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Test
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23.09.2010

Details

Der erste Eindruck
Die erste Überraschung erwartet mich bereits beim Auspacken. Der Testkandidat ist mit 4,2 Kilogramm Gewicht nämlich leichter, als sein Äußeres vermuten lässt. Zum Vergleich: Ein DJM-800 wiegt satte acht Kilogramm. Die zweite Überraschung folgt auf dem Fuß - in Form eines beigelegten Rackmount-Kits. Ferner war eine nicht mehr ganz taufrische Demoversion von Traktor 3 im Paket, ein Stromkabel, ein Behringer Produktkatalog und Benutzerhandbücher in 14 Sprachen.

DDM4000 misst 32 x 39 x 11 Zentimeter und passt nicht nur größentechnisch, sondern auch rein optisch, gut zwischen die örtlichen Vestax PDX 2300 Plattenspieler. Das Pultgehäuse ist aus Metall gefertigt. Der Bolide steht rutschsicher auf vier Gummifüßen. Beim Schütteltest fällt nichts negativ auf, alle Bauteile sitzen fest. Teilweise beleuchtete, vollflächig auslösende Buttons, geriffelte griffige Potis und leichtgängige Fader hinterlassen einen praxistauglichen ersten Eindruck. Auch das Auge isst ja bekanntlich mit - und da gibt es an der mittelgrauen Hammerschlagoptik nichts aussetzen, denn Design ist schließlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wer den Behringer-Mixer für die rollende Diskothek einplant, sollte sich ein geeignetes Case besorgen, um Beschädigungen am Pult oder dem Restequipment während des Transports vorzubeugen. Zum Beispiel das THON Mixercase DDM-4000 für 99 Euro.

Rein und raus
Bis auf den Kopfhörer-Ausgang sind sämtliche Anschlüsse auf der Rückseite untergebracht. Auch die beiden Mikrofonports, was eher ungewöhnlich ist. Eingangsseitig stehen acht Paar Cinch-Buchsen für vier Phono-/Line Kanäle zur Verfügung. Dazu kommen zwei XLR-Inputs für dynamische Mikrofone, wobei der Lautstärkeregler für MIC2 gleich neben den Steckplatz montiert ist. Ausgangsseitig bietet der Proband zwei getrennt regelbare Stereo-Cinch-Females (A/B), Record-Out (TAPE) sowie eine digitale S/PDIF-Buchse. Ferner erschließen drei symmetrische Ausgänge professionelles PA Equipment und einen Subwoofer. Leider sind keine Send/Returns zur Einbindung externer Effektgeräte verbaut. Der Prüfling nimmt mit den internen Algorithmen vorlieb. Löblicherweise hat Behringer auch an eine fünf-polige MIDI-Schnittstelle gedacht (IN/OUT/THROUGH). Faderstart zur Fernsteuerung der CD-Player vom Crossfader aus ist jedoch nicht integriert. Der Mixer ist in acht übersichtliche Sektionen unterteilt, die wir uns nun genauer ansehen werden.

EQ- und Fader-Sektion
Jeder Stereokanal verfügt über einen programmierbaren 3-Band-EQ mit Kill-Absenkung und 12 dB Boost. Ihm steht ein Aufholverstärker zur Seite. Bei den Equalizern lassen sich die Eckfrequenzen von Bass und Treble sowie die Centerfrequenz des Mittenbandes anpassen. Eine siebenstellige LED-Kette (-20 bis +9dB) hilft beim Einpegeln der Signalquelle. Ferner sind drei Buttons verbaut, die im Auslieferungszustand als Killtaster fungieren. Auf Wunsch rufen sie usergenerierte Equalizer-Presets auf und zwar in zwei unterschiedlichen MODI. Im Single Modus ist jeder Schaltfläche genau ein Frequenzband zugeordnet (HIGH, MID, LOW). Im Multimode lösen sie Hoch-, Band- und Tiefpass aus. Zudem besitzt jeder Zug ein regelbares Rumpelfilter.

