Gitarre
Test
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11.08.2017

Praxis

Für den Praxistest gibt es folgenden Versuchsaufbau: Ich habe meinen Kemper Profiler über den Monitor Output an die Spark Box angeschlossen. Der Equalizer dieses Ausgangs ist neutral eingestellt, damit ich auch direkte Vergleichsmöglichkeiten zu den anderen Boxen und zu meinem Referenz-Sound aus den Abhörboxen der Regie (Genelec 8050A) habe. Die Box wurde anschließend mit unterschiedlichen Amp-Profilen und Gitarren getestet. Eigentlich hätte ich euch gerne einen amtlichen Audiovergleich wie beim Speaker-Test oder dem Pickup-Marathon geliefert, aber das ist aufgrund der unterschiedlichen Lautsprecher-Konstruktionen und Konstellationen leider nicht ohne Weiteres mit identischer Mikrofonierung einzufangen. Deshalb gibt es "nur" Worte. Bei den Profilen waren verschiedene Amps (Fender, Divided by 13, Dumble, Vox, Marshall, Mesa Boogie) aus dem Angebot von Michael Britt und das Friedman Profil aus dem bonedo Audio-Vergleich am Start. Außerdem habe ich den Einsatz mit Akustik Gitarre (Nylon & Steelstring) getestet, auch über den Profiler, allerdings mit dem Profil einer Reddi Tube DI, das Kollege Oliver Poschmann für einen bonedo Bass-Test erstellt hat und das auch ausgesprochen gut mit der Akustik-Gitarre funktioniert.

Frequenzgang - Vergleich mit Studio-Speaker

Meine Sounds stelle ich immer über die Lautsprecher im Regieraum meines Studios ein. Die kenne ich und habe damit auch bisher durch die Bank gute Erfahrung gemacht plus positiver Rückmeldung von Tontechnikern im Bühneneinsatz. Deshalb sollte der Frequenzgang der Lautsprecherbox für das Monitoring auf der Bühne möglichst nicht allzu stark von diesem Klangbild abweichen. Bei der Spark sieht das gut aus und hört sich vor allem auch gut an. Der Sound ist im Frequenzgang sehr nahe an dem Klang, der aus den Genelecs kommt - die Bezeichnung FRFR trägt die Box also absolut zu Recht. Trotz 10-Zoll-Lautsprecher ist das Bassfundament beachtlich, es klingt satt, aber immer noch aufgeräumt. Ich habe den Bassbereich mit einem High-Gain-Profil (Rectifier) mit Baritongitarre auf Drop A getestet, die Anschläge sind sehr gut zu hören und Wummern gibt es ebenfalls keines.

Wiedergabe von unterschiedlichen Amp-Sounds

Durch den sehr guten Frequenzgang ist die Box recht universell einsetzbar, was die Amp-Simulationen bzw. Amp-Profile betrifft. Am besten haben mir hier die klassischen Amp-Modelle (Fender, Vox, Marshall, etc.) gefallen bzw. Amps, die eher an einem Vintage-Sound orientiert sind. Moderne Heavy-Sounds kommen selbstverständlich auch sehr gut, aber die Schokoladenseite der Spark liegt für mich eher in der Übertragung von Amp-Modellen mit einem warmen Mittenbereich und etwas weicheren Höhen.

Sound mit Akustikgitarre

Die Spark Box hat ausreichend Luft nach oben und überträgt Frequenzen bis 25 kHz. Daher funktioniert das auch sehr gut mit Akustikgitarren, egal, ob Steel-String oder Nylon. Alles klingt sehr aufgeräumt, auch Akkorde über sechs Saiten werden sehr definiert wiedergegeben.

Schalldruck - Abstrahlverhalten - Rauschen

Ab einer gewissen Lautstärke komprimiert die Endstufe leicht, was sich sehr angenehm beispielsweise bei Cleansounds in Richtung Fender/Vox zeigt und sich in einem sehr guten Spielgefühl manifestiert. Auch die interne Frequenzweiche ist bestens eingestellt, der Ton strahlt breit ab und im Monobetrieb hat man überhaupt nicht das Gefühl, dass hier vier Lautsprecher am Werkeln sind. Der Sound kommt extrem kompakt aus der Box und die Frequenzbereiche klingen sehr aufgeräumt und klar. Das Grundrauschen ist absolut minimal.

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