Hersteller_Zoom Gitarre
Test
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13.11.2012
Test

Zoom Multi Stomp MS-50G Test

Multieffekt-Gerät

6 sells!

Wenn es für uns als Gitarrist darum geht unser Können über einen Verstärker zu schicken oder aufzunehmen, dann greifen wir gerne auf die digitalen Segnungen zurück. Dem Bedürfnis hat nun Zoom Tribut gezollt und mit dem Multi Stomp MS-50G ein Multieffektgerät kreiert, das mit 55 Effektpresets bestückt ist und trotzdem wie ein Standard-Bodentreter daherkommt. Das Ganze gibts zum Knallerpreis von 99 Euro, rein rechnerisch also 1,80 pro Effekt. Die Theorie sieht also richtig rosig aus, Klang und Bedienbarkeit müssen sich erst noch beweisen.

Details

Gehäuse/Optik

Das silberne Gussgehäuse des MS-50G hat in etwa die Abmessungen eines Boss-Treters, im Design ist man aber einen Schritt in Richtung Zukunft gegangen. Wo normalerweise robuste Regler ihren Platz haben, befindet sich ein kleines Display. Aber keine Angst, Regler gibt es auch noch, drei Stück an der Zahl, die man unterhalb des Displays an eine Schräge versetzt hat. Bei ihnen handelt es sich um Endlospotis, die mit einer zusätzlichen Tasterfunktion aufwarten können. Mit ihrer Hilfe lassen sich die jeweils im Display angezeigten Parameter justieren. Die untere Hälfte beherbergt den Fußschalter, flankiert von vier weiteren Tastern (Cursor-Tasten), die wie bei einer TV-Fernbedienung im Kreis angeordnet sind.

Die Anschlüsse parken an den Seiten, rechts der Input und auf der linken Seite zwei Ausgänge, unser Testkandidat kann also auch Stereo. Zur Stromversorgung dient die Standard 9V DC Buchse an der Front, es ist aber auch der Betrieb mit Batterien möglich. Laut Hersteller reichen zwei AA-Batterien für sieben Stunden Dauerbetrieb. Das MS-50G arbeitet mit einem DSP-Prozessor und die AD/DA Wandlung geht mit 24 Bit und 128-fachem Oversampling über die Bühne. Die interne Signalverarbeitung erfolgt bei 32 Bit und einer Samplingfrequenz von 44,1 kHz. Für Firmware-Updates per Computer hat man einen USB-Anschluss vorgesehen.

Bedienung

Die Bedienung ist den großen Brüdern im Multieffektbereich G3 und G5 ähnlich. Alles läuft über das Display, und hier wird zuerst einmal einer der möglichen sechs Effekte von insgesamt 55 angezeigt, die gleichzeitig benutzt werden können. Wenn man wissen möchte, wie viele sich davon in der Kette befinden, drückt man die beiden die Cursor-Tasten neben dem Fußschalter und im Display erscheint der nächste Effekt. Beim Drehen an den Potis wechselt das Display sofort in die Anzeige der drei Parameter, die mit den Endlosreglern eingestellt werden können. Bei manchen Effekten reichen drei nicht aus, aber auch das ist gut gelöst, denn mit einem leichten Druck auf den rechten Regler blättert man auf die nächste Editier-Seite und weitere Einstellungen können angepasst werden. Will man den Effekt wechseln und zum Beispiel anstelle des Overdrives einen Chorus einsetzen, dann kommen die beiden Cursor-Taster oberhalb und unterhalb des Fußschalters zum Einsatz. Das Drücken des entsprechenden Tasters aktiviert den nächsten oder den vorherigen Effekt aus dem Angebot. Wie schon erwähnt, stehen 55 verschiedene „Pedale“ zur Verfügung und es kann tatsächlich etwas dauern, wenn man vom Delay zum Compressor wechseln möchte. Aber nach einiger Zeit kennt man den kürzesten Weg zum gewünschten Effekt und das Ganze geht dann relativ flott von der Hand. Und keine Angst, auch dem traditionellen Gitarristen, der sich bisher noch nicht an digitale Tools herangewagt hat, werden sich hier keine allzu großen Hürden in den Weg stellen.

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Viel hilft viel – ein eher ironisch gemeinter Rat, wenn es um die Gesundheit geht, bei Multieffektgeräten aber offensichtlich die Prämisse vieler Hersteller. Ob’s auch dem Sound hilft?

User Kommentare

faulefix  schrieb:05:09 | 14.12.2012

Ich vermisse ein Eingehen auf die Qualität der Kompressoren, Halle und des Delays.

Nebenbei: "Stromverbrauch: 500 mA" ist Quatsch.

Gruß ff"