Die EQ-Knöpfe weisen einen angenehmen Drehwiderstand auf und sind recht griffig, können sich aber eines gewissen Plastikcharmes nicht erwehren. An den Extrempositionen weisen sie, wie auch die Fader, minimale unsensible Bereiche von einer halben Skaleneinteilung auf. Da habe ich auch schon größere Deadzones erlebt, diese sind in der Praxis eher zu vernachlässigen. Bei den Schiebereglern entschied sich die Konstruktionsabteilung ausnahmelos für 45 Millimeter-Typen. Die Kurvencharakteristik der Linefader umfasst drei schaltbare Stufen von weich bis hart. MID sorgt für einen linearen Pegelanstieg. CF-Assign schickt den ausgewählten Bus zu einer der Crossfaderseiten. Und natürlich dürfen auch die obligatorischen Multicue-Vorhörtaster nicht fehlen.

Mikrofonsektion
Auch für den Mikrofonkanal verbaut Behringer separates Regelwerk. GAIN gleicht das Eingangsignal ab, die klangliche Feinabstimmung übernimmt wiederum ein 3-Band-EQ, dessen Cut/Boost bei +/- 12 dB liegt. Der Taster mit der Aufschrift XMC aktiviert den Ultramic-Prozessor. Dieser steuert einen 2-Band-Kompressor/ Expander mit regelbarem Kompressionsgrad und Schwellwert. Wer es einfacher mag, greift auf eines von fünf Presets zurück. Ferner steht der Mikrofonabteilung ein eigener Effekt sowie eine regelbare Talkover-Funktion zur Verfügung. Letztgenannte besitzt vier Presets für unterschiedliche Anwendungsgebiete. Wer nicht mit den Vorgaben arbeiten möchte, stellt Schwellwert, Dämpfung und Absenkungsgeschwindigkeit manuell ein. Die editierbaren Parameter der Mikrofone umfassen Trennfrequenzen, Panoramen der Einzelsignale und das Seitenverhältnis der Mikrofone zueinander.

Crossfader
Beim vorliegenden Behringer-Modell kann man ohne zu Übertreiben von einer Crossfader-Abteilung sprechen. Der Blendregler selbst ist abschaltbar, lässt sich auswechseln und verfügt über selektive Killswitch-Frequenzen. Obendrein besitzt er zur Freude der Scratch-Fraktion eine flexible Kurvenanpassung. Allerdings trübt die wackelige Faderkappe das Cutvergnügen ein wenig. Jeder Kanal kann wahlfrei an einer Crossfaderseite anliegen, auch Mehrfachzuweisungen auf einen Pol sind möglich. Im XOVER-Mode filtert der DJ einzelne Frequenzbänder abhängig von der Fader-Position raus und kann die Funktionsweise per Reverse und Tap-Reverse invertieren. Der Bounce-Effekt klingt wie ein Gater und ermöglicht zudem automatisierte harte Cuts in einem Zeitintervall von 1-16 Beats auf Basis der MIDI-Clock. Sie dient nicht nur als Referenz für den Bouncer, sondern ermöglicht ferner, externe Geräte wie Drumcomputer, zum DDM-Mixer zu syncen. Sie wird manuell eingestellt oder bezieht die BPM aus dem Beatcounter.

Mastersektion
Der Masterbereich ist am oberen rechten Außenrand platziert. Zwei separate Ausgänge legen die Lautstärken für Haupt- und Monitoranlage fest. Balance bestimmt die Verteilung im Stereopanorama. Eine LED-Anzeige mit 22 Schritten sorgt für Transparenz bei den Pegelverhältnissen am Master-Ausgang. Eine besondere Funktion nimmt der Ultramizer ein. Er ist ein Dynamik-Prozessor mit einstellbaren Kenngrößen. Dazu stehen von Herstellerseite stehen fünf Presets wie Gentle-Boost zur subtilen Lautstärkenanhebung und Pump für den gleichnamigen Pump-Effekt zur Auswahl.

Previewsektion
Keine Ahnung, warum der Kopfhöreranschluss statt links unten auf der Oberfläche oder vorn an der Frontplatte, gerade auf der 15-Uhr-Position gelandet ist. Als Rechtshänder kommt man so bei impulsiveren Sets schon mal mit dem Kabel in Kontakt oder muss aufpassen, das man nicht versehentlich an einem Fader hängen bleibt. Das ist schade. Der Sound selbst ist recht laut und, solange man die Channelmeter nicht zu stark in den roten Bereich treibt oder den Boost zuschaltet, auch zerrfrei. Punch-EQ dient als „boostende“ Mixhilfe für beatsynchron mischende Jockeys. Die Schaltflächen BASS und SNARE heben die entsprechenden Signalanteile an, was dann etwa beim Bass zu einem lauteren, aber manchmal auch matschigen Sound führen kann.

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