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Test
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23.01.2012

Boss ODB-3 Test

Bass-Verzerrer

Hey Boss, ich brauch' mehr Gain!

Lange vor dem ODB-3 startete Boss mit dem Verzerrerpedal OD-1 Overdrive 1977 eine enorme Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält. Über 10 Millionen Effektpedale wurden seitdem weltweit verkauft! Wer einmal die Gelegenheit hatte, auf der Musikmesse in Frankfurt den Boss-Stand zu besuchen, der wird mit heiterer Bewunderung vor der bunten Wand gestanden haben, die alle Pedale der Firmengeschichte in einer Tretminencollage präsentiert. Wie gut das Design bereits damals war, zeigt sich daran, dass man an der Basis des Gehäuses aller Boss Compact-Pedale nie etwas geändert hat. So passen auch heute noch die über 30 Jahre alten Urväter genau so gut in moderne Pedalboards wie alle ihre aktuellen Nachfolger. 

Waren die frühen Boss-Treter vorrangig den Gitarristen gewidmet und wurden gerne von Bassisten „missbraucht“, werden mittlerweile auch die Tieftöner mit Pedalen beglückt, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Dass ein Bass nicht zwangsläufig clean zu klingen hat, wussten schon alle Bassisten der 60er und 70er Jahre. Dass er verzerrt, ist ein normales Begleitphänomen von Röhrenverstärkern bei hoher Lautstärke. Erst mit dem Aufkommen von Transistorverstärkern und den späteren Digitfalendstufen gab es die Möglichkeit, den Bass 100% clean und gleichzeitig sehr laut wiederzugeben. In den 80ern und 90ern veränderte diese Eigenschaft die Ästhetik des Bass-Sounds – er musste vorrangig sauber, attackreich und tief sein. Je mehr sich allerdings der Crossover emanzipierte und das Mischen unterschiedlicher Musikstile den eigenen Stil bestimmte, desto öfter kam auch wieder der Wunsch nach verzerrten Bass-Sounds auf. Jetzt allerdings nicht mehr als Dauerzustand mangels technischer Machbarkeit wie in vergangenen Tagen, sondern als jederzeit abrufbarer Effekt. Und diesem Wunsch entsprach die Industrie bald mit diversen Overdrive-Pedalen. Und die sind längst nicht mehr Alleinvertreter für den Heavy Metal-Bereich, sondern können ihre Wandlungsfähigkeit durchaus in verschiedenen Stilrichtungen unter Beweis stellen.

Wie steht es also um den Boss ODB-3, der speziell für den Bass entwickelt wurde?

DETAILS

In prallem Gelb-Schwarz wirkt das Gerät wie einem Bienenschwarm entsprungen und seine Signalwirkung auf der Bühne ist ihm gewiss - übersehen wird man diesen Treter jedenfalls kaum. Das Gehäuse entspricht dem aller Vertreter der Compact-Serie: Mono-Eingangsbuchse rechts, Ausgangsbuchse links, Buchse für den Netzadapter an der Front, Batteriefach unter der aufklappbaren Schaltfläche.

Die vier Regler auf der Oberseite für Level (für die Gesamtlautstärke), EQ (ein Twin-Poti für Höhen und Bässe), Balance (für das Verhältnis zwischen Effekt- und Cleansound) und Gain (für den Grad der Verzerrung) bedienen also fünf Funktionen. Zum Austausch der Batterie löst man per Hand eine Schraube am hinteren Teil des Schalterpedals. Dann lässt sich die Schaltfläche hochklappen und gewährt Zugang zum Batteriefach und der Standard-Batterieklemme für ein 9V-Block-Kraftwerk. Optional kann das Pedal auch mit Netzteil betrieben werden.

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