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Numark Mixtrack Quad Test

DJ-Controller mit USB-Audiointerface

Wer „zwei“ sagt, darf auch „vier“ sagen!

Numark Mixtrack Quad im bonedo-Test – Nachdem zunächst die Anhänger des „klassischen“ Dual-Deck-DJings mit dem Mixtrack Pro 2 und dem Mixtrack 2 (ohne Audiointerface) bedient wurden, kommen nun die Freunde der gepflegten 4-Play-Performance auf ihre Kosten. Das Mixtrack Quad hat es auf die Eroberung der Living-, Party-, Bar- und Bedrooms abgesehen - ein USB-Audiointerface, zwei Kopfhörerausgänge und ein Mikrofonanschluss bringt das Gerät gleich mit.  

Damit der DJ richtig Stimmung in die Bude bringen kann, verbaut Numark einen 4-Kanal-MIDI-Mixer und zwei umschaltbare Decksektionen mit zwei Bataillonen Performance-Pads, die es sich zur Aufgabe machen, Loops, Sample- und FX-Slots der beigelegten Software Virtual DJ LE (die Vollversion wurde übrigens gerade zum IDMA-Winner in der Kategorie „DJ-Software“ gekürt) zu dirigieren. Im Gegensatz zu den zuvor erwähnten „älteren“ Brüdern setzt Numark beim „Quadronauten“ auf ein erweitertes Farbkonzept, das gerade im Zusammenspiel mit den bunten VDJ-Decks seine Stärken ausspielen und für mehr Durchblick im „Soundgewitter“ sorgen soll. Wie sich der Neuankömmling in der Praxis schlägt, und (ob und wenn ja) für wen 269 Euro UVP gut investiert sind, das soll unser Testbericht herausfinden.

Details

Auspacken

Erwartungsvolle Griffe in den Karton fördern neben dem DJ-Controller zutage: ein USB-Kabel, Sicherheits- und Garantiehinweise, ein Benutzerhandbuch und einen Silberling, der die Software Virtual DJ LE in Version 7.4 enthält. Da sich die Maße gegenüber dem Mixtrack Pro 2, getestet in diesem Artikel, nur marginal verändert haben, wirkt der Quad aufgrund der beiden hinzugekommenen Kanäle, im Zentrum dichter besiedelt. Und der Griff zum Maßband zeigt dann auch, dass die beim Mixtrack 2 Pro ohnehin schon dicht beieinanderliegenden Drehregler (16 Millimetern Kappenabstand), beim Quad noch einmal zwei bis drei Millimeter aufeinander zugewandert sind. Es ist also etwas mehr „Fingerspitzenakrobatik“ gefragt, als beim Pendant für Serato-DJ. Ansonsten sehe und fühle ich auch bei diesem Modell:

- Eine dunkle „gebürstete“ Kunststoffgehäuseoberfläche im Metall-Look.

- Eine abgerundete, matt silberfarben lackierte Bodenwanne mit vier Gummifüßen.

- Silbrige, etwas wackelige, auf Kunststoffachsen sitzende Plastikdrehregler, die nicht meinen persönlichen Lieblingsdesign entsprechen, aber zweckdienliche Drehwiderstände entgegenbringen

- Fader, die mit einem ihrer Bestimmung entsprechenden Gleitverhalten ausgestattet sind und ein wenig seitliches Spiel aufweisen.

- Flache, stylische Low-Profile-Jogdials mit akkuratem Rundlauf und geschmeidigem Bremsverhalten.

- Große und kleine Klick-Klack-Buttons aus Hartplastik, die dort, wo es Sinn macht, illuminieren.

- 16 große, gut angeordnete und nicht verkantende Gummipads

- Oder in kurz: eine dem Preisgefüge insgesamt durchaus angemessene Verarbeitungsqualität.

Ich habe übrigens versucht, die Kappen gegen schwarze Chroma Caps Modelle von DJTT auszutauschen, was nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führte, da die Fadercaps auf der Faceplate schleifen und sich bei den Potis zu viel „Zwischenraum“ auftut. Schade eigentlich, aber sicher nicht Numark anzulasten. Vielleicht könnte der Hersteller bei der Vielzahl an mittlerweile im Handel erhältlichen Numark-Controllern selbst Ersatzkappen in diversen Colorationen anbieten. Ich hätte dann gern einen gummierten Satz in Faceplate-Farbe oder schwarz vorgemerkt.

Insgesamt kommt mein Testkandidat auf neun Encoder, sieben Fader, 16 Drehregler, 16 Drum Pads, 24 Buttons und zwei Jogwheels, was nach Adam Riese 74 Bedienelemente ausmacht. Damit sollte der Proband, so man den zweiten Layer und die Shift-Buttons für weitere Funktionen mit einbezieht, ein ziemliches Kreativ-Feuerwerk abfackeln können – vorausgesetzt die Softwareausstattung spielt mit. Beim grundlegenden Aufbau setzt Numark auf „Branchenstandards“ wie:

- Einen zentralen Mixer mit zwei flankierenden Decksektionen.

