Software
Test
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24.10.2014

Atomix Virtual DJ 8 Infinity Test

DJ-Software mit DVS-, Video- und Karaoke-Funktion

Von Sandkästen und Sample-Schleudern

Alles, was man über die wichtigsten Neuerungen von Atomix Virtual DJ 8 Infinity wissen sollte, hier im bonedo.de-Test: Vier Jahre ist es mittlerweile schon her, dass wir Software-Veteran Virtual DJ in Version Nr. 6 in einem ausführlichen Einzeltest auf bonedo.de „zu Gast“ hatten. Zwischenzeitlich haben wir den Funktionserweiterungen und Bugfixes im Rahmen diverser Mixer- und Controller-Tests immer mal wieder auf den Zahn gefühlt. Innerhalb der letzten vier Jahre hat sich auch bei den konkurrierenden DJ-Programmen einiges getan, dem es etwas entgegenzusetzen galt. Und so fragen wir uns heute: Was sind die neuen Features (neben dem obligatorisch überarbeiteten GUI), die den Hersteller Atomix verlautbaren lassen, dass es sich bei Virtual DJ 8 um einen „signifikanten Meilenstein“ handelt?  

Nun, da wäre zunächst einmal die Sandboxing-Funktion zu nennen, die es erlaubt, einen kompletten Übergang nur auf dem Kopfhörer vorzuhören, ohne dass das Publikum etwas davon mitbekommt. Dann folgt der weiterentwickelte Grid-Sampler, der nun hinsichtlich der Anzahl der Dateien nicht mehr limitiert ist, Videos und Sound-Samples ohne Längenbeschränkung verarbeiten kann sowie Farbzuweisungen und Remix-Points erlaubt. Ebenso wurde der Browser mit einer flexibleren Zonenaufteilung bedacht, dazu mit Filtergruppen und neuen Funktionen aufgewertet und es halten einige nützliche Editoren Einzug, zum Beispiel ein Track-Cleaner, dazu Video-, BPM-, Tag- und Sample-Editoren, ein Automix-Fenster im Stile einer Timeline und der „mächtige“ POI-Editor. Dazu gesellen sich noch einige kleine Tweaks über und unter der Haube, wie das längst überfällige Skin-Resizing, individuell belegbare Buttons, neue MIDI-Controller mit Remapping-Option, farbige Wellenformen und, und, und ...

Nicht zuletzt hat man auch vor der Effektabteilung und der Sound-Engine nicht haltgemacht und alle internen Audiokomponenten, beispielsweise für das Pitching/Stretching, den Limiter, die Equalizer oder die Filter „umgeschrieben“. Neugierig? Ich auch, also bevor das Intro hier noch weiter ausufert, steigen wir lieber in die Materie ein.

Details

Virtual DJ ist in vier „Güteklassen“ erhältlich, wobei ihr die Home-Version (7.4.1 / noch ohne Mixer- und Controllerunterstützung) „für umme“ durch die Datenleitungen auf eure Rechnersysteme (Mac/PC) beamen dürft. Hier sind die Konfigurationsmöglichkeiten logischerweise beschnitten, aber immerhin darf man separate Master- und Preview-Kanäle einrichten und erst einmal ein bisschen mit der Software experimentieren.

Das nächste Produkt richtet sich an den „Advanced Home User“ und ist eine spezielle Lizenz zur expliziten Nutzung mit einem einzigen Controller. Hier schwankt der Preis, ich sage mal mit der „Professionalität“ des Gerätes. Will heißen: Solltet ihr einen Pioneer DDJ-SZ euer Eigen nennen und mit VDJ auflegen wollen, dürft ihr dies nach einer Investition von 199 Dollar tun. Wer hingegen Numarks IDJ Live II (ohne Audiointerface) nutzt, der legt nur 49 Dollar auf den Tisch. Verständlich, denn das Teil hat deutlich weniger Controller und ist innerhalb weniger Minuten gemappt, wohingegen der Arbeitsaufwand für die Atomix-Programmierer bei einem Schlachtschiff wie dem DDJ-SX ungleich höher ist. Für eine Mixer-Version wie American Audio 14 MXR sind 149 Dollar zu entrichten.

