die Welt verschickt. Außer dem Pedal finden sich darin auch vier kleine Gummifüßchen, die bei Bedarf an die Unterseite geklebt werden können, sowie eine Bedienungsanleitung, die auch auf der Herstellerwebsite zum Download bereitsteht.

Das Stoned Hz Pedal verarbeitet "nur" ein Monosignal, dementsprechend befinden sich rechts und links an der Gehäuseseite auch nur eine Ein- und eine Ausgangsbuchse. Da Batteriebetrieb nicht vorgesehen ist, wartet links am Gehäuse eine Netzteilbuchse auf 9-12 Volt Gleichstrom. Rechts ist zudem ein Expression-Pedal-Anschluss zu finden, mit dem sich die Rate des LFOs steuern lässt. Dazu aber später mehr.

Optisch setzt sich das Stoned Hz V2 deutlich von seinen Mitbewerbern ab und wirkt aufgrund seiner weißen Lackierung edel. Die auf der Oberseite in einem knalligen Pink aufgebrachte Schrift lässt sich mühelos ablesen, was ein echter Vorteil ist, da sich hier auf der Bedienoberfläche doch einige Regler, Schalter und Buchsen tummeln, die eine klare Struktur und Übersicht brauchen.

Wie eingangs erwähnt, ist der Signalpfad analog ausgeführt, wobei ein MN3207 BBD Chip zusammen mit einem Optokoppler eine ganze Menge Eingriffsmöglichkeiten bietet. Zusätzlich steuert ein LFO Rechteck-, Dreieck- und Sinuswellen, die zusätzlich auch verzerrt werden können. Eine Lautstärke-Modulation lässt sich separat oder zusammen mit einer Phasen- und Tonhöhen-Modulation betreiben. In der zum heutigen Test vorliegenden Version 2 stehen zusätzlich ein Ringmodulator und vier CV Ein- und Ausgänge bereit, die, wie eingangs erwähnt, ein Synchronisieren mit Synthies, Drumcomputern und Sequenzern ermöglichen.

Schauen wir uns die Bedienelemente einmal etwas genauer an:

Los geht es in der oberen Reihe mit dem Volume-Regler, einem Master-Volume, das die Lautstärke des Pedals bestimmt.

Der Mod-Regler wählt zwischen Phasing, Flanger, Chorus und Vibrato.

Es folgt der Mod-Depth-Regler, der die Intensität der Phasen- und Tonhöhen-Modulation justiert.

Mit dem Feedback-Regler wird bestimmt, welcher Anteil des modulierten Signals zurück in den Input geführt wird.

In der Reihe darunter befindet sich der Speed Regler, der die Geschwindigkeit des LFOs festlegt. Ganz aufgedreht liefert das Pedal einen Ringmodulator-Sound.

W.D. (Wave Distortion) bestimmt die Verzerrung der LFO-Wellenform.

Und last, but not least ist auch ein Trem-Depth-Poti zu finden, mit dem die Intensität des Tremoloeffekts eingestellt wird.

Links neben dem Speed-Regler warten zwei Kippschalter, wobei der linke mit Ring und Tap die Arbeitsweise des linken Fußschalters bestimmt. Der lässt je nach Schalterstellung das Tappen der LFO-Geschwindigkeit zu, er kann aber auch gedrückt gehalten werden und aktiviert dann einen Ringmodulator. Der rechte Kippschalter wählt unter den drei LFO-Wellenformen Rechteck, Dreieck und Sinus.

Nur kurz möchte ich auf die vier CV Ein- und Ausgangsbuchsen eingehen, da ich in diesem Test keinen Gebrauch von ihnen machen werde. Über den Clk Out werden 0-5 Volt Taktsignale gesendet, mit denen Synth-Oszillatoren, Drumcomputer etc. synchronisiert werden können. Dementsprechend empfängt der Clk In 0-5 Volt Taktsignale zur Angleichung der LFO-Rate. Auch W.D. empfängt 0-5 Volt LFO-Signale, um die Wave-Distortion zu modulieren. Und schließlich empfängt Rate ebenfalls 0-5 Volt LFO-Signale zur Modulation der LFO-Rate.

Das allerdings nur am Rande, denn bei unserem heutigen Test soll das Pedal ganz herkömmlich mit einer Gitarre und einem Verstärker verwendet werden, die nun mal keine CV In- und Outputs besitzen.

Das Pedal besitzt natürlich einen True-Bypass, in den der rechte Fußschalter das Pedal mit einem Tritt versetzt. Das Stoned Hz V2 ist ausgesprochen hochwertig gefertigt und sollte auch stärkeren Belastungen problemlos und dauerhaft standhalten.

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