Hersteller_Vermona
Test
5
Test

Vermona Action Filter III Test

DJ-Effektgerät

One for the treble, two for the bass...

Die Marke Vermona hat ihren Ursprung in den volkseigenen Betrieben der Klingenthaler Harmonikawerke der ehemaligen DDR. Los ging es in den 1940er Jahren mit der Herstellung von Akkordeons. In den Siebzigern begann der Betrieb dann unter dem Markennamen „Vermona“ elektronische Orgeln und E-Pianos unters Volk zu bringen. Nach der Wende zerlegten sich die Klingenthaler Harmonikawerken schließlich wieder in zahlreiche selbstständige Unternehmen.  

Die Marke „Vermona“ allerdings wurde erst im Jahre 2000 von der HDB Electronics GmbH wieder ins Leben gerufen. Die Firma mit Sitz im sächsischen Erlbach ist bekannt für ihre hochwertigen und handgefertigten analogen Synthesizer, Audiointerfaces und Effektgeräte. Bereits seit rund zehn Jahren im Programm ist das Action Filter, welches speziell für DJs entwickelt wurde und zum Preis von 359 € UVP über die Ladentheke geht. Die nun dritte Auflage dieses 19-Zoll-Rack-Gerätes beinhaltet ein Hoch- und Tiefpassfilter, bei denen jeweils mit einem eigenen Regler die Cutoff-Frequenz und die Resonanz stufenlos justiert werden können. Das Action Filter lässt sich wahlweise im Bandpass- oder im Notch-Modus betreiben. Ein Bypass-Button ermöglicht außerdem rhythmische Effekte. Neben einer Line-Quelle lässt sich aufgrund des integrierten Phono-Preamps auch ein Plattenspieler direkt anschließen.

Details

In der schlicht gehaltenen Verpackung finde ich neben dem Action Filter auch ein Kaltgerätekabel, um das Gerät mit der nötigen Betriebsspannung zu versorgen. Die Bedienungsanleitung liegt in Englisch und Deutsch vor. Sie ist lediglich acht Seiten lang, was jedoch in Anbetracht der überschaubaren Bedienelemente ausreicht, um alle Funktionen unseres Testkandidaten angemessen zu erklären.

Erster Eindruck

Das circa anderthalb Kilogramm schwere Gerät macht auf Anhieb einen sehr guten Eindruck. Das Chassis wurde aus dickem Metall gefertigt und akkurat montiert und lackiert. Die Audiobuchsen sind vergoldet und die Taster, Schalter und Drehknöpfe präsentieren sich alle in sauber verchromtem Metall. Auch ohne das Filter in „Action“ gehört zu haben, gehen meinen Daumen für das Äußere definitiv schon einmal nach oben.

Anschlüsse

Wie man es von Rack-Geräten kennt, befinden sich die Anschlüsse auch hier auf dem Backpanel. Das integrierte Netzteil erhält seine Spannung über eine Kaltgerätebuchse. Als Audioquelle lässt sich entweder ein Gerät mit Line-Pegel oder ein Plattenspieler mit MM-System (Moving Magnet) an die separaten Cinch-Eingänge anschließen. Zum Befestigen des Phono-Massekabels dient eine griffige Erdungsschraube. Das Ausgangssignal wird über den Cinch-Out abgegriffen. In der Mitte des Backpanels befindet sich der Umschalter für den Filtermodus. Mit diesem lässt sich die allgemeine Klangcharakteristik einstellen. Der Modus „Rough“ steht dabei für den rauen Sound des ursprünglichen Action Filters 1, während sich das Gerät in die Stellung „Smooth“ am saubereren Klang des Folgemodells orientiert.

Features

Das Action Filter III ist ein Filtermodul mit zwei Sektionen für Stereosignale oder zwei getrennte Monosignale. Konzipiert hat die Firma Vermona dieses Tool hauptsächlich für DJs. Alle Ein- und Ausgänge des Gerätes sind unsymmetrisch. Am Line-In kann ich beispielsweise einen CD-Player, ein Audiointerface oder einen Synthesizer anschließen. Alternativ hat man die Möglichkeit über den Phono-Input einen Plattenspieler zu verbinden. Die Auswahl der Eingangsquelle erfolgt über den Mode-Schalter auf der Vorderseite des Gerätes. Ein Gain-Regler justiert den Eingangspegel. Den Ausgang kann ich zum Beispiel mit einem Mischer, einem Audiointerface oder einer Endstufe verbinden.

