Gitarre Hersteller_Boss
Test
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21.12.2017

Praxis

Sound/Bedienung

Ich platziere ein AKG C 414 vor dem kleinen Amp und führe das Signal unbearbeitet von meinem alten Telefunken Mic Pre in Richtung Wandler. Als Gitarre verwende ich für die ersten Beispiele eine Fender Telecaster.

Los geht es mit dem Clean-Kanal und der Mittelstellung der Tele.

Der kleine Amp erzeugt einen satten, cleanen Sound, der definitiv größer klingt, als ich es von ihm erwartet habe. Trotz der geringen Abmessungen ertönt ein satter Bass und es geht recht dynamisch ans Werk. Aber auch das Delay macht einen ersten guten Eindruck, denn es spielt sich keineswegs in den Vordergrund und besitzt eine gewisse Vintage-Note.

Es folgt ein Beispiel mit dem Steg-Pickup der Gitarre.

Der charakteristische Twang des Tele Steg-Pickups ist deutlich zu vernehmen und kommt mit einer wohldosierten Direktheit aus dem Speaker. Somit ist der Amp in der Lage, auf die verschiedenen Pickup-Positionen zu reagieren und gibt diese entsprechend an die Aussenwelt weiter.

Ich drehe nun den Gain-Regler des Amps ganz auf und möchte herausfinden, ob ich dem cleanen Kanal eine Verzerrung entlocken kann. Ich verwende auch hier den Steg-Pickup der Telecaster.

Die Frage kann mit einem klaren Ja beantwortet werden, der Katana zerrt auch im cleanen Kanal. Und wie! Heraus kommt ein dreckiger, leicht kehliger Crunchsound mit britischen Anleihen.

Weiter geht es mit dem Crunch-Kanal, dabei drehe ich den Gain-Regler in die Mittelstellung und spiele weiterhin die Telecaster. Bei dieser Reglerstellung knüpft der Crunch-Kanal, was den Zerr anbetrifft, dort an, wo der cleane Kanal mit aufgerissenem Gain-Regler aufhört.

Mir gefällt der Sound ausgesprochen gut, denn er besitzt genügend "Schmutz" und harmoniert prächtig mit der Telecaster. In Kombination kommt auch hier der kehlige Klang mit britischer Prägung aus dem Speaker. Auffällig ist auch der klar definierte Anschlag, der für Kontour sorgt.

Wie der Amp mit ganz aufgedrehtem Gain klingt, lässt sich im nächsten Beispiel heraushören.

Trotz des hohen Gains bleibt der Klang klar definiert und sorgt mit dem nötigen Biss für Durchsetzungskraft, ohne dabei harsch zu klingen.

Für die folgenden Beispiele verwende ich nun eine mit Humbuckern bestückte Music Man Reflex und belasse den Gain-Regler des Crunch-Kanals in der Maximalstellung.

Heraus kommt ein fetter Rocksound, der sich breitbeinig in Szene setzt und sich auch mit Humbuckern gespielt akzentuiert darstellt, was an den klar dargestellten Attacks liegt. Der Amp klingt nach wie vor wesentlich größer, als er tatsächlich ist, und kann auch mit einem Mikrofon abgenommen im Studio überzeugen.

Ich schalte nun in den Brown Kanal des kleinen Amps und drehe den Gain-Regler pro Beispiel von 9 Uhr auf 12 Uhr, dann auf 15 Uhr und im letzte Audiofile in die Maximalstellung.

Hier geht's schon in der 9-Uhr-Position des Gain-Reglers zur Sache und bei höheren Gain-Settings verdichtet sich der Sound erwartungsgemäß. Das macht sich gerade bei abgedämpften Noten bemerkbar, hier pumpt der kleine Katana, was das Zeug hält. Und das meine ich durchweg positiv. Freunde des harten Rock oder Metal dürften hier voll auf ihre Kosten kommen.

Ein Solo-Beispiel darf natürlich auch nicht fehlen. Dazu drehe ich den Gain auf 15 Uhr. In der ersten Hälfte verwende ich den Steg-Humbucker, im zweiten Durchgang dann den Kollegen am Hals.

Der Amp liefert einen fetten, tragenden Leadsound mit ausreichend Gain. Dabei treten die Attacks schön definiert hervor und gehen nicht in einem Soundbrei unter.

Obwohl ich das Delay bei allen Audiofiles verwendet habe, spiele ich es in den folgenden drei Beispielen gesondert an. Im ersten Beispiel ist der Time-Regler auf Minimum gedreht, im zweiten zeigt er auf 12 Uhr, im letzten Beispiel dann auf den Maximalwert. In allen drei Beispielen habe ich den Level-Regler ganz nach rechts gedreht.

In allen Positionen des Time-Reglers liefert das Delay überzeugende Resultate und gefällt mit seiner Vintage-Note. Dank des Level-Reglers lässt sich der Effektanteil mit dem Grundsound mischen.

Im letzten Beispiel habe ich das frequenzkorrigierte Signal aufgenommenen.

Auch dieser Klang kann überzeugen, denn der Amp liefert am Kopfhörerausgang einen recht ausgewogenen und dynamischen Sound, mit dem es sich sehr gut arbeiten lässt.

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