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22.05.2010
Test

Chandler Germanium Compressor Test

Elementar-Teilchen

Zwei Begriffe auf der Frontplatte dieses 1HE-Kompressors verhindern vorn vornherein, dass er im Meer der vielen heute verfügbaren Dynamikgeräte abzusaufen droht: Der Hersteller Chandler Ltd. hat sich innerhalb kürzester Zeit einen wirklich hervorragenden Ruf erarbeitet. In erster Linie fußt dieses Renommee auf einer Serie von Geräten, deren Schaltungen auf der nie auf dem freien Markt zu erhalten gewesenen TG-Mischpultlegenden der englischen EMI beruhen. Der zweite Begriff lautet “Germanium”. Dieses chemische Element verdankt seinen Namen dem Herkunftsland seines Entdeckers (Chandler hätten dieses Gerät also um ein Haar “Allemanium” oder “Deutschlandium” nennen müssen).

Das Halbmetall Germanium wurde als Vorläufer des ab den 1970ern verwendeten Siliziums in der Halbleitertechnik eingesetzt, Germaniumtransistoren ersetzten vor allem ab den 1960ern die Röhre. Die klanglichen Eigenschaften von Germanium-Transistoren werden durch die Tonträger-Produktionen mit EMI-, Neve- und weiteren Pulten sowie der alten Fuzz-Boxen heute in erster Linie mit der kurzen Ära der auslaufenden 1960er und beginnenden 70er assoziiert. Dieser Abschnitt in der Musikgeschichte ist definitiv einer der wichtigsten und klanglich wieder en vogue. Kann man den Sound dieser Zeit im 19”-Format kaufen?

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