Native Instruments Produkte sind 2014 bisher übrigens nicht in Sicht und so man als User von Traktor-Hardware wirklich einen Systemwechsel in Erwägung zieht, heisst es, sich die Vollversion „Virtual DJ Pro Infinity“ für 299 Dollar zuzulegen. Letztlich wäre da noch der „Pro Subscriber“ für 19 Dollar pro Monat per Kreditkartenabrechnung zu nennen (ihr habt natürlich bereits im Kopf durchgerechnet, dass ihr euch nach rund 16 Monaten „Subskription“ eine Vollversion hättet zulegen können). Das „Abo“ ist gerade als Alternative zur DJ-Controller-Variante sicherlich keine schlechte Idee, wenn man noch unschlüssig ist, welche Kommandozentrale es denn am Ende werden soll und man zuvor mehrere Teile ausprobieren will. Noch unschlüssig? Hier gibt es einen Marktüberblick ... Aber Achtung! Der kommerzielle Einsatz von Virtual DJ erfordert in jedem Fall eine Pro-Lizenz, ob nun Subscriber oder Infinity. Die preiswerteren Modelle, auch die 199-Dollar-Version, sind nicht für die gewerbliche Nutzung gedacht. Junge, Junge!

Installation

Diese verläuft reibungslos und verlangt gut 54 MB freien Speicherplatz auf dem Mac. Als Nächstes ist ein User-Account anzulegen und man muss sich damit einloggen, so erweiterte Online-Features genutzt werden sollen. Alternativ darf sich der geneigte Benutzer mit einer Microsoft- oder Google-ID anmelden. Danach führt mich der Ausflug in die Preferences, um die Audio-, Skin- und gegebenenfalls Controller-Settings einzustellen, wenngleich VDJ im Normalfall selbst erkennt, ob ein von Haus aus unterstütztes Gerät angeschlossen ist. Wer demnach mit einem externen DJ-Interface und Maus oder einem Controller arbeitet, wählt als Output „Speaker + Heapdphone“ sowie „Two Soundcards“ (obschon der Name vielleicht etwas irreführend ist) oder das entsprechende Controller-Icon und nimmt gegebenenfalls Input-Routings (CD-Spieler, Mikro) vor.

Wer am externen Mixer arbeitet, wählt selbstverständlich „External Mixer“ aus und so gewünscht auch „Timecode“ – hier werden potenziell unterstützte Mixer und Controller automatisch eingebunden. „Sonderlinge“ unterwirft man stattdessen einfach einem manuellen Mapping-Prozess, wobei einfach hier nicht unbedingt die passende Bezeichnung ist, denn einfach über das GUI zusammenklicken wie in Serato DJ ist nicht – später mehr dazu. Eine Liste der unterstützten Controller gibt es im Übrigen auf der Website im VDJ-Wiki und mit VDJ8 umfasst dieses am 02.09.14 satte 224 Geräte, darunter vereinzelte Exoten, die im deutschen Raum kaum vertreten sind, wie beispielsweise von Akiyama, Audiophony, BMI (MC Crypt), DJinnseries, Hanpin oder Welljoint. Und natürlich finde ich hier aktuelle Geräte-Generationen sowie einige in die Jahre gekommene Tools, die nach wie vor pfleglich Support finden (Ion, Hercules, DJ-Tech, Behringer etc.). Quantitativ soll das erstmal einer nachmachen. Zum Vergleich (wenngleich dieser „vertriebstechnisch“ etwas hinkt): Bei Serato sind es aktuell rund 70 Produkte. Obschon Atomix hier also weit vorn ist, heißt es vor dem Kauf im Zweifelsfall einfach nachsehen.  

