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Testmarathon Mic-Plug-Interfaces

Die Entdeckung der Einfachheit

Vor ein paar Jahren noch ein Wunschtraum, mittlerweile Wirklichkeit: Für wenig Geld lassen sich heutzutage quasi alle Mikrofone per USB an den Rechner hängen. Dabei reicht die Spanne von Einfachst-Lösungen in Kabelform bis hin zu selbst ernannten “High-End”-Produkten. Im Rahmen unseres Testmarathons haben wir uns einige Produkte dieses Genres besorgt und -neben der Soundqualität- natürlich auch unter die Lupe genommen, welchen Anforderungen des Praxisbetriebs die einzelnen Konzepte gerecht werden.  

Im Grunde handelt es sich bei allen getesteten Geräten um soweit reduzierte Versionen von USB-Interfaces mit eingebautem Mikrofonvorverstärker, dass sie sich (oft) direkt an Mikrofone ansetzen lassen - beziehungsweise in einem Fall sogar nur noch als Kabel in Erscheinung treten. In diesem Testmarathon wird die brennende Frage geklärt, mit welchen prinzipbedingten Einschränkungen man in welchen Situationen leben kann und mit welchen eben nicht. Wichtig ist in diesem Zusammenhang beispielsweise die Frage nach dem Monitoring. Muss der Rechner dieses anstellen, wird das Signal eines Mikrofons zeitverzögert wiedergegeben? Schon Latenzen im einstelligen Millisekundenbereich können stören, daher ist ein direktes Monitoring auf analoger Ebene für viele Anwendungsfälle sinnvoll. Außerdem: Ohne Phantomspeisung lassen sich nur dynamische Mikros oder –selten vorkommend – Kondensatormikrofone mit Batteriespeisung betreiben. Alternative: Man verwendet einen separaten Phantompower-Adapter. Damit verliert man jedoch einen der wichtigsten Vorteile der hier getesteten Produkte: die Kompaktheit.

Natürlich spielt die Klangqualität von Vorverstärker und A/D-Wandler die entscheidende Rolle. Außerdem sind aber auch Handling und Betriebssicherheit wichtige Aspekte im Testmarathon. Und natürlich – und dafür erwarte ich keine Verwunderung: Preis und Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Zielgruppe für diese Geräte lässt sich nicht ganz klar umreißen. Wer ein ordentliches Mikrofon besitzt, möchte das Signal möglicherweise ohne viel Aufwand in den Rechner bekommen. Zwar gibt es dedizierte USB-Mikrofone, doch ist die Auswahl an “normalen” Mikros größer - und die Qualität oft ebenfalls. Sicher werden Podcaster genauso von diesen Systemen Gebrauch machen wie Sänger und Musiker, die nicht nur einfach Ideen festhalten, sondern “albumtaugliche” Signale auf die HD bringen wollen. Eine Spannungsversorgung ist übrigens für keines der Geräte notwendig –Preamps, Headphoneamps, Wandler, Phantomspeisung: Alles begnügt sich mit der über den USB bereitstellten Buspower.

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Autor

Nick Mavridis

Der bonedo-Redakteur ist studierter Tontechniker und doziert seit 2000 für SAE Institute. Er arbeitet freiberuflich als Fachjournalist, Workflow-Trainer, Engineer und Fotograf. Bei der Garage-Prog-Band “mouth” bedient Nick das Schlagzeug, “the angst automaton” ist sein IDM-/Trip-Hop-Projekt.

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