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CD-Rezi Megadeth Endgame

Mustaines Mannen bewegen sich auf vertrautem Terrain und präsentieren ausgefeilten Thrash- und Speedmetal, ohne die Heavy-Fans mit gefürchteten Experimenten zu verstören.

 

„Kommando zurück“ lautet die Devise von David Mustaine & Co. Die letzten zehn Jahre liefen nicht nach Plan für den rotmähnigen Lautsprecher, der in Interviews gern betont, viele Medien würden ihn als „Nummer eins“ unter den Metal-Gitarristen sehen. 1999 erschien „Risk“, ein Album, das mit seinen Industrial- und Elektro-Elementen vorsichtig in Richtung Marilyn Manson nickte. Die Metal-Fans, nicht gerade experimentierfreudig, waren entsetzt, der Dreher wurde prompt zum Flop.

Megadeth Endgame, Label: Roadrunner

Mit „The World Needs Another Hero“ (2001) versuchte Mega-Dave eine Korrektur, die zumindest teilweise glückte. 2002 diagnostizierten Ärzte schwere Nervenprobleme im linken Arm, worauf er seine Band auflöste. Wieder genesen, markierten „The System Has Failed“ (2004) und „United Abominations“ (2007) weitere Schritte zurück zum gewohnten Stil. Auch das aktuelle „Endgame“ hat wieder jede Menge Futter für die Anhänger des traditionellen Thrash- und Speedmetal. Das Problem bei dieser rückwärtsgewandten Arbeitsweise ist freilich, dass einem so manches Element bereits bekannt sein dürfte. Mastermind Mustaine sieht jedoch keine andere Möglichkeit, der Wunsch der Fans ist nun mal sein Befehl. „Dialectic Chaos“ erweist sich als vortrefflicher Öffner mit fetten, schwermetallischen Riffs, zu denen sich die Köpfe der Headbanger quasi automatisch heben und senken. Für „This Day We Fight!“ drücken der Chef sowie Chris Broderick (g), James Lomenzo (b) und vor allem Ausnahme-Trommler Shawn Drover mächtig aufs Gaspedal. „44 Minutes“ gerät zum klassischen Megadeth-Track, Daves Knurrgesang, ein waffenstarrender Text, das moll-tönende Intro und der Up-Tempo-Mittelteil inklusive. Natürlich darf die obligatorische Ballade nicht fehlen, „The Hardest Part Of Letting Go – Sealed With A Kiss“ zeigt mit akustischen Gitarren und Streichern, dass auch im härtesten Metaller ein weicher Kern steckt.

 

Fazit: Das zwölfte Studio-Album besitzt sämtliche Tugenden eines klassischen, handwerklich ausgefeilten Megadeth-Albums bis auf eine: das Überraschungsmoment.

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