Mein persönliches DJ-Besteck für diesen Testbericht besteht aus einem Core2Duo iMac mit 8 GB RAM und dem American Audio 14 MXR nebst Vestax PDX-2300 Turntables (für TC-Steuerung via Vinyl). Als Controller kommen heute Numarks Mixtrack Pro 2, das Novation Launchpad-Mini und der DAP Core Kontrol D2 zum Einsatz.  

Virtual DJ 8 Basics

Natürlich weicht auch Virtual DJ in seinem grundsätzlichen Workflow und Layout nicht vom Branchenstandard ab, daher finden wir in der unteren Bildschirmhälfte den Browser und im oberen Teil des Screens die Decks, die den zentralen Mixer flankieren. Um das optische Geschehen auf dem Screen den eigenen Anforderungen anzupassen, offeriert VDJ8 verschiedene Wellenformansichten, die sich nach dem Deck-Layout richten (siehe Bilderstrecke) und seitengelagerte, einklappbare FX-Panels für Hotcues, Effekte und Loops. Der Mixer lässt sich gegen ein Video-, Scratch- oder Master-Panel austauschen, wo auf den User im Übrigen noch ein Master-Effekt, der Limiter, der (optional eingeschleifte) Mikrofonkanal und die Broadcast-Funktion warten, die in den Preferences eingerichtet wird. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch noch das „Tablet-Layout“, das für die Nutzung auf einem Touch-Device gedacht ist, wobei man das letztlich wohl auf das Windows Surface Pro, vereinzelte Convertibles und auf einige All-in-One-Touch-Desktops einschränken müsste, da einerseits MAC OS X noch keine Touch-Oberfläche anbietet und andererseits iOS und Android-Devices nicht mit VDJ8 kompatibel sind oder besser gesagt „es noch keine App gibt“. Einen smarten Eindruck macht das Tablet-Layout dennoch und ich hätte gerade ordentlich Lust (gerade bei meinem 27er iMac), mal die Fingersteuerung ausprobieren. Hallo ihr in Cupertino, habt ihr das gehört? Aber Spaß beiseite, den Unterschied zum Standard-Layout findet ihr ebenfalls in der Fotostrecke und ich möchte Atomix an dieser Stelle zusätzlich motivieren, in das Haifischbecken der DJ-Apps einzutauchen und zwar nicht als Remote-App, vielmehr dachte ich an eine Stand-Alone-Version. Ja, und selbstverständlich ist das Tablet-Layout auf einem 11-Zoll-Notebook auch ohne „Touch“ eine übersichtliche Alternative.

Virtual DJ 8 Musikverwaltung

Ein DJ benötigt natürlich vieeel Musik und diese dürfte, wenn man sich denn schon für ein digitales DJ-Programm entschieden hat, aller Wahrscheinlichkeit nach bereits auf der Festplatte rumlungern. Die einfachste Methode, diese in VDJ8 abzuspielen, ist sicherlich der Weg über die Verknüpfungen „Music“ oder „Volumes“ in der Seitenleiste, wobei iTunes-Nutzer dort ebenfalls einen Link auf die Library finden. Standardmäßig sind die Einträge dort wie in iTunes benannt und angeordnet, dürfen aber umgestapelt werden. Zusätzlich erfolgt eine automatische Integration des Video-Folders und der „Serato Scratch Live Crates“, was es Umsteigern von genau dieser Plattform erleichtert – allerdings nicht von „Serato DJ“ und genauso wenig von Mixvibes, Rekordbox oder Traktor, deren Librarys nicht automatisch Einzug halten. Weitere Verweise im „Verzeichnisbaum“ sind unter anderem Sampler-, Filter- und Favoriten-Ordner, Playlisten und eine History sowie Cloud-Lists und Live-Feedback. Selbstverständlich führt der Weg für einen Titel aber auch aus jedem x-beliebigen Ordner per Drag&Drop ins Deck. Und nun gleich mal einige essenzielle Neuerungen:  

