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01.10.2021

Audiovergleich - Gibson Generation Collection

Die Gibson G-00, G-45, G-Writer und G-200 im direkten Vergleich

Akustische Familienaufstellung

Die neue Gibson Generation Collection umfasst vier Akustikgitarren, die auf typischen Formaten des Traditionsherstellers beruhen, aber im modernen und schlichten Gewand daherkommen. Dabei wurden alle Modelle im Design dezent modifiziert und gehen auch bei der Holzauswahl eigene Wege abseits altbekannter Kombinationen. Ein auffälliges und entscheidendes Feature der neuen Serie ist der sogenannte Player Port in der oberen Zarge, der auf einem Entwurf Gibsons aus den 60er-Jahren basiert, für die neue Generation Collection aufgegriffen wurde und für einen direkteren Höreindruck beim Spielen sorgt.
Die in den USA im selben Werk wie alle anderen Akustikgitarren des Herstellers gefertigten Modelle gehen für Gibson-Verhältnisse zu moderaten Preisen über die Ladentheke und dürften damit bei einem breiteren Publikum Interesse wecken, eine echte Gibson zu besitzen. Im Rahmen des Tests zweier Modelle aus der Serie hatten wir die Möglichkeit, alle vier Gitarren anzuspielen und haben natürlich nicht lange gezögert und die Instrumente unter Studiobedingungen miteinander verglichen. Vorhang auf für die Gibson Generation Collection!

Die Kandidaten

Bevor wir uns die Gitarren im Einzelnen anhören, sollen ein paar Worte zur Einordnung nicht fehlen. Wie einleitend erwähnt, entsprechen die Instrumente in ihren Größen den altbekannten Gibson-Modellen in Form der L-00, J-45, der Songwriter sowie der J-200 (Super Jumbo) und wurden stellenweise in kleinen Details modifiziert. Gemeinsam haben alle vier Gitarren eine Decke aus Sitkafichte, Boden und Zargen aus Walnuss, einen Hals aus Sipo (Utile) mit einem Ebenholzgriffbrett und dem schon genannten Gibson Player Port. Mit diesen modernen Merkmalen schlagen die Gitarren also einen anderen Pfad ein als die Vorbilder und präsentieren sich gleichzeitig mit einem sehr schlichten und dezenten Erscheinungsbild. Klanglich bleiben diese Modifikationen natürlich nicht ohne Wirkung und insgesamt - so viel sei vorab verraten - zeichnen sich die Instrumente durch einen frischen und crispen Klangcharakter aus.

Gibson G-00 

Die Gibson G-00 ist das kleinste Modell aus der Generation Collection und orientiert sich an der Gibson L-00, die bereits 1931 das Licht der Welt erblickte. Abgesehen von den Unterschieden in der Holzauswahl fällt die neue G-00 aber auch ein klein wenig schmaler als das Vorbild aus. Im Vergleich mit der G-Writer und der G-200 ist das Erscheinungsbild der G-00 außerdem noch schlichter. Die Mensur der Gitarre beträgt 24.75"/628,65 mm und der Sattel misst 1.725"/43,815 mm. Für die Verbalkung zeigt sich außerdem ein klassisches Scalloped X-Bracing verantwortlich.

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Gibson G-45

Die Gibson G-45 hat die legendäre J-45 Round Shouldered Dreadnought zum Vorbild, die Gibson bereits 1942 als eigene Interpretation des gefeierten Korpusdesigns aus dem Hause Martin vorstellte. Auch der Korpus der G-45 fällt etwas schmaler aus und verzichtet ebenso wie die G-00 auf das schwarze Binding der beiden teuersten Modelle. Identisch zur G-00 ist bei der G-45 genauso die Mensur von 24.75"/628,65 mm und die Sattelbreite von 1.725"/43,815 mm. Ebenso setzt die G-45 auf ein Scalloped X-Bracing.

