Software
Test
10
11.08.2018

Fazit
(4 / 5)

Bitwig 2.4 platzt aus allen Nähten an Ideen, Verbesserungen und dem Andersmachenwollen. Viele Funktionen rufen ein ständiges „Endlich“ und „Warum macht das nicht [insert Lieblings-DAW] auch?“ hervor. Man merkt der DAW an, dass ihre Macher aus der Ableton-Live-Design-Schule kommen, die blockartigen Module und Bereiche sprechen eine ähnliche Sprache. Mit dem neuen Sampler, Phase-4, den Timestretching-Algorithmen und vielen kleinen Verbesserungen ist Bitwig Studio einen großen Schritt gegangen. Die neuen Instrumente erweitern die Sound- und Bearbeitungsmöglichkeiten noch einmal erheblich. Trotz Nischen-Publikum müssen sich die Berliner aber auch den direkten Vergleich zu den Großen gefallen lassen. Und da hakt es noch etwas. Das Handbuch führt viele neue Funktionen kaum oder nur in zwei Sätzen beschrieben auf, hat in der deutschen Version viele Textstellen, die nicht aus dem Englischen übersetzt sind und wirkt insgesamt recht stückhaft zusammengeschustert. Einige Funktionen der „Großen“ vermisste ich schmerzlich: In der Library gibt es für die Synth- und Sampler-Presets keine Vorhörfunktion, eine DER Erleichterungen in Ableton, die mittlerweile sogar Native Instruments in ihrem Komplete-Kontrol-Modul eingeführt hat. Auch die nicht vorhandene AU-Schnittstelle auf Mac-System kann zu Problemen führen. Auch das „MIDI-Note-Chasing“, das es mindestens in Ableton Live 10 und Logic Pro-X gibt, fehlt. Damit muss man beim Abspielen von MIDI-Clips mit sehr lang klingenden Noten nicht immer vom Anfang des Clips starten, um sie zu hören. Bitwig Studio 2.4 wendet sich tendenziell eher an fortgeschrittene Benutzer, die mehr in die Tiefe des Sounddesigns gehen wollen, oder die User am ganz anderen Ende, die mit ihrer DAW nicht mehr zufrieden sind. Das Programm macht vieles richtig und vieles gut, hat aber an einigen Stellen noch etwas Entwurfscharakter. Update-Tempo und Menge der Erneuerung zeigen aber, dass das den Machern bewusst ist. Wir sind gespannt.

  • Pro
  • Vielzahl an neuen, hervorragend klingenden Timestretch-Modi
  • Mächtiger Sound des Phase-4 Synth
  • Sampler ist einfach zu bedienen
  • Ableton Link zum gemeinsamem Jammen
  • Contra
  • Deutsches Handbuch teilweise nicht übersetzt, Devices fehlen
  • Kein AU- und AAX-Support
  • Keine Vorhörfunktion für die Synthesizer-Presets
  • Tonhöhenerkennung im Sampler nicht bei mehreren Samples gleichzeitig möglich
  • Features
  • plattformübergreifende DAW (Windows, OS X, Linux)
  • Sequenzer zum linearen Arrangieren
  • Clip-Mode zum nicht-linearen Songaufbau
  • volle Multi-Core- und Multi-Prozessor-Unterstützung
  • VST3 Support
  • Device Nesting: Instrumente zu multi-timbralen Layern verbinden
  • integrierte 32/64-Bit-Plug-in-Bridge
  • Sandbox als Plug-in-Crash-Schutz
  • Neue Time-Stretching-Technologie Elastique Pro
  • Multi-Display-Unterstützung für bis zu drei Bildschirme
  • unbegrenzte Audio-, MIDI- und Effekt-Spuren
  • 30 Modulatoren zum Modulieren von Device- und Plug-in-Parametern
  • 37 Audio-Effekte
  • 11 Software-Instrumente
  • 15 Container
  • 11 Noten-Effekte
  • 8 Hardware-Effekte für CV zur Anbindung von Analog-Synthesizern
  • MIDI- und Note-Expressions, einschließlich Micropitch Pitch-Kontrolle
  • automatisches Sample-Slicing für Sampler und Drum-Maschine
  • Automation in absoluten und relativen Modi bearbeitbar
  • Unterstützung für zahlreiche MIDI-Controller
  • Remote Controls zur übersichtlichen Device-Parameter-Steuerung und vereinfachtem Mapping
  • Layer-Editing
  • Open Controller API: ermöglicht das Erstellen und Anpassen von MIDI-Controller-Mappings inklusive Scripting für den Zugriff auf nahezu alle DAW-Funktionen
  • Datei-Import: WAV, MP3, AAC, WMA, FLAC und Ogg Vorbis
  • Systemvoraussetzungen:
  • Systemvoraussetzungen
  • Mac OS X 10.9 oder neuer, Windows 7 oder neuer, Ubuntu Linux 10.4 oder neuer, 4 GB RAM, 400 MB Standardinstallation, 9 GB Vollinstallation
  • Preis
  • 344,- EUR (Straßenpreis am 8.8.18)
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