Cloud Lists

... sind online gespeicherte Playlisten, auf die der (eingeloggte) Nutzer von jedem anderen Computer aus zugreifen kann, beispielsweise um Wiedergabelisten mit anderen Freunden oder der Online-Community zu teilen, Playlisten von Künstlern zu folgen und dergleichen. Oder der Beschallungsverantwortliche taucht mal kurz in die Virtual DJ Dance- oder Hip Hop-Radio-Streams (ebenfalls Cloud-Listen) ab, um dort nach Futter für den nächsten Song zu suchen. Im Übrigen dauert es ungefähr 6 Sekunden, bis ein Titel über die Glasfaser geladen ist. „Glasfaser gibt’s nicht in der Strandbar 48, im Bunkerbunker, auf der Buddelschiff-Hochzeit oder in der Wüste Nevada? Dann eben einen „Rechtsklick >> download in Cache Ordner“ und die Sache ist in wenigen Minuten offline verfügbar, was das Ausschalten des WLAN-Netzwerks belegt. Möchte ich eine eigene Cloud List anlegen und die Fans bedienen, erstelle ich unter meinem Profilnamen eine neue Liste und kann hier nun Tracks ablegen und entscheiden, ob diese „Musik-Tipps“ öffentlich oder privat sein sollen. Möchte ich hingegen die Playlist eines bestimmten VDJ-Users einsehen, füge ich dessen Benutzernamen meinen Cloud-Listen hinzu und bekomme daraufhin seine „geteilten Tracks“ angezeigt. So weit, so gut, doch leider gelingt das Beladen der Cloud-Listen unter OSX 10.8 nicht immer auf Anhieb, genauso wie der Drag-Drop in die virtuellen Folder.  

Live Feedback

Funktioniert eigentlich wie folgt: Ich spiele einen Titel für einige Sekunden ab, klicke auf den entsprechenden Link und schon zeigt mir die untere Browser-Adresszeile eine Empfehlung für einen Folgetitel an. Ich sage deshalb (eigentlich), weil es durchaus auch mal einen Titel gibt, zu dem keine Offerte kommt und vereinzelt blieb der „alte“ Musik-Tipp auch nach einem Track-Wechsel stehen. Alternative: Ich gebe den aktuellen Titel in die Adresszeile ein, betätige das Lupensymbol und deutlich mehr „geht die Luzie ab“. Laut Hersteller basieren die Vorschläge auf dem, was andere „Jockeys“ im Anschluss an eben meinen Track gespielt haben. Auf Seeds „Dickes B“ hagelt es gleich 32 Matches – kurioserweise (oder vielleicht doch nicht so kurios) alle von Seed. David Morales, seines Zeichens House-Großmeister und Weggefährte des kürzlich verstorbenen Frankie Knuckles, brachte einige Remixes, aber auch Liedgut anderer Musikanten mit dem Namen „Morales“ hervor und zu Tech-Act Dinky gab es „ein Potpourri diverser Künstler und Genres“, eine Einschätzung, die ich nicht unbedingt teilen würde. Grundsätzlich sind „Recomendations“ sicherlich eine interessante Idee, aber Prinzip-bedingt natürlich ein wenig davon entfernt, einen Hundertprozent sattelfesten Folge-Track anzubieten. Und die Entscheidung, ob der Titel tatsächlich zur aktuellen Stimmung auf dem Tanzflur passt, sollte man ohnehin als DJ selber treffen. Indes, als Ideengeber in der Not – warum nicht? Die Alternative zu den lokalen, in der Datenbank indizierten Tracks ist übrigens der Link „Compatible Songs“.

Wichtig beim Aufbau der Library ist natürlich, die Musikdateien einer vorausgehenden Analyse zu unterziehen, damit sie in die diversen Genres katalogisiert werden, die Länge, Geschwindigkeit und Tonart klar sind und zudem das Beatgrid angelegt wird. Das geht ganz einfach per Rechtsklick/Batch-Prozess/BPM-Analyse, zudem lassen sich so auch Titel zur VDJ-Datenbank hinzufügen oder entfernen, Cover laden, Ordner zur Favoritenliste hinzufügen, et cetera. Die „Filter Folder“ sind auch nicht zu verachten, gerade wenn man mit großen Musikbeständen hantieren muss. Beispiel:

1. Genre is "House" and “BPM Difference” <= 10% and “Key Difference” <=3

2. Artist contains „romereo“ and “Year” >=2010 and lastplay < “2014/06/25“

Nur ein manueller Konsistenzscheck der Library mit globaler Suchfunktion der Musiktitel und Pfade fehlt nach wie vor.

Was die Katalogisierung und die Aufbereitung des Musikbestandes angeht, darf man der Entwicklungsabteilung dennoch eine weitgehend gelungene Arbeit attestieren, denn die Ordneransichten mit der Cover-Ansicht und den wichtigsten Informationen zum Titel sind gut gelöst, wenngleich ich mir hier noch eine supersimple Fullscreen-Listenansicht gewünscht hätte, um in großen Musiksammlungen einen größeren Überblick zu erhalten. Dass man sich auch in den „Cards“ für unterschiedliche Tags entscheiden kann, ist prima. Die Entwickler haben sogar an Attribute wie „Key“- und „BPM-Difference“ gedacht und dies, was das Tempo- und den Key-Unterschied angeht, sogar relativ zum laufenden Titel, was nicht nur Anfänger als gute Hilfestellung einschätzen dürften. Allerdings ist das natürlich schon ein wenig „Ressourcen-hungrig“, wenn sämtliche Titel live berechnet und aktualisiert werden, sobald man am Pitch oder Key fummelt. Nichtsdestotrotz: Wer’s braucht, wird’s mögen:

Was mir ebenfalls gut gefällt, ist die Möglichkeit, mit der „Sidelist“ eine zweite Playlist einzublenden, der ich ebenfalls Tracks zufügen kann, beispielsweise solche, die ich im Laufe des Abends zu spielen gedenke. Zudem enthält die „Sidelist“ eine Option zum automatischen Entfernen von Titeln, die bereits abgespielt wurden. Hier lassen sich obendrein auch Verknüpfungen zu den Lieblingsordnern anlegen, ferner gibt es Tabs für den Sampler und Karaoke. Im „Karaoke“-Reiter, wo man in den Titelabfolgen zusätzlich einen Sänger angeben kann („auf der Reeperbahn“ – „Opa Heinz“, „Anastacia“ – „dem Frank seine Sabine“) hat der DJ zudem die Möglichkeit, für die Pausen eine Hintergrundgrafik und Pausenmusik festzulegen. Ein Klick auf „Start Karaoke“ und das Ding nimmt seinen Lauf.

Dann wäre auch noch die Automix-Liste mit ihren zahlreichen Optionen (Übergang, Gespielte entfernen, Shuffle-Modus ...) zu nennen, die sicherlich selbsterklärend ist und mehr oder minder Bestandteil einer jeden guten DJ-Software ist. Möchte ich eine Automix-Liste „für die Nachwelt festhalten“, speichere ich sie einfach als Playliste ab. Nicht selbstverständlich ist allerdings der Automix-Editor, der im Grunde eine vereinfachte Timeline darstellt, mit der im Vorfeld (beatsynchrone) Übergänge angelegt werden können. Ideal zur Hintergrundbeschallung einer Veranstaltung, indes nicht tiefgreifend genug, um damit bahnbrechende Mix-Sets vorzuproduzieren. Also widmen wir uns doch kurz mal den Editoren, wo wir schon einmal dabei sind:

Tag Editor

Ein umfangreicher ID3-Tag-Editor, der das Verändern diverser Titel-Informationen, das Anlegen von Gruppen und indizierten Feldern sowie Farbzuweisungen und Sterne-Rating erlaubt.

BPM Editor

Das „Beatgrid“ dient als Grundlage zur Taktsynchronisation. Im BPM-Editor lassen sich Tempo und „Taktraster“ des Musiktitels mit recht rudimentärer Visualisierung anlegen und verschieben, aber keinesfalls so „tweaken“, wie man es von den Platzhirschen kennt. Virtual DJ übernimmt bei der Ermittlung der Songgeschwindigkeit den BPM-Wert des längsten Parts mit konstantem Tempo. Gibt es in einem Musikstück unterschiedliche Geschwindigkeiten, ist es möglich, diese Etappen mittels Marker zu kennzeichnen. Dummerweise zeigt das virtuelle Deck am iMac bei Titeln mit unterschiedlichen Tempoabschnitten aber nicht den aktuellen BPM-Wert des gerade laufenden Parts an, sondern gibt die Geschwindigkeit aus, die über weite Strecken des Titels überwiegen. Mmhh, und was bringt uns das jetzt? Gute Frage. Dass die Anzeige umschaltbar wäre, konnte ich dem Handbuch nicht entlocken.

Video-Editor

Im Videoeditor können Bewegtbild-Dateien mit Texteffekten belegt werden, wobei letzte nicht nur in Schriftart, Größe, Rahmen und Schatten definiert und mit Anfassern gestreckt/gestaucht werden dürfen, sondern optional auch mit Moving-FX belegt werden können, beispielsweise Zoom, Shake, Rotation oder Strobe. Ideal, um IDs oder „Motivations” einzublenden „DJ Roxxstar – in the Mix“, „Hands up in the Air!“, „gleich ... Damenwahl“ ...

Das Ergebnis ist in einem Vorschaufenster zu begutachten. Zwei unterschiedliche Texte übereinanderlegen geht nicht, der Video-Editor zeigt zudem keine Titelnamen an und offeriert auch keine Undo/Redo-Funktion. Gewöhnungsbedürftig ist auch, dass man erst einmal die „Dauer“ des Textes aufziehen muss, wobei keinerlei Zeitausgabe erfolgt (Startpunkt, Dauer, sprich: an welcher Zeit-Position geht’s los und wie lang ist die Texteinblendung). Zudem verspringt der Marker in die Mitte des Textes. Apropos verspringen. Am Mac poppte das Rechtsklick-Menü während des Testzeitraums öfter mal alles andere als an der Mausposition auf, was den partiellen „Baustellen-Charakter“ in VDJ 8 ein wenig verstärkt. Nun gut, ist im Video-Editor alles erledigt, speichert man den Clip unter einem neuen Namen ab.

POI-Editor

Traktor-User kennen es bereits seit einigen Jahren: die Definition von Zeitmarkierungen im Track. Also beispielsweise als Hotcue oder als Ladepunkt für einen neuen Titel aus der Playliste. In VDJ 8 gibt es die Typen „Hotcue“, „Saved Loop“, „Beatgrid Anchor“, „Automix-Point“ (Full, Fade, Cut) und „Action“, wo Skriptmakros ausgeführt werden können, wie etwa „Sampler 4 play“ „video transition 1000 ms“, dazu Deck- und/oder Audio-Controls sowie das Setzen und Auslesen von Variablen. Das nenne ich mal flexibel und das klingt alles ziemlich vielversprechend, aber ohne eine vollständige Skript-Dokumentation (es gibt jedoch ein Online-WIKI), ist gerade für den Newbie viel „Trial & Error“ angesagt. Auch das Betätigen des Dokumentation-Buttons auf dem Mac ist ein Schuss ins Leere.

Track Cleaner

Im Track-Cleaner lassen sich ausgewählte Bereiche eines Titels entfernen bzw. „zensieren“ (rückwärtslaufen) oder durch Wiederholungen in die Läge ziehen. „Explicit Lyrics“ ausblenden, beispielsweise. Ist der Edit fertiggestellt, wird er einfach unter einem anderen Namen gespeichert und kann dann ins Deck geladen werden.

So viel zu den Editoren, aber den größten Editor bilden wohl die Voreinstellungen selbst, denn hier hat man eine stattliche Anzahl von Konfigurationsmöglichkeiten, die zu beschreiben den Rahmen dieses Artikels definitiv sprengen würde und daher als Screenshots Platz in der nachfolgenden Fotostrecke gefunden haben.

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