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Gibson G-Writer

Mit der Songwriter wurde erstmals 2003 im Gibson-Katalog eine recht klassisch anmutende Square Shouldered Dreadnought vorgestellt, die das Vorbild für die vorliegende Gibson G-Writer darstellt. Dabei ist die Songwriter die einzige Modellvorgabe, die einen nicht so geschichtsträchtigen Hintergrund aufweisen kann. Die neue G-Writer möchte ebenfalls mit ihrem etwas schmaleren Body und einem Cutaway mit einer möglichst angenehmen Bespielbarkeit gefallen und sorgt genau wie die große G-200 mit ihren G-Collection Single Bar Inlays auf dem Griffbrett für einen interessanten optischen Akzent. Mensur und Sattelbreite liegen bei 25.5"/647,7 mm und 1.725"/43,815 mm und auch hier wird die Decke mit einem Scalloped X-Bracing verstärkt. Zusätzlich wird dieses Exemplar der Generation Collection mit einem simplen LR Baggs Element Bronze Piezo-Pickup ausgeliefert.

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Gibson G-200

Die Gibson G-200 ist das größte und teuerste Modell der Serie und hat die legendäre Super Jumbo (J-200) des Herstellers zum Vorbild. Auch die G-200 wurde dabei etwas verschlankt und kommt ebenso mit einem Cutaway, das die Bespielbarkeit in den hohen Lagen erleichtert. Wie die G-Writer offenbart die G-200 eine Mensur von 25.5"/647,7 mm und eine Sattelbreite von 1.725"/43,815 mm. Als Add-on ist außerdem ebenfalls ein LR Baggs Element Bronze Piezo-Pickup montiert. Mehr Infos zu diesem Modell gibt es in unserem ausführlichen Gibson G-200 EC Test.

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Für die Aufnahmen im Studio steht vor allen Modellen ein Neumann TLM 103 Großmembran-Mikrofon. Verstärkt wird das Signal vom Preamp eines Universal Audio Apollo Interfaces. In der Postproduktion wurde den Signalen in gleicher Dosis noch ein zu den Beispielen passender Raumklang spendiert. Wir hören nun die Gitarren in drei typischen Disziplinen, bestehend aus einem breiten Strumming mit offenen Akkorden, einem balladesken Fingerpicking und abschließend einem Flatpicking-Beispiel, bei dem Melodie und Akkorde kombiniert werden.

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Strumming

Fingerpicking

Flatpicking

Fazit

Nicht alle Tage hat man die Möglichkeit, vier unterschiedliche Bauweisen vergleichen zu können, die aus denselben Hölzern geschnitzt wurden. Charakteristisch für die Gibson Generation Collection ist auf jeden Fall der brillante und crispe Grundklang. Dennoch ist es interessant zu hören, dass die Gitarren ihre Grund-DNA mitunter nicht verleugnen können, was natürlich an den vorgegebenen Konstruktionsmerkmalen der historischen Vorbilder liegt. So kommt beispielsweise die G-45 mit dem typisch holzigen und trockenen Bassverhalten, wie man es von der legendären J-45 kennt und schätzt. Verständlicherweise das meiste Volumen im Ton und den rundesten Gesamtklang bringt die G-200 mit, die sich auch schon im kürzlich erschienenen Test als erstaunlich vielseitig entpuppte. Dass die kleine G-00 in der Strumming-Disziplin gegenüber ihren größeren Schwestern ein wenig das Nachsehen hat, liegt in der Natur der Sache. Beim Fingerpicking spielt die G-00 dann aber wiederum ihren besonderen Charme mit dem typisch mittigeren Klangbild aus, das nur kleine Bauweisen bieten können. Am Ende des Tages geht es bei einem Vergleich dieser Art nicht darum, welche Gitarre besser oder schlechter ist. Hier kommt es vielmehr auf das Einsatzgebiet und die klangliche Präferenz an. Bequem spielen lassen sich auf jeden Fall alle vier Exemplare. Wer sich also für die neue Gibson Generation Collection interessiert, hat wie so oft die Qual der Wahl.

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