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Im Mix-Environment stehen jeweils zwei gleichzeitig einsetzbare Effekte/Dynamics zur Verfügung. Diese lassen sich von den einzelnen Kanälen aus ansteuern. Zur Auswahl stehen Bit Grunger, Compressor, Chorus, Flanger, 4-Band EQ, Phase Shifter, Tremolo, Flying Pan, Reverb und Delay. Die Effekte werden über Kanal-Sends mit beliebiger Intensität angesteuert. EQ oder Kompressor können insertiert werden, wobei hier aber leider nur eine Einstellung für alle darauf zugreifenden Kanäle/Pads möglich ist. 

Es ist also nicht möglich, verschiedene Mixerkanäle mit unterschiedlichen Kompressoreinstellungen zu versehen. Des Weiteren können hier die Effekte auch noch miteinander verschaltet werden, um komplexere Ergebnisse zu erreichen. So kann beispielsweise das Delay noch zusätzlich in den Reverb-Prozessor geroutet werden. Außerdem lassen sich für jeden Kanal jeweils zwei Filter individuell aktivieren, wodurch es möglich wird, Rough-Mixes mit einer Art Frequenzstaffelung zu erstellen.

Man hat die Wahl zwischen mehreren Low/Band/HiPass-Filtern -  die sich auch in Serie schalten, um drastischere Klangverformungen vorzunehmen. Legt man sich die Filterfrequenz auf einen der Q-Slider, lassen sich zudem schöne Modulationen/Automationen erzeugen. Auch Pitch Shift, Sample-Länge/Startpunkt oder Attack/Decay aus der Hüllkurven-Bearbeitung sind in Kombination mit den Slidern veränderbar (mögliche weitere Parameter: Level, Filterresonanz, Pan, Layering und Velocity). Die damit durchgeführten Manöver lassen sich, genau wie die Mixer und FX-Sends, als Automation aufzeichnen oder können zur Variation der bereits vorproduzierten Sequenzen benutzt werden. Dabei wird der Song nicht dauerhaft verändert, was eine ganze Reihe kreativer Gestaltungsmöglichkeiten ergibt, die beispielsweise einem etwas monoton wirkenden HiHat-Pattern mit wenigen Handgriffen viel Leben einhauchen können. Ein typischer Ragga-Jungle Break ist mit den zur Verfügung stehenden Werkzeugen schnell und mit viel Spaß gebaut: Stotter- und  Timestretch-FX sowie von oben nach unten durchgepitchte Snare-Rolls werden dabei zum Kinderspiel. Die Slider wirken stets Track-spezifisch.

Bei dem optionalen JJ OS lässt sich zusätzlich festlegen, dass nur einzelne Kanäle/Pads vom Slider-Parameter beeinflusst werden. Auch im Bereich des Effekteinsatzes lohnt sich also der Gedanke, JJs Betriebssystem auszuprobieren. Die Effektpalette wird hier um ein verbessertes Delay, Realtime-Pitchshifting, Timestretch- und Reverse-Funktionen erweitert, womit es sogar möglich ist, externes Audiomaterial (über den Audio-In) in Echtzeit in der Tonhöhe zu beeinflussen.

Mit den Sample-Bearbeitungsfunktionen lässt sich das Audio selbst verbiegen. Neben dem einfachen Trimmen von Samples wird auch „Slicen“ zum Unterteilen längerer und ungeschnittener Samples angeboten. Die Trim-Funktion für schon unterteilte Samples wirkt am Anfang noch etwas ungenau, aber mit dem Data-Wheel ist auch hier eine präzise Bearbeitung möglich. Hier hat das JJ OS übrigens ebenfalls die Nase vorn, es vereinfacht die Sample-Bearbeitung erheblich. Es besteht zudem auch die Option, Wertebereiche numerisch einzugeben. Zum Erlernen des Slicens/Choppens (das leider Stereo-Files immer in Mono-Files umwandelt) bieten übrigens neben dem Anwenderhandbuch auch zahlreiche Internet-Tutorials praktische Hilfe http://www.youtube.com/watch?v=Aq-T6eQBDQE. Hierbei ist bei den Netzinhalten die praktische Anwendung oft stärker betont und Zusammenhänge werden vereinfacht und anhand von Beispielen dargestellt. Es gibt eine starke Community rund um die MPC1000 im Netz. Hier findet man auch Erfahrungswerte zu den Funktionen der verschiedenen Betriebssysteme und –versionen.

Für besonders kreative Soundmöglichkeiten gibt es das Multisampling. Dank Druckempfindlichkeit der Pads kann man das auch gleich in der Performance ausreizen. Hierbei stehen pro Pad bis zu vier Layer zur Verfügung, in denen man jeweils unterschiedliche Samples einem Velocity-Level frei zuweisen kann. Jedem Layer kann darüber hinaus z. B. eine andere Filtereinstellung mitgegeben werden.
Eine Sache, die mich etwas gestört hat, ist das Vorgehen beim nachträglichen Editieren von Eingespieltem: Auch bei längeren Samples, die nicht hundertprozentig im Groove liegen, wirkt das Verschieben im Step-Edit etwas umständlich und nicht intuitiv. Dabei hat man am Rechner einfach mehr Möglichkeiten einzugreifen und Samples bequem zu platzieren. Natürlich will ich nicht ausschließen, dass man damit besser klarkommt, wenn man mit dem Gerät so richtig vertraut ist. Ansonsten bietet sich auf jeden Fall die Synchronisation mit der DAW an, um solche kleinen Feinheiten zu lösen. Sequenzen können als MIDI-File in jeder Software geöffnet und bearbeitet werden. Überhaupt bietet die MPC vielfältige Möglichkeiten, externe Klangerzeuger in die Produktion mit einzubauen. So lässt sich ohne Probleme ein Synthesizer damit steuern oder per MIDI-Keyboard Sequenzen einspielen und Samples triggern.

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Licht und Schatten: Beim Testen des Gerätes kam es zu keinerlei Abstürzen. Zur Erstellung der Demo-Beats habe ich die MPC stundenlang immer wieder aufs Neue gefordert. Das Einzige, was laut Erfahrungsberichten von MPeteC als MPC-Hardcore-User, zu Stabilitätsproblemen führen kann, sind Ladefehler von Samples bei empfindlichen Speicherkarten. Das hat bei ihm manchmal zu Abstürzen geführt – ich blieb davon allerdings verschont.
Zudem sollte auch das Speichern gelernt sein, denn beim Ein- und Ausschalten des Gerätes ist alles weg, was nicht gespeichert wurde. Hierfür stehen verschiedene Speicherfunktionen zur Verfügung. Das Sicherste ist definitiv der Modus für das Speichern aller Sequenzen und Samples. So geht garantiert nichts verloren, dafür muss aber auch eine Karte mit entsprechend viel Platz zur Verfügung stehen! Von den Ladezeiten ist die MPC1000 etwas schneller ist als die älteren Modelle. Am Besten benutzt man eine schnelle CF-Karte - oder gleich eine interne Festplatte. Auch dann ist sie noch etwas langsamer als ein PC. Das Gerät braucht bei einem Beat mit mehreren Samples etwa so lange wie ein Rechner, der ein komplexes Logic-Arrangement mit vielen Dateien und Spuren zu laden hat. Hier bleibt immer mal wieder Zeit, zwischendurch Luft zu holen, bevor es dann losgehen kann ...

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