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Test
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06.09.2012
Test

Sabian Paragon- und HHX-Effect-Packs Test

Effekt-Cymbal-Sets

Der Effekt macht die Musik

Fernab von Sabian und anderen Herstellern - meiner Erfahrung nach sieht das Trommeln im Studio, besonders wenn es um Auftragsarbeit in der Popmusik und nicht um das eigene Material geht, wie folgt aus: Der Trommler präsentiert seine Ideen zu einem Song. Dann melden sich der Produzent und der Tontechniker aus der Regie: „Lass mal bitte das Tomfill da in der Strophe weg und die Doppelschläge auf der Bass sind auch zu viel. Und die Snare muss tiefer und dann bitte nur straight auf 2 und 4“. Im Endeffekt spielt der Trommler dann stupide „Bumm, Paff, Bumm, Paff “ und erhält über das Talkback die Worte: „Perfekt, Danke“.

Beim Thema Becken ist die Symptomatik ganz ähnlich: Erstens soll der Trommler bitte so wenig wie möglich spielen. Ich bin zum Beispiel schon für eine komplette Longplayer-Produktion mit zehn (!) Beckenschlägen ausgekommen. Zweitens: Alle Becken gerne als Overdub, damit man sie nachher gut trennen, und den Rest der Trommeln härter mit Kompression und dergleichen behandeln kann. Und so hat der arme Popmusik-Studiotrommler nach einem halben Jahr alle Paradiddles verlernt. Ich war auch tatsächlich der Meinung, dass wenig spielen gegenwärtig der allgemeine Trend sei und viel spielen dagegen ein Relikt aus den 90er Jahren. Bei den Recherchen zu meinen heutigen Testobjekten wurde ich eines Besseren belehrt. Es gibt sie noch, die 200-teiligen 360-Grad-Kits, an denen ein Backliner einen Tag lang aufbaut. Es gibt sie noch, die Songs, die man 1,2,3,1,2,3,4,1,2,3,4,5,1,2,1,2,3,1,2,3 zählt bei denen im siebten Takt die Quintolen das neue Metrum sind. Es gibt vor allem aber auch Trommler, die das Ganze spielen können, und zwar mit Becken.

Einer von ihnen ist Neil Peart, Trommler der Band Rush, mit dem Sabian in Zusammenarbeit die Effektbecken der Paragon Serie entwickelt hat. Doch der kanadische Hersteller hat auch das HHX Effects Pack im Programm. Ich möchte feststellen, wie sich die Counterparts zu "Bumm, Paff" im Test behaupten.

Details

Paragon Effects Pack

Die Becken dieser Serie bestehen – wie eigentlich alle professionellen Becken – im wesentlichen aus B20-Bronze, also aus rund 20% Zinn und ca. 80% Kupfer. Sie vereinen laut Sabian die Eigenschaften der Serien AA , AAX und HH, was zu einem explosiven, trotzdem warmen und sehr klaren, hellen Ton führe. Den Entstehungsprozess der Paragon Becken beschreibt Neil Peart so: Nach der Entscheidung, Sabian spielen zu wollen, wurde er in die Fabrik in Meductic, New Brunswick in Kanada eingeladen. Dort führte ihm Sabians Produktspezialist Mark Love nach ausführlicher geschmacklicher Absprache ein paar Becken vor, die Neil interessant, aber ein wenig klingelig fand. Also wurden sie gleich und vor Ort vom Beckenschmied Charlie Brown (Ja, der heißt wirklich so!) nach gehämmert. Außerdem kam Herr Love noch auf die Idee, zwei verschiedene Arten von Lathing zu kombinieren. Durch das Lathing, also das Abdrehen, werden die Becken auf ihre letztendliche Dicke reduziert.

Außerdem ist das Lathing für die kreisrunden Rillen auf der Beckenoberfläche verantwortlich. Im Falle der Paragon Serie wird die Unterseite der Becken auf die traditionelle türkische Art abgedreht, während die Oberseite mittels „Pinpoint Lathing“ etwas feinere Rillen erhält. Das gesamte Paragon Effects Pack besteht aus einem 8“ Splash, einem 10“ Splash und einem 19“ China.


HHX Effects Pack

Auch die HHX-Serie ist aus B20 Bronze gefertigt. Wie auch die Paragon Becken, verbindet die HHX-Serie laut Sabian die Klangeigenschaften anderer Beckenlinien. Um genau zu sein: den traditionellen Ton der HH- und die moderne Ansprache der AAX-Becken. Mit „Ultimativ Dark“ beschreibt Sabian das Ergebnis.

HHX-Becken sind handgehämmert. Ihren Soundcharakter verdanken sie nach Angaben von Sabian in erster Linie der "Jumbo Size"-Hämmerung. Die HHX-Serie umfasst mehrere Modelle (Studio, Stage, Xplosion, Xtreme, Power) mit jeweils unterschiedlichen Gewichten. Außerdem gibt es Unterserien mit unterschiedlichen Finishes, wie zum Beispiel die mit Dave Weckl zusammen entwickelten Evolution- oder Legacy-Becken. Die HHX-Serie wird standardmäßig in Brilliant-Finish geliefert.

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