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Avid Pro Tools Dock und Avid Pro Tools Control Test

Als mich im Herbst 2015 die Info erreichte, dass Avid mit dem Pro Tools Dock einen Hardware-Controller für Pro Tools und andere Eucon-fähige Programme angekündigt hat, war ich sofort sehr neugierig.

ProTools_Dock_left

Schnell wurde mir klar, dass dieser Controller die Avid Artist Control ablösen wird. Nun ist das Dock endlich lieferbar und ich kann schon vorab sagen, dass meine Vorfreude berechtigt gewesen ist.
Für das erste Quartal 2016 war das Pro Tools Dock eigentlich angekündigt und ließ dann doch noch eine ganze Weile auf sich warten. Die iPad-App Pro Tools Control kam allerdings schon im Mai in überarbeiteter Fassung mit vielen sehr praktischen Verbesserungen. Was das Pro Tools Dock eigentlich ist und warum man dazu auch noch die iPad-App benötigt, erkläre ich umgehend

Details

Was ist das Pro Tools Dock? Was ist Pro Tools Control?

Grundsätzlich handelt es sich um Controller für Avid Pro Tools und andere Eucon-kompatible DAWs, bzw. Applikationen. Um das Produkt richtig einzuordnen, muss ich ein wenig ausholen: Das Eucon-Protokoll wurde ursprünglich von der Firma Euphonix geschaffen, um DAWs oder andere Software mit Euphonix -Controllern zu steuern. Vor allen Dingen Steinberg (für Nuendo und Cubase), später aber auch Apple (für Logic Pro) nutzten dieses Protokoll. Vor einigen Jahren wurde Euphonix von Avid gekauft. Seitdem sind die wesentlichsten Fortschritte der Integration bei Pro Tools zu verzeichnen, auch wenn die anderen DAWs weiterhin das Eucon-Protokoll – in meiner Wahrnehmung mit etwas gebremstem Eifer – unterstützen. Außerdem hat Avid seit der Übernahme einiges an neuer Controller-Hardware auf den Markt gebracht, die sich des Eucon-Protokolls bedient. Genannt seien von allen Dingen das Flaggschiff Avid S6, aber auch die Avid S3. Die Produkte der Artist Serie (Artist Control, Artist Mix, Artist Transport und Artist Color) sind hingegen schon seit vielen Jahren auf dem Markt. 

Das Avid Pro Tools Dock mit angedocktem iPad mini 2
Das Avid Pro Tools Dock mit angedocktem iPad mini 2

iPad statt eigener Touchscreen 

Das Pro Tools Dock ist nach meiner Auffassung eine Kombination aus Artist Control und Artist Transport, es fehlt jedoch der Touchscreen. Statt wie beim Artist Control einen eigenen Touchscreen einzubauen, hat man sich für die Integration des Apple iPad entschieden. Beim Kauf eines Pro Tools Dock sollte deshalb ein iPad mitbudgetiert werden. Auf dem iPad läuft beim Betrieb des Pro Tools Dock die kostenlose App Avid Pro Tools Control, die in Verbindung mit den taktilen Elementen des Docks das Gesamterlebnis prägt. Es ist aber wichtig zu erwähnen, dass die App auch ohne Dock mit allen Eucon-kompatiblen Programmen verwendet werden kann.

Bedienlogik hat Ähnlichkeiten mit Avid S6

Um es zu präzisieren: Ein Pro Tools Dock mit Pro Tools Control erlaubt eine umfangreiche Steuerung von Pro Tools, die sich von einem reinen Fader-Controller unterscheidet. Deshalb ist die Kombination des Dock mit einer Avid S3 oder einem Artist Mix eine sehr gute Idee, da der Fader-Controller und die „Master-Einheit“ Pro Tools Dock sich sehr gut ergänzen. Letztlich sind viele Elemente der App und die verzahnte Bedienlogik zwischen Touchscreen und den Bedienelemten des Dock dem Flaggschiff S6 nachempfunden – ein vielversprechender Umstand, wie ich finde. 

Das Pro Tools Dock ist recht flach und elegant geschwungen.
Das Pro Tools Dock ist recht flach und elegant geschwungen.
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Profilbild von Mark Ziebarth

Mark Ziebarth sagt:

#1 - 13.07.2016 um 15:56 Uhr

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Liebe Leser, nach Abschluss des Tests hat sich herausgestellt, dass die vollständige Funktionalität des Pro Tools Dock wohl nur mit den ausdrücklich von Avid empfohlenen iPads (iPad Air oder neuer) gewährleistet ist. Die Modelle iPad 4 und älter sollen laut Avid-Produktspzialist Kyle Splitgerber unter dem Problem leiden, dass die Bank- und Nudge-Tasten auf der Dock-Oberfläche nicht funktionieren. Ob es bei den "not supported" iPads noch weitere funktionale Einschränkungen gibt, ist mir derzeit nicht bekannt. Das in meinem Test verwendete iPad mini 2, wies dieses Problem nicht auf.Viele GrüßeMark

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