- Zwei Jogwheels mit berührungsempfindlicher Oberfläche und milchtrübem Seitenring samt Positionsindikator.

- Deck-Sektionen mit Transportwerkzeugen, Pitch-Fader, Pitchbend-Buttons und Scratch-Option

- Vier MIDI-Kanalzüge mit 3-Band-EQs, Preview-Tasten und Channelfadern, aber leider ohne Gain.

- Eine Browser-Sektion mit Push-Encoder und Ladetasten

- Effektabteilungen mit den vier obligatorischen Reglern, die als Encoder ausgeführt sind, denen meiner Meinung nach aber eine integrierte Button-Funktion mehr als gut zu Gesicht gestanden hätte.

- Das Oberflächenlayout ist in einigen Bereichen identisch zum Geschwistermodell, hier mal im Direktvergleich zu sehen.

Audiointerface, Ein- und Ausgänge

Zwar lässt sich der Hersteller zum Zeitpunkt der Niederschrift dieser Zeilen weder auf der Internetseite noch im Handbuch über die technischen Daten des Audiointerface aus, doch konnte ich durch den Anschluss an meinen Mac zumindest schon einmal feststellen, dass es mit maximal 16 Bit Auflösung und mit einer Sampling-Frequenz von 44,1 Kilohertz operiert - okay für die Preisklasse. Treiber liefert der Hersteller zum Testzeitpunkt nicht mit, also „behelfen“ sich Windows-User mit dem kostenlosen ASIO4ALL. Am Mac läuft der Bursche unter Core-Audio. Der Audiomanager zeigt an: 0-In/4-Out, logisch, wenn es keine Eingänge und einen Master- sowie einen Preview-Signalpfad gibt, die ihre Entsprechung in zwei Cinch-Buchsen auf den Backpanel und zwei Kopfhörerbuchsen (3,5 mm/6,3 mm Klinke) an der rechten Seite finden. So richtig ohrenbetäubend oder „amtlich clubtauglich“ laut wird es auf dem angeschlossenen Audio-Technika ATH-700 Pro MK2 zwar nicht, wenn ich den Kopfhörerverstärker an seine Leistungsgrenze bringe, aber es zerrt auch nicht unangenehm und der Pegel reicht für den heimischen Einsatz oder die mittellaute DJ-Pinte aus. Dem ist hinzuzufügen, dass es zu einem Lautstärkeabfall kommt, wenn zwei Units eingestöpselt sind. Ungewöhnlich ist die Positionierung an der Seite statt vorn. Dies kommt besonders dann zum Tragen, wenn es um den Einsatz eines weiteren DJ-Controllers geht, den man vielleicht lieber an der rechten Flanke aufstellen würde als links. Andererseits lässt sich so eventuell ein weiterer Controller, ein Mini-Keyboard oder ein Fader-Brett vorn ablegen, ohne dass es zu Kabelwirrwarr kommt. Also jedem das seine. Positiv anzumerken ist, dass DJ Teams natürlich von den beiden Ausgängen profitieren und DJ–Wechsel innerhalb eines Battle-Mix reibungsloser durchgeführt werden können.

Dass bei dem ohnehin USB-bestromten Gerät weder professionelle XLR-Outputs noch „stromstarke“ symmetrische Klinkenausgänge verbaut wurden, verwundert nicht. Wer seinen Mixtrack an die Endstufe oder DJ-Monitore anschließen möchte, verwendet den rückseitigen Master-Cinch-Output. Im Direktvergleich mit dem USB-bestromten Traktor Kontrol S4, der zugegebenermaßen das Dreifache kostet, ist die Ausgabelautstärke zwar um einiges leiser, doch sollte der Numark der anvisierten Bedroomer-Kernzielgruppe eine ausreichende Leistung bieten. Etwas spartanisch ausgefallen ist der direkt auf den Master spielende, im Eingangspegel regelbare Mikrofonkanal, denn er lässt jedwede Art von hardwareseitiger Klangregelung vermissen. Schließlich wohnt hier auch noch die USB-Buchse zur Computeranbindung und die ist Pflicht, denn zum einen übernimmt der Rechenknecht die Stromversorgung und zum anderen kann der Numark nicht autark arbeiten. Er ist halt letztlich auch nur ein MIDI-Controller mit USB-Interface. Ein Power-Schalter ist nicht mit von der Partie und auch eine Diebstahlschutz-Aussparung ist nicht vorhanden.

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