Hersteller_Neumann
Test
18.12.2009
Test

Neumann TLM 103 Test

Der Klang der Hauptstadt

Der Name Neumann steht seit 1928 für professionelle Studio-Mikrofone, obwohl sich die Berliner Firma zu Zeiten ihrer Gründung auch noch mit der Entwicklung von Schallplattenschneidemaschinen, wiederaufladbaren Batterien und Tonregieanlagen beschäftigte. Mikrofon-Typenbezeichnungen wie U47, U67, U87 oder M49 lassen jedenfalls jedem Toningenieur das Wasser im Munde zusammenlaufen. An dieser Stelle jedoch weiter auf die Historie des Traditionsherstellers einzugehen, würde den Rahmen sprengen.  

 

Überspringen wir also ein paar Jahre und landen im März 1983. Zu diesem Zeitpunkt läutete Neumann nämlich mit den drei Buchstaben „TLM“ (genauer gesagt mit dem TLM 170) eine neue Mikrofon-Ära ein. TLM steht für „Transformatorloses Mikrofon“, und wie der Name schon sagt, befinden sich keine Transformatoren im Signalweg dieser Mikros. Trafos können grundsätzlich verschiedene Probleme hervorrufen: Verzerrungen tiefer Frequenzen bei hohem Pegel, frequenzabhängige Impedanzen, Beeinflussung durch äußere Störquellen (Magnetfelder), zudem bringen sie ein relativ hohes Gewicht und zwangsläufig auch größere Abmessungen mit sich. „Wozu werden Transformatoren dann überhaupt in Mikrofonen verbaut?“, mag sich manch einer jetzt vielleicht fragen. Ich möchte es mal versuchen, in aller Kürze zu erklären, um nicht zu sehr in die Tiefen der Physik abzutauchen. Also, vereinfacht gesagt übernehmen Trafos in Mikrofonen die Leistungsanpassung, sie gleichen das Missverhältnis zwischen der hohen Betriebsspannung und der erreichten Ausgangsspannung aus. Bei der TLM-Reihe geschieht dies durch einen Gleichspannungswandler, der die gesamte Mikrofonschaltung versorgt und einen sehr hohen Wirkungsgrad aufweist. Ok, nehmen wir das mal so hin und tauchen aus den Halbtiefen der Physik wieder auf.   

 

Kommen wir nun zu unserem Testkandidaten, dem TLM 103. Dieses Mikrofon wurde von Neumann 1997 vorgestellt und wird bis heute in unveränderter Form gebaut. Ich denke, ich gehe nicht zu weit, wenn ich behaupte, dass dieses Mikrofon bereits heute einen Klassiker der Mikrofon-Neuzeit darstellt. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass dieses Mikrofon mit seinem Preis um die 1000 Euro für Neumann-Verhältnisse ein echtes Schnäppchen ist – ein aktueller Straßenpreis von 888 Euro lässt uns rechtfertigen, dieses Mikro ins Testfeld der 900-Euro-Klasse aufzunehmen. Doch nicht nur der Preis machte das TLM 103 zum gern gesehenen Dauer-Gast in vielen Studios. Ich möchte noch nicht zu viel verraten – vielleicht noch so viel: Ich kenne viele Toningenieure und Produzenten, die Mikrofone im Wert eines vierrädrigen, benzinbetriebenen Vehikels besitzen (nein, kein Trabi oder ähnliches), das TLM 103 aber für viele Einsatzzwecke diesen „Teurofonen“ vorziehen. Gespannt? Na dann, ab zur nächsten Seite...

User Kommentare

Dakota schrieb:21:43 | 22.10.2011

Also ich hab ihn mir bestellt und ich mache "Rap Musik" hab eine sehr tiefe stimme die auch kräftig ist ich hoffe das TLM 103 kann mit mir mithalten ansonsten muss ich es wieder zurückschicken

nullachtneun schrieb:00:01 | 18.11.2011

Was wurde für die Referenz verwendet?

Guido Metzen (bonedo) schrieb:06:44 | 18.11.2011

Hallo nullachtneun,die Refernz bei diesem Test (wie in der gesamten 900EUR-Klasse dieses Testmarathons) war ein Neumann TLM127. Viele Grüße,Guido

Gehört zur Serie

Testmarathon Studiomikros #2

Autor

Guido Metzen Guido Metzen hat Tontechnik studiert und war viele Jahre bei einem Audio-Fachmagazin als Journalist, Produktfotograf sowie Chefredakteur tätig. Sowohl im Studio als auch im Live-Bereich hat er bereits bei vielen großen Produktionen mitgearbeitet.

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Bewertung

5 / 5
Neumann TLM 103 Test
Neumann TLM 103 Test

Audiobeispiele

Pro + Contra

  • Pro
  • Neutraler und ausgewogener Klang
  • Edle Brillanz in den Höhen
  • Sehr fein aufgelöste Mitten
  • Dynamik und Impulsverhalten
  • Erstklassige Verarbeitung

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