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Numark Mixtrack Edge Test

Low-Profile DJ-MIDI-Controller für PC und MAC

Auf Tuchfühlung mit dem Drei-Scheiben-Hoch

Numark Mixtrack Edge DJ-MIDI-Controller im bonedo.de-Test. Wenn es um die Konstruktion außergewöhnlicher DJ-Tools geht, steht Numark oftmals in der ersten Reihe. Ob Orbit, IDJ Pro oder V7, die Amerikaner zeigen keine Scheu, ausgetretene Pfade zu verlassen und bewährtes Know-how mit Innovation, Zeitgeist und einem gewissen Style-Faktor zu verbinden. Besonders in Zeiten, wo „semiprofessionelles DJ-Equipment“ und Einsteiger-Tools für jedermann erschwinglich sind (oder sein sollten) und die Musiksammlung in digitaler Gestalt auf einen wohnzimmerkompatiblen Formfaktor schrumpft, spielt eine gewisse Portabilität des Equipments eine „tragende“ Rolle, besonders im Segment der Heim-, Hobby- und Gelegenheitsanwender, auf die auch mein heutiger Testkandidat abzielt.

Kaum 14 Millimeter „dick“ ist mein heutiger Testkandidat MixTrack Edge und trägt diesem Trend voll Rechnung. Durch sein superflaches Gehäuse und das Smartcover scheint der MIDI-Doppeldecker für den mobilen Einsatz prädestiniert zu sein. Auf der Stellfläche eines Subnotebooks gibt sich das Mix-Tablet aber nicht nur besonders rucksackfreundlich, sondern es bringt auch noch eine Mac/PC-kompatible Soundkarte samt Kopfhörer- und Master-Ausgang mit. Ferner dirigieren über 40 mehrfach belegte Bedienelemente und zwei multifunktionale Jogwheels die beigelegte Software Virtual DJ LE oder jedes andere MIDI-kompatible Applikation.  

Mixtrack Edge kostet 149 Euro (UVP), was sicher kein offensichtliches Schnäppchen ist, aber Mobilität hat – so lehren es moderne Tablets, Notebooks und Smartphones – nun einmal ihren Preis. Denn so kann man einfach mit dem Notebook und einem Controller als Handgepäck „um die Häuser ziehen“. Klar, auch mobile Diskotheken nutzen verstärkt „Controller-Workstations“, doch die spielen mit ihren Stand-Alone-Mixern, CD-Playern und USB-Laufwerken ausstattungsmäßig und preislich in einer anderen Liga. Ob und wo der Edge im Praxistest als Tool überzeugen kann, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Details

Ich gebe zu: Das Gerät wirkt mit seinem Tablet-Design auf den ersten Blick etwas eigentümlich und ich hatte auf der Messe, wo ich es zum ersten Mal begutachten konnte, am hinteren Anschlussfeld eigentlich einen 30-Pin-Adapter erwartet, um es mit einem iPad zu betreiben. Ist aber nicht so. Ein klassischer Rechenknecht mit Windows oder Mac OS soll es sein. Schön. In Sachen Bauhöhe stellt der Mixtrack Edge, mal abgesehen von einigen „Toys“, sicher einen neuen Rekord für DJ-Flachbrett-Controller auf, doch wer nun denkt, er bekäme ein zerbrechliches Kleinod filigraner Ingenieurskunst unter die Finger, liegt gewissermaßen falsch. Denn der Numark macht mit seinen glatten Metall-Wheels und der Oberfläche aus gebürstetem Aluminium einen ziemlich robusten, „roadtauglichen“ Eindruck. Den unterstützen auch die 33 Hartplastik-Taster mit ihrem definierten Schaltpunkt. Praktisch: Der Kunststoffdeckel schützt die Oberfläche vor Kratzern und klappe ich ihn um, fungiert er mit seinen Gummifüßen als Unterlage für die Kommandozentrale. Durchdacht!  

Das kann ich auch uneingeschränkt dem Anschlusskonzept attestieren, das auf einen seitlichen 3,5-mm-Kopfhörerausgang, eine Mini-B-Buchse und einen Miniklinke-Master-Out an der Rückseite setzt. Zudem wurden abgewinkelte (!) Adapterkabel beigelegt, weswegen sich das Tool sehr nah an „den Laptop kuscheln“ kann. Neben besagten Kabeln finde ich im Karton auch ein Benutzerhandbuch, Garantiehinweise und einen Datenträger, der Virtual DJ für PC und Mac beinhaltet. Ein erstes „Befingern“ der Bedienelemente lässt allerdings Skepsis bei mir aufkommen, denn die kleinen silbernen Plastik-Drehregler, deren Durchmesser zwei Zentimeter beträgt, sind zumindest für mich mit zwei Fingern schwer zu greifen und möchte ich sie mit einem Finger drehen, etwas zu rutschig. Auch die etwa 45 Millimeter langen Line- und Cross-Fader mit ihren wackeligen Silberplättchen wirken in meinen Augen zunächst äußerst gewöhnungsbedürftig hinsichtlich der Handhabung und ich frage mich wegen der sehr dünnen Plastiknoppen, die zur Befestigung der Kappen dienen, wie lange die wohl durchhalten. Aber Numark ist als Hersteller sehr erfahren und vielleicht sind meine Bedenken auch unbegründet. Eines ist allerdings auch klar: Mit Standardkomponenten wäre die Tablet-artige Bauform nicht zu realisieren gewesen.  

Die Bedienoberfläche bedient sich grundsätzlich eines klassischen Konzepts mit einem zentralen Mixer, zwei Deck- und Transportsektionen und den Kreativwerkzeugenkästen „Loops & FX“ in der oberen Hälfte. Hier mal ein paar Design-Eindrücke:

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