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Plugin Alliance bx_oberhausen Test

Praxis

Der Softsynth klingt fantastisch. Egal, ob man Presets nimmt oder selbst einen Sound baut, alles schwebt und wabert. Dieses Instrument klingt teuer. Über den Preset-Browser wählt man, wie man es aus anderen Plugins kennt, aus verschiedenen Kategorien wie Typ, Autor oder Bank einen der 354 Sounds aus. Einen kleines Manko, wie ich es bereits beim Test von Parallels von Softube erlebt habe, ist, dass einige der Presets extrem laut sind und beim schlichten Anwählen übersteuern.

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Brainworx_bx_oberhausen_06_GenerateArpSwing.wav Brainworx_bx_oberhausen_07_BypassBass.wav Brainworx_bx_oberhausen_08_Unisonbass.wav

Selbst ist der Synth

Will man selbst Hand anlegen, ist der Bx_oberhausen ein Synth, der an der Oberfläche recht einfach gestrickt wirkt, es unter der Haube aber in sich hat. Für kurze Irritation sorgt der Mixer, was aber nicht an Brainworx, sondern am alten Design des SEM liegt. Auf der rechten Seite lassen sich für VCO1 und VCO2 jeweils die Lautstärken einstellen, entweder links als Saw-Wave oder rechts als Square-Wave.

Die Kalibrierung beider Potis führt dazu, dass bis ca. 60% Lautstärke fast nichts zu hören ist und der Pegel dann plötzlich sprunghaft ansteigt. Das kann aber auch an der Bauart des Originals liegen. Welle gewählt, Tonhöhe eingestellt, leichte Schwebung dazu, etwas Pulsewidth-Modulation und schon klingt es wie eine der größten 80er-Synth-Flächen. Über die „Spread“-Regler geht gerade auf Kopfhörern noch mehr die Sonne auf. Wenn ihr dann den Filter leicht zu macht (vorbildlich: die Cut-off-Frequenz wird angezeigt), wird es cremig weich und die Reise ins Synthwave-Universum kann beginnen. Brainworx_bx_oberhausen_05_Arp.jpg
Die Arpeggiator-Geschwindigkeit hat drei Bereiche. Normale Notenwerte, Triolen und punktierte. Dazu gibt es den Swing-Regler.

Bisher unerwähnt ist die Unison-Engine geblieben. Bx_oberhausen kann bis zu 32 Stimmen gleichzeitig erzeugen. Aktiviert ihr die Unison-Engine unten links und reißt den Voices-Parameter voll auf, wird es gigantisch – allerdings auch für eure CPU. Auf dem Testrechner (MacbookPro 2016, Intel Core i7 2,5Ghz (quad-core), 16 GB Ram, 512 GB SSD) sprang die CPU-Auslastung in Ableton Live 10 auf knapp 80 Prozent und blieb dort auch. Bei 32 Stimmen auch verständlich.

Aktiviert man dazu noch den TMT-Parameter, der basierend auf Brainworx‘ Tolerance-Modeling-Technology die Stimmen und Modulationen pro Stimme leicht variiert, wird es entweder schön schwammig oder schrecklich chaotisch. Hat man sehr tiefe Modulation laufen, beispielsweise eine sehr starke Cut-off-Modulation durch LFO2, startet dieser bei allen 32 Stimmen leicht verschieden. Das klingt schnell chaotisch. 

Audio Samples
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09. Bass-Sound im Bx_oberhausen 10. Bass-Sound im SEM V2
 11. Pad-Sound im Bx_oberhausen 12. Pad-Sound im SEM V2

Battle of the SEMs

Zwar gibt es sehr viele solcher SEM-Plugin-Ausführungen, als ernstzunehmender Konkurrent kommt aber am ehesten der SEM V II von Arturia in Frage. Soundtechnisch gibt es hier mit dem Bx_oberhausen einen ganz klaren Gewinner. Arturias Version klingt dünner, spitzer und digitaler als das Plugin von Brainworx. Was die Zusatzfunktionen betrifft, bringen beide sehr verschiedene Ideen mit. 
Fotostrecke: 4 Bilder Ein Basssound im Bx_oberhausen, mit relativ deutlicher Filterhüllkurve, damit der Charakter des Filters gut hörbar ist.

Die von Brainworx habe ich bereits ausführlich dargestellt, deshalb hier die von Arturia: Am Master-Output gibt es einen Softclipper, Effekte gibt es drei und man hat eine Funktion hinzugefügt, die man vom u-he Diva in ähnlicher Form kennt: einen 8-Voice-Programmer. Hier kann man für verschiedene Parameter Varianzen bestimmen, sodass die gleiche Note bei jedem Anschlag im Klang immer etwas variiert.

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