Numark NS7

Hand in Hand durchs Digiland

PRO
+ Direkt angetriebene High-Torque Plattenteller
+ 7“ Vinyl-Auflage
+ Variables Drehmoment, Start- und Stopverhalten
+ Sehr robustes Gehäuse
+ Effektives Layout und Handhabung
+ Integriertes Sound-Interface
+ Sehr exakte Bedienelemente
+ Solide betriebssichere Performance
+ Plug-and-Play-Konzept
+ Multi-Core Analyse
+ Inklusive Laptopständer
CONTRA
- Keine MIDI- oder Keyboard-Learn-Funktion
- Offline File-Analyse
- Laute Lüftergeräusche
- Keine Quantisierungsoption für Marker
- Proprietäre Treiber
- Relativ hoher Anschaffungspreis
- Relativ hohes Gewicht

Kabelstecken ist nicht unbedingt jedermanns Lieblingsbeschäftigung. Das wissen auch die Hersteller von DJ-Controllern und haben daher öfter auch Lösungen mit integriertem Soundinterface im Produkt-Portfolio. Numarks NS7 ist so ein All-in-One-Controller und macht weitestgehend Schluss mit dem Strippenziehen: Lediglich Rechner anstöpseln, PA anschließen und auf geht’s ins digitale DJ-Vergnügen. Vorausgesetzt man hat eine kompatible DJ-Software auf dem Computer installiert. Im Falle des NS7 ist dies Serato-Itch, eine im Grunde abgespeckte Version des äußerst beliebten Serato Scratch-Live. Itch ist auf ein Zusammenspiel mit ausgewählten MIDI-Steuereinheiten optimiert. Ob die Kooperation von Expertenteams der Häuser Numark und Serato ein zuverlässiges Produkt hervorgebracht hat? Bei einem Preis von knapp 1800 Euro sollte man dies zumindest erwarten können. Zwei High-Torque-Plattenspieler, ein integriertes Mischpult und allerhand digitale Spielereien machen natürlich ziemlich neugierig.

Obwohl unser Testkandidat kompakter und leichter ist als ein klassisches DJ-Set, scheint er auf den ersten Blick etwas zu unhandlich für den S-Bahn-Trip zum Club. Im Kofferraum lässt er sich bestimmt besser befördern. Transportieren bedeutet jedoch auch den Einbau in ein passendes Flight-Case, und damit weitere 249 Euro Investition. Das macht dann summa summarum circa 3000 Euro, wenn man den Preis eines unter Umständen noch nicht vorhandenen Mittelklasse-Notebooks aufaddiert. Ist schon ne Menge Holz, nicht jeder DJ kann oder will diesen Betrag in ein softwareabhängiges Equipment investieren. Bei genauer Betrachtung der von Numark in den letzten Jahren entwickelten DJ-Produkte, nehmen wir mal den Xhoch2, HD-Mix, CDX oder jetzt den NS7, ist es schwer, ihnen zu unterstellen, sie produzierten ausschließlich nach gängigen Normen und um des schnöden Mammons willen. Zu oft gehen die Geräte an Quasi-Standards vorbei. Das ist doch innovativ, höre ich da aus dem Hintergrund. Ja, ja, das kann nur jemand sagen, der mit dem MK2-DJM Gruppenzwang nichts zu tun hat. Wer sich ebenfalls davon freimachen kann und offen ist für einen Ansatz, der vom klassischen Auflegen abweicht, sei herzlich willkommen bei der Numark NS7 Review.

AUTOR: PETER WESTERMEIER
Peter Westermeier ist studierter Multimediaproduzent und freiberuflicher Berater, Entwickler und Softwaretrainer. Ersten elektromusikalischen Gehversuchen am Sid-Chip des Commodore folgte eine Club-Reihe für technoide Klänge im Ruhrgebiet. Nach rund zwei Dekaden DJ-Tätigkeit, darunter als Programmdirektor einer Webradio-Station, widmet sich der Berliner Resident heute den technischen Neo-Protagonisten elektronischer Soundtüfteleien.

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