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13.11.2012
Test

IK Multimedia AmpliTube iRig Test

Instrumenten-Adapter

iNtrittskarte

Apps für iPhone, iPad und iPod touch gibt es inzwischen buchstäblich wie Sand am Meer, und nicht wenige davon richten sich an uns Musiker. Von der Akkordtabelle bis zur Lernsoftware, vom Stimmgerät über das Metronom bis hin zum kompletten Recordingstudio reicht das Angebot. Will man dieses allerdings mit seiner Gitarre oder seinem Bass nutzen, benötigt man zusätzliche Elektronik in Form eines Interfaces, das den Instrumentenzugang zu den kleinen Wunderwerken bereitstellt.

Der iRig von IK Multimedia ist so ein Helferlein, das mit den drei genannten Apple-Produkten kommuniziert und darüber hinaus mit AmpliTube eine Modeling-App mitbringt, die vom virtuellen Effektpedal über Amp, Box und Mikrofon alles bietet, was man zum Üben, zum Aufnehmen seiner Ideen oder auch zum Spielen braucht.

Details

Der kleine Adapter, der mit seinen 22mm Durchmesser und 71,4mm Länge in etwa den Abmessungen eines Bottlenecks entspricht, ist relativ simpel aufgebaut. Auf der einen Seite wartet eine 6,3mm Klinkenbuchse auf den Anschluss einer Gitarre, eines Basses oder auf sonstige Musikinstrumente mit Line-Pegel, auf der anderen stellt ein kurzes Kabel mit Miniklinkenstecker den Kontakt mit dem kombinierten Kopfhörerausgang-Mikrofoneingang des jeweiligen iOS-Gerätes her. Den dann blockierten Kopfhörerausgang, der bekanntlich auch als Line-Out dienen kann, stellt jetzt stattdessen der iRig zur Verfügung.

Laut Hersteller versteht sich unser Probant übrigens seit 2010 auch mit den meisten MacBooks und iMacs, sodass man mit ihm nicht nur unterwegs, sondern zwischendurch auch am Schreibtisch seine Ideen ohne großen Aufwand festhalten kann.

Der iRig arbeitet übrigens nicht nur mit der hauseigenen Modeling-Software zusammen, auch alle sonstigen Gitarren- oder Recordingprogramme sollten sich nahtlos mit ihm verstehen. Bei diesem Test wollen wir uns allerdings in erster Linie der AmpliTube App fürs iPhone widmen, die man sich aus dem AppStore herunterladen kann. Und von ihr gibt es mehrere Ausführungen: Die Gratisversion bietet einen Amp, eine Box, zwei Pedaleffekte und zwei Mikrofone, was zum ersten Ausprobieren vollkommen ausreichen sollte. Eine LE-Variante bietet für 2,40 Euro drei weitere Effekte, ist allerdings leider nicht für das iPad erhältlich. 

Für den nun folgenden Test habe ich keine Kosten und Mühen gescheut und mir die iPhone-Vollversion für runde 16 Euro besorgt, die auch für das iPad erhältlich ist und eine ganze Menge Möglichkeiten bietet. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass man die App tatsächlich für iPad und iPhone gesondert erwerben muss. Sehr schade, denn dass das auch anders geht, zeigen eine Menge Apps, die man einmal bezahlt und die dann für alle iOS-Geräte zur Verfügung stehen. Das Installieren ist hingegen denkbar einfach: In den App Store klicken, AmpliTube iRig herunterladen, und schon kann es losgehen!

Die Software selbst ist übersichtlich gestaltet und bedarf normalerweise keiner Erklärung. Sollten trotzdem Fragen aufkommen, kann das Fragezeichen-Symbol links oben aktiviert werden, es öffnet sich dann die Bedienungsanleitung.

Am oberen Rand des Displays finden sich in Weinrot diverse Taster, links beginnend mit den sogenannten Tools. Hier kann man mithilfe eines Tuners seine Gitarre in Stimmung bringen, ein Metronom ist ebenfalls an Bord, das sich BPM-genau einstellen oder aber auch tappen lässt. Dazu muss der Tap-Button viermal angetippt werden.

Acht Soundbeispiele warten ganz unten in der Audio Demo Rubrik.

Der Blick wandert wieder nach oben und findet drei Taster mit Effektpedal-Symbolen, gekennzeichnet mit FX1, FX2 und FX3, mit deren Hilfe sich ein Pedalboard frei konfigurieren lässt. Als Effekte stehen Delay, Fuzz, Overdrive, Wah, Envelope Filter, Chorus, Flanger, Phazer, Octave und Noisefilter zur Wahl.

Die Bedienung ist sehr intuitiv. Will man einen Parameter verändern, kann man das entsprechende virtuelle Chickenhead-Poti drehen oder nur kurz berühren und anschließend mit dem LED-Band auf der rechten Seite komfortabel und recht genau justieren. Das gilt für alle Potis.

Scrollt man die Pedale durch, findet man einige alte Bekannte, wie beispielsweise den Envelope-Filter, der mit seinen braunen Seiten und den Knöpfen schon sehr an ein Moog-Pedal erinnert. Alle Parameter sind Standards, so gibt es beim Overdrive lediglich Drive, Level und Tone. Nun ja, die grüne Farbe kommt auch bekannt vor und erinnert sehr an einen Ibanez Tube Screamer - was für ein Zufall! Und mehr Knöpfe hat der schließlich auch nicht.

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User Kommentare

Heiko  schrieb:16:03 | 13.11.2012

Gegen Nebengeräusche wie Knackser kann es mitunter ganz hilfreich sein, das iPhone in den Flugzeugmodus zu schicken. Vielleicht hilft der Trick ja bei Dir."

Christoph Heckmann  schrieb:22:37 | 18.11.2012

...und wie können Android-Nutzer Gitarren in´s Smartphone bringen?????"

zynische birne  schrieb:01:55 | 19.11.2012

...indem sie ihr Android-Phone verkaufen, und auf die dunkle Seite der iMacht kommen. ;-)
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