Workshop
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29.03.2012
Workshop

Drum Play-Alike #6 - Chad Smith

Der coole Groover der heißen Schoten

Was haben wohl die meisten Menschen im Sinn, wenn sie an die Band Red Hot Chili Peppers denken? Ich tippe mal auf: Socken, die nicht über die Füße gezogen werden, Kalifornien, Heroin und Hits wie “Under the Bridge”, “Give It Away” und “Californication”. Viele Schlagzeuger dürften allerdings noch einen weiteren Gedanken haben: Chad Smith – der funky Drummer der kalifornischen Funkrocker.

Chad Smith hat mit seinem einzigartigen Stil in den knapp dreißig Jahren seiner Profikarriere Generationen von Schlagzeugern geprägt. Am meisten Aufmerksamkeit haben wohl seine Performances mit eben dieser berühmt-berüchtigten Band Red Hot Chili Peppers erhalten, zu denen er im Jahre 1988 als Drummer stieß. Aber der umtriebige Riese aus dem mittleren Westen der USA hat mittlerweile noch ein paar weitere namhafte Jobs auf dem Kerbholz. So trommelte er beispielsweise für die Dixie Chicks und Kid Rock im Studio und ist nebenher noch fester Bestandteil der Bands Meatbats (Oder auch “Chad Smith´s Bombastic Meatbats”) und Chickenfoot. Letztere ist eine Art Supergroup, denn neben ihm  zählen noch Joe Satriani (seines Zeichens Gitarrengott), Sammy Hagar und Michael Anthony (beide ehemalige Mitglieder von Van Halen) zum festen Inventar der Band. Gerüchten zu Folge sei Mr. Smith so viel beschäftigt, dass er seine Frau bei jedem neuen Projekt geradezu anbetteln müsse, damit sie einverstanden sei, ihren Mann schon wieder zu entbehren. Trotz Plattenverkäufen im zweistelligen Millionenbereich kann dieser Mann offensichtlich nicht genug vom Musikmachen kriegen. Das wirkt irgendwie sympathisch und klingt nicht nach dem 0-8-15-Rockstar-Klischee. Und genau so klingen auch seine Grooves – insbesondere bei seiner Stammformation, den Chili Peppers.

Hintergrund

Chads Stil ist sehr funklastig, ohne dabei die alten Funkmeister zu kopieren, die in der Regel etwas geradliniger spielten und nicht so locker und sloppy wie er. Seine Grooves sind eigenständig und kreativ, scheinen geradezu zu atmen, stecken voller Leben und Details. Gerade seine Hi-Hat ist immer sehr organisch und klingt bei jedem einzelnen Schlag eines Grooves unterschiedlich, da sich – wie er selbst es im Modern Drummer Magazin beschreibt – sein linker Fuß unbewusst und zufällig auf dem Pedal bewegt. Eher selten arbeitet er nach eigener Aussage bewusst mit dem Pedal. Wenn man genau hinhört, bemerkt man, dass sein linker Fuß oft locker auf der geschlossenen Hi-Hat in Achteln mitwippt wodurch sich kleinste Nuancen im Sound ergeben. Bei aller Eigenständigkeit drängt er sich nie unangenehm in den Vordergrund oder erstickt mit zu viel Spiel die Songs. Er haucht ihnen den nötigen Funk ein und bietet eine solide Basis für Fleas ausufernde und beispiellos spielfreudige Bassparts.

Und da Chad Smiths Fans ihn hauptsächlich für sein Spiel bei RHCP lieben, und mit ihnen sehr viel mehr Songmaterial und Hits veröffentlicht hat, als man in einem kurzen Workshop überhaupt bearbeiten kann, habe ich mich dafür entschieden, ein paar markante Grooves und Fills dieser Band vorzustellen – und dabei musste ich mich schon sehr beschränken, weil es so viel zu erzählen gäbe. Zunächst aber ein paar generelle Worte zu dem, was Chad Smith als Schlagzeuger ausmacht: Das Markanteste an seinem Sound, mit dem er besonders unter Drummern berühmt geworden ist, ist wohl seine unverwechselbar dynamisch gespielte und hoch singende Snaredrum. Einerseits punchy und klar definiert, ist sie dennoch sehr fein und sensibel in der Ansprache. Im Gegensatz zu den meisten Rock-Drummern, die einen möglichst fetten und druckvollen Snaresound anstreben, ist dieser eher filigran. Auf der aktuellen Platte „I´m with you“ ist die Snare meist einen Deut trockener als auf den Vorgängern.Die Tomsounds sind ebenfalls als lebhaft zu beschreiben mit einem klaren Attack und einem mittellangen, sehr tonalem Ausklang. Ebenfalls klar definiert ist die recht kompakt klingendeBassdrum, sie verleiht dennoch dem „Untenrum“ den nötigen Schub. Seine Becken klingen meist hoch, silbrig und spritzig mit einer kleinen Note Vintage. Seine Hi-Hat ist wohl neben der Snare das markanteste Merkmal an Chads Spiel. Auch diese ist wie die Snare sehr dynamisch gespielt und bietet oft innerhalb von einem Takt alle Nuancen zwischen fest geschlossen und weit offen. Das Ridebecken setzt sich meist mit einem klaren „Ping“ im Bandsound durch.

Chad Smith ist Endorser für Pearl und Sabian. Live spielt er diese Firmen auch immer brav – nach eigenen Angaben spielt er gelegentlich auch markenfremde Snaredrums vom australischen Edelhersteller Brady. Für die anstehende Welttournee zum Album “I´m with You” wird er folgendes Equipment spielen: ein Pearl Acryl-Kit der Masters-Serie mit einer 14“x6,5“ “Free Floating”-Snare, einer 24“x18“ Bassdrum, einem 12“x8“ Tom und zwei Floor Toms in den Größen 14“x14“ und 16“x16“. Früher spielte er live meist ein Pearl-Set der Reference-Serie. Chads Beckensetup soll aus folgenden Sabian Becken bestehen: 10“ AA Splash, 14“ AAX-Celerator Hi-Hats, 19“AA Medium Crash, 22“ AA Rock Ride, 20“ AA Rock Crash, 21“ Holy China, 21“ AAX-Treme Chinese. Seine Felle sind alle von Remo: Auf der Snare Drum hat er als Schlagfell ein Controlled Sound Black Dot und als Resonanzfell ein klares Emperor. Dieses Fell als Snare-Resonanzfell zu benutzen ist schon sehr speziell, da es im Gegensatz zu einem Standard-Resonanzfell äusserst dick ist; es komprimiert den Sound auf natürliche Weise. Auf den Toms spielt er klare Emperors als Schlagfelle und klare Ambassadors als Resonanzfelle. Auf der Bassdrum werden ein klares Powerstroke-4- oder ein Powersonic-Fell benutzt.Im Studio benutzt er nach eigenen Angaben verschiedenste Trommeln verschiedenster Hersteller, gerne auch ein Set von Brady oder alte Drumsets von Gretsch – eben das, was am besten zu dem passt, was gerade aufgenommen werden soll. Die von Ihm gemeinsam mit Pearl entwickelte „Chad Smith Signature“-Snare wird auch immer wieder gerne eingesetzt. Bei der Auswahl der Becken bewegt er sich bei Sabian vornehmlich in der „AA“ und „AAX“-Serie.

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User Kommentare

Stefan  schrieb:10:30 | 01.03.2013

Wirklich toll. Ein Video, in dem alle gespielten Sachen auch visualisiert werden, wäre toll.

Ich glaube, ich wiederhole mich, bin mir nicht sicher: ein Phil-Rudd-Play-Alike wäre auch toll..."