Insgesamt sind im Gerät vier Filter verbaut, nämlich zwei pro Kanal. Bei den Filtern handelt es sich um hochwertige, spannungsgesteuerte Integrator-Schleifenfilter, die jeweils mit vier VCAs aufgebaut sind. Unser Testkandidat vereinigt zwei Filtereinheiten (links und rechts), bei denen sich jeweils die Cutoff-Frequenzen sowie die Filterresonanzen stufenlos verstellen lassen. Beide Filter arbeiten mit einer Flankensteilheit von jeweils 24 Dezibel. Die Resonanz, auch Emphasis genannt, ist eine Betonung (Anhebung) der Frequenzkurve im Bereich der Grenz/Cutoff-Frequenz. Diese Betonung ist maßgeblich für die Klangfarbe des gefilterten Audiosignals.

Es gibt zwei verschiedene Betriebsarten, die mit der rückseitigen Taste aktiviert werden. Der Band-Mode lässt das linke Filter als Hochpass arbeiten, das Frequenzen unterhalb des Cutoffs wegschneidet. Die rechte Filtereinheit arbeitet in diesem Modus als Tiefpass und blendet Frequenzen oberhalb des Cutoffs aus. Kreuzen sich beide Cutoff-Frequenzen, wird das Audiosignal komplett ausgeblendet. Der zweite Filtermodus hat den Namen „Notch“. Diese Option ist das Gegenteil des Bandfiltermodus. Die linke Filtersektion arbeitet in diesem Fall als Tiefpass und die rechte Hälfte als Hochpass. So entsteht ein Loch im Frequenzband, dessen Breite und Position von den beiden Cutoff-Reglern bestimmt wird.

Mittels Bypass umgehe ich auf Wunsch den gesamten Signalweg des Action Filters. Ist der entsprechende Schalter in der Stellung „On“, sind die Filter wirkungslos. Der Trigger-Button neben dem Bypass arbeitet genau umgekehrt und schaltet „deaktivierte“ Filter kurzeitig immer wieder ein. Umgekehrt funktioniert das auch: Ist der Action-Filter aktiv, kann ich ihn mit der Trigger-Taste also auch temporär in den Bypass-Modus schalten. So lassen sich auf Knopfdruck rhythmische Filtereffekte produzieren.

Verwandte Inhalte

Sherman Rodec Restyler

Sowohl Sherman als auch Rodec sind bekannt für ihre extrem hochwertigen Produkte. Was wohl dabei herauskommt, wenn Sie sich zusammentun? Mehr...

Boss RC-505 Test

Der Desktop-Looper RC-505 bildet aktuell die Oberklasse im Bereich der Schleifen-Rekorder aus dem Hause Boss. Mit fünf getrennten Aufnahmespuren, Eingangs- und Ausgangseffekten sowie vielfältigen Integrationsmöglichkeiten will sich das leistungsfähige Gerät um die Gunst aller Live-Performer bemühen. Ob’s gelingt?

Korg Mini Kaoss Pad 2S Test

Mit dem brandneuen Mini Kaoss Pad 2S und seinem integrierten Sample-Player/Recorder lädt Korg zu neuen kreativen Höhenflügen im Budget-Bereich ein. Tiefflieger oder Senkrechtstarter – die Antwort erfahrt ihr hier ...

Korg Kaossilator Pro+ (Plus) Test

Mit dem Kreativ-Effektgerät-Konzept „Kaoss“ und „Pad“ ist Korg sehr erfolgreich im DJ Bereich unterwegs. Aber auch im Studio macht sich eine solche Sound- und Presetschleuder gut. Mit dem Kaossilator Pro Plus präsentiert man die überarbeitete Version des Phrase-Synthesizers und Vocoder-FX!

User Kommentare