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Bitwig Studio 3.3 Beta Test

Praxis

Timestreching, Clipfades und Project Sections – Bitwig Studio 3.3 mit Worklflowverbesserungen

Timestretching – also das Verändern der Länge von Audio- oder MIDI-Clips in der Timeline (samt Inhalt – also der Geschwindigkeit) war ein lange von der Community gewünschtes Feature. Mit gehaltener ALT-Taste verwandelt sich nun in Version 3.3 der Mauszeiger am Anfang und Ende der oberen Ränder von Clips in das Stretch-Werkzeug, das nun die Dauer und damit Geschwindigkeit des Inhalts relativ zum Songtempo verändert. Im Arbeitsalltag ist diese Funktion sehr praktisch und hat viele Anwendungsfelder. Falls beispielsweise ein viertaktiges Loop von Bitwig nicht ganz auf das Songtempo angepasst wurde und im Raster dreieinhalb Takte lang ist, ist das mit dem neuen Werkzeug nun ein Leichtes, das zu ändern.

Fotostrecke: 3 Bilder Bei gehaltener ALT-Taste lässt sich am Anfang und Ende eines Clips jeweils im oberen Eckenbereich das Timestretching-Werkzeug benutzen.

Bei den Fade-ins eines Audioclips haben sich die Bitwigger etwas ziemlich Geniales einfallen lassen, um zu verhindern, dass ein Fade-in erst so knapp vor dem Transienten eines Drumsamples ansetzt, dass es diesen beeinflusst. Gesetzt den Fall, dass das Sample etwas Vorlauf hat, bis der Transient abspielt, kann man dieses nun wie gewohnt direkt am Transienten schneiden. Der Fade-in kann nun quasi im bereits abgeschnittenen Teil beginnen und wird nicht, weil man etwa zu knapp geschnitten hat, in den Transienten faden und ihn damit abdämpfen. Klingt kompliziert, hilft im Samplingalltag aber ungemein. Dazu lässt sich nun der Clip-Gain in Clips am oberen Rand direkt per Maus einstellen und man muss nicht mehr im Inspector nach der Gain-Einstellung suchen.

Fotostrecke: 2 Bilder Hat man mehrere Audioclips angewählt und möchte deren Lautstärke gleichzeitig und im Verhältnis ändern, geht dies nur in der Gain-Anzeige des Infobereichs.

The Grid – neue Module und neues bei Modulen

Zwei neue Modulatoren und acht The Grid Module sind neu. Bei den Modulatoren ist Ramp vor allem in Verbindung mit dem Wavetabe-Oszillator ein sehr praktisches Modul. So „fährt“ man sägezahnwellenähnlich einmal durch das Wavetable und muss sich nicht mit der richtigen Einstellung einer Hüllkurve oder eines LFOs herumschlagen. Geschwindigkeit, Loop-Modus und Verlauf lassen sich im Modul einstellen. Dazu kommt der Vibrato-Modulator, ein laut Bitwig besonders musikalischer LFO, der gerade durch die Möglichkeit, die Modulationswelle zu verzögern und langsam einzufaden, eine ganz eigene Charakteristik bei Modulationen bekommt. Vibrato ist bereits standardmäßig in jeder neuen Polymer-Instanz aktiviert und mit dem „Pitch“-Verbunden. Modwheel hoch, Vibrato, go!

Fotostrecke: 3 Bilder Der Vibrato-Modulator ist in Polymer voreingestellt. Beim Ramp-Modulator lässt sich neben der „Rampenzeit“ noch bestimmen, ob die Bewegung geloopt wird oder nicht.

Eine grundsätzliche Neuerung bei allen Modulatoren ist die Möglichkeit, den Verlauf einer Modulation im Inspector von einer einzigen linearen in sechs weitere umzuändern. Wird zum Beispiel die Lautstärke eines Synthesizers mit einem LFO-Modulator bewegt, so kann diese Bewegung von gleichmäßig auf und ab (linear) zu exponentiell verändert werden. Bei den acht neuen The-Grid-Modulen sind unter anderem ein Sub-Oszillator für ordentlich Bassanteil, ein Panning-Modul sowie ein Phasensplitter hinzugekommen. Letzterer kann ein Phasensignal auf mehrere Ausgänge aufsplitten. Der Spielplatz The Grid ist somit bei sage und schreibe 173 Modulen